Was bringt mir ein Trotzki, der seit 70 Jahren tot ist?

Sedef Yavuz

 Am 14. Mai ist der Film „The Trotsky“ erschienen. Er wird wohl für viele ein Thema sein, Trotzki in Erinnerung rufen bzw. die Frage stellen „Wer war der Mann eigentlich?“. Nein, der Mann von „Kentucky Fried Chicken“ ist nicht Trotzki, er gleicht ihm nur. Leo Trotzki war ein Revolutionär und stand gemeinsam mit Lenin an der Spitze der Oktoberrevolution 1917. Er war Gründer der Roten Armee - wobei das noch längst nicht alles war. Aber warum sollte ich mich für einen Mann interessieren, der vor 70 Jahren ermordet worden ist? Welche Relevanz hat er für mich?

Permanente Revolution statt Entwicklungshilfe

Mensch glaubt es nicht, aber die „Theorie der Permanenten Revolution“ hat zur Frage von Hunger und Krieg in Entwicklungsländern mehr Sinnvolles parat, als UNO und div. Entwicklungshilfeorganisationen. Trotzki hat dabei gezeigt, warum ein funktionierender Kapitalismus in diesen Ländern nicht möglich ist. Und, dass, um dort das Leben der Menschen zu verbessern, eine sozialistische Revolution nötig ist.

Mit Einheitsfront gegen Rechts

Die Wien-Wahl steht vor der Tür. Kann der Aufstieg der FPÖ verhindert werden, indem mensch die SPÖ wählt und über ihre Fehler schweigt? Ganz nach Trotzkis „Einheitsfronttheorie“ wäre eine gemeinsame Aktion von SLP und Sozialistischer Jugend (SPÖ-Jugend) gegen Strache eine gute Sache. Doch weil die SPÖ mit ihrem Sozialabbau und Staatsrassismus Mitschuld am Aufstieg der FPÖ hat, wird die SLP bei einer solchen Aktion nicht so tun, als ob Häupl „eh super“ ist.

International is muss

„The Trotsky“ spielt ja in Kanada. Das passt gut zu Trotzkis Internationalismus. Ihm war klar, dass „Sozialismus in einem Land“ (Stalin) nicht funktioniert. Oder, dass griechische SchülerInnen und ArbeiterInnen nicht schuld an der Krise sind – sondern Banken und Konzerne. Und dass genau die nur international bekämpft werden können. Deswegen hat er immer gesagt, wie wichtig es ist, sich international zu organisieren. Wie auch das CWI heute. Für mehr ist jetzt nicht Platz – aber hochaktuell, der Spitzbartträger!

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