Venezuela: Die kleinen Fischer kämpfen im internationalen Hafen von Guiria

Am Montag, 9. Oktober, besetzten zahlreiche EinwohnerInnen der Gemeinde Valdez im Staat Sucre den internationalen Hafen von Guiria. An dieser friedlichen und bis jetzt andauernden Besetzung unter Führung der kleinen Fischer der Gegend beteiligten sich die KleinhändlerInnen und HändlerInnen sowie deren Familienangehörige. Anlass dazu war die Schließung der Eisfabrik im Hafen von Guiria, die die Fischereiflotten mit dem für den Fischfang notwendigen Eis versorgte. Mit der Einstellung der Eisproduktion könnten die Fischer - nicht nur in Guiria sondern auch in den umliegenden Orten wie El Morro, Carúpano, Macanao, etc. - ihrem Handwerk nicht mehr nachgehen und würden ihre Existenzgrundlage verlieren.

1997 wurde die Eisfabrik privatisiert und von der Firma Administradora Portuaria Paria übernommen. Seitdem sank die Eisproduktion von 200 Tonnen auf 20 Tonnen. Überhaupt wurde die Fischerei in der Gegen von Administradora Portuaria Paria ständig behindert und torpediert. Offensichtlich versuchen sie, damit den Weg freizumachen für die Ansiedelung profitablerer Betriebe in Zusammenhang mit der Erdölindustrie. So will Administradora Portuaria Paria statt der Eisfabrik eine Aufbereitungsanlage für Ölbohrschlamm errichten.

Der Gouverneur von Sucre unterstützt dieses Unternehmen. Er erhofft sich dadurch - genauso wie die Gemeinde- und ParteienvertreterInnen - höhere Einnahmen für die Gegend. So wird versprochen, die Hälfte der Einnahmen im Hafen von Guiria wieder zu reinvestieren.

Die Fischer und die „kleinen Leute“ der Gegend fürchten jedoch um ihre Existenz und auch um eine intakte Umwelt. In der Aufbereitungsanlage für Ölbohrschlamm würden giftige Substanzen und gefährliche Elemente wie Quecksilber, Blei und Arsen verarbeitet, die das Nervensystem stark angreifen. Und diese Stoffe würden an der Küste von Paria verarbeitet und dann in den Golf von Mexico abgelassen. Aus diesen Gründen haben sie den Hafen besetzt und die Hafeneinfahrt mit ihren Fischerbooten, die sie mit Seilen untereinander verbanden, blockiert.

Vor der Besetzung haben die Protestierenden vor dem Amt zum Schutz des Volkes beantragt, die Privatisierung von 1997 zurückzunehmen und die Anlagen von Guiria wieder in Staatsbesitz - in die Hände der Einrichtung MINEP - rückzuführen. So soll der internationale Hafen von Guiria zu einem eigenständigen Entwicklungszentrum im Sinn der BewohnerInnen umgebaut werden.

Von Seiten des Gouverneurs und der offiziellen Stellen folgte Repression auf dem Fuß. Zuerst wurden die BesetzerInnen als Drogensüchtige und der politischen Opposition zugehörig denunziert und schließlich wurden die Repressionskräfte geschickt.

Im Morgengrauen des 26. Oktober stürmte eine bewaffnete Gruppe von Einheiten der Polizei des Staates Sucre und der venezolanischen Marine das besetzte Gebiet. Sie gingen mit Schüssen aus Schrotgewehren und mit Tränengas gegen die BesetzerInnen vor.

Gleichzeitig sperrte eine andere Gruppe von Polizisten, die von der Marinepolizei unterstützt wurden, die Zufahrtsstraßen in den Hafen, um Unterstützungsaktionen zu Gunsten der BesetzerInnen durch die EinwohnerInnen von Guiria und den anderen umliegenden Orten, die sich vor kurzem erhoben hatten, zu verhindern.

Während dieser Aktionen ließ sich kein einziger Funktionär der politischen Parteien blicken. Die Festgenommenen wurden geschlagen und mehr als zwei Stunden festgehalten.

Diese Vorgangsweise der Repressionskräfte stachelte die Wut der BesetzerInnen weiter an. Sie verbrannten Kautschuk, errichteten Barrikaden auf den Zufahrtsstraßen, stellten sich den Repressionskräften entgegen und zündeten Einrichtungen des Bürgermeisteramts der Gemeinde Valdez an.

Die Feuerwehr hatte dann die Aufgabe, die Verletzten zu bergen. Bis zum Nachmittag des 26. Oktober gab es 22 Verletzte aufgrund von Schrotkugeln, eine Person erlitt eine Schussverletzung und ein Fischer, der populäre Ñango, verlor ein Auge.

All diese Vorkommnisse wurden auf Video aufgezeichnet und sind vom Gouverneur des Staates Sucre zu verantworten.

Leider spielen auch die Medien eine sehr dubiose Rolle. Die staatlichen Medien unterstützen die offiziellen Stellen und fordern die BesetzerInnen zur Aufgabe auf. Die privaten Medien wiederum wollen die Auseinandersetzungen politisch für die bürgerlich-reaktionären Kräfte ausschlachten.

Dabei verstehen sich die BesetzerInnen auf Boden des revolutionären Prozesses. Die Versammlung zur Rettung des internationalen Hafens von Guiria, die Koordination der BesetzerInnen stellt fest, „wir unterstützen Präsident Chávez, wir treten für seine Wiederwahl ein und arbeiten dafür. Aber gleichzeitig nehmen wir seine Worte als unser erster Führer ernst und organisieren uns zur Verteidigung unserer Rechte. Wir haben gekämpft und wir werden weiter kämpfen für die Errichtung eines eigenständigen Entwicklungszentrums im internationalen Hafen von Guiria, mit aktiver Beteiligung und Führung des Volkes.“

  • Für konsequente Mobilisierung der ArbeiterInnen und der Volkssektoren zur Vertiefung dieses Prozesses

  • Für die Schaffung eines eigenständigen Entwicklungszentrums im internationalen Hafen von Guiria, mit aktiver Beteiligung und Führung des Volkes.

  • Für die Verteidigung und Vertiefung des revolutionären Prozesses, für ein sozialistisches unabhängiges und souveränes Venezuela im Gegensatz zu Imperialismus und Multis, ohne Herren, ohne Großgrundbesitzer, ohne Bürokraten und ohne Korruptionisten. Der Sozialismus baut sich über die Vergesellschaftung auf!

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