Trotz Profit kaum Investition

„Geht‘s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut“ ist längst auch Teil der Gewerkschaftsideologie
Manuel Schwaiger

Der ÖGB berechnet Lohnforderungen nicht danach, was die Beschäftigten brauchen, sondern mit der „Benya-Formel“. Die berücksichtigt Inflation und Produktivitätswachstum. Die Produktivität steigt mit dem Arbeitsdruck bzw. wenn modernere Technologie eingesetzt wird.

Seit 2013 wuchsen die Gewinne der Groß- und Mittelbetriebe pro Beschäftigtem um 10%. Doch obwohl es „der Wirtschaft“ gut geht, geht der Anteil der Beschäftigten zurück und Investitionen brechen ein. Der Personalaufwand (Löhne, Gehälter, Sozialversicherung) wuchs um nur 5%. Die Beschäftigten dieser Betriebe erhalten im Durchschnitt 38.000€ weniger Lohn, als sie durch ihre Arbeit neue Werten schaffen. Von diesem Geld werden nur 25-50% wieder investiert, der Rest gehortet oder für den Luxus der Chefs und Aktionär*innen verschwendet. Weil auch die Kapitalist*innen wissen, dass eine nächste Wirtschaftskrise nur eine Frage der Zeit ist sind sie trotz Gewinnen nicht bereit zu investieren. Dabei sind in vielen Bereichen wie erneuerbare Energien, ökologische Landwirtschaft, Gesundheit und Bildung dringend Investitionen nötig.

Der ÖGB und seine Logik überlassen die Entscheidungen über Investitionen ein paar hundert Superreichen und ihren Profitinteressen. Für die Löhne bedeutet das niedrige Abschlüsse und/oder erhöhten Arbeitsdruck. Wäre es nicht logischer, den Reichtum, den wir alle schaffen auch für alle zu verwenden?

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