Streik der KAV-ÄrztInnen in Wien!

Gegen das Kaputtsparen des Gesundheitssystems muss der Kampf ein gemeinsamer sein!
Christoph Glanninger

In Wien streikten am 12.9. die ÄrztInnen des Krankenanstaltenverbundes KAV. Von 1.513 zum Dienst eingeteilten ÄrztInnen streikten 446. An der Demonstration beteiligten sich rund 2.000 Menschen. Der Protest richtet sich gegen Kürzungen im Gesundheitssystem, konkret gegen die Einsparung von Nachtdiensten. Hintergrund ist auch das „Wiener Spitalskonzept 2030“, mit dem die Stadtregierung 28 Millionen € sparen will, während Wien wächst.

Das Argument „wir müssen sparen“ stimmt einfach nicht. Allein der Vermögenszuwachs des reichsten 1 % in Österreich in 33 Tagen würde reichen, um sämtliche Schulden der Stadt Wien zu begleichen. Viele Posten sind absurd hoch bezahlt: nicht amtsführende StadträtInnen (ohne Aufgabe!): 9.440€/Monat, KAV-Generaldirektor: 24.000€ /Monat. Dieses Geld wäre in der Gesundheitsversorgung besser angelegt!

Die zuständige Gewerkschaft Younion weigert sich aufgrund ihrer Nähe zur SPÖ-Stadtregierung, Widerstand zu organisieren und wurde am Streik dafür zu Recht angegriffen. Es wäre ihre Aufgabe, die Proteste auf PflegerInnen auszudehnen, die in den letzten Jahren teilweise noch dramatischere Verschlechterungen erleben mussten. Dass die Ärztekammer sich auf die ÄrztInnen beschränkt, ist genauso falsch, aber das war von der Standesvertretung zu erwarten.

Beschäftigte und PatientInnen müssen an der Basis aktiv werden und die Gewerkschaft durch Druck von unten dazu bringen, für unsere gemeinsamen Interessen zu kämpfen. Wie das funktionieren kann, hat 2015 die Basisinitiative Care Revolution Wien gezeigt, die u.a. eine gemeinsame Demonstration mit ÄrztInnen organisiert hat. So konnte die Gewerkschaft dazu gebracht werden, einen Gang hoch zu schalten.

Die ÄrztInnen haben gezeigt: Streik geht auch im Spital. Auch bei den PflegerInnen gärt es – mehr Proteste sind zu erwarten. Überlastetes Personal führt dazu, dass PatientInnen nur unzureichend versorgt werden können und viel zu früh entlassen werden. Ein Streik schadet PatientInnen nicht so sehr wie ein Beibehalten des Normalzustand.

 

 

 

 

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