Sport: Nichts für „Warmduscher“!?

„Hat sich nichts verändert?“ - „Es ändert sich die gespielte Toleranz.“ (Der Tagesspiegel, 19.07.2013)
Jan Millonig

Wahrscheinlich duschen alle SportlerInnen gerne warm, doch geoutete Homosexuelle gibt es im Sport nur wenig, im Profi-Fußball gar niemanden. Sport ist ein gutes Beispiel dafür, wie irrational und abstrakt Homophobie auch ist, sie aber doch handfeste Ursachen hat. Viele Artikel über Homophobie im Sport beginnen mit den Worten: „bei der Toleranz gegenüber Homosexuellen hinkt der Sport der Gesellschaft noch hinterher“. Ist das so? Homophobie ist immer noch zentraler Bestandteil der Gesellschaft. In Österreich wurde 2002 der letzte Strafrechtsparagraf abgeschafft, in vielen Ländern gibt es keine Homo-Ehe und konservative Rollenbilder werden im Zuge der Krise wieder stärker.

Es gibt keinen einzigen geouteten aktiven Profifußballer. Der erste (Fashanu) hat sich 1990 geoutet und acht Jahre später erhängt. Der zweite und letzte (Rogers) ist nach seinem Outing zurückgetreten. Im Sport ist Homosexualität schon ein besonderes Thema, vor allem im Fußball. Sport spielt eine besondere Rolle in der Gesellschaft hat. „Spiele“ sind ein wichtiger Massenunterhaltungsfaktor. Wenn das „Brot“ knapper wird, werden die „Spiele“ wieder wichtiger. Wie in Brasilien, wo 2014 die WM stattfinden soll. Doch jetzt gibt es eine Massenbewegung gegen Teuerung, die sich auch gegen die Vorbereitungen zur WM und ihre Auswirkungen richtet. Da wirken die Spiele nicht. Massensportevents dienen auch der Vermittlung von Werten, die für die Herrschenden nützlich sind. So sind Nationalismus, Aggressivität/Stärke und eben auch Geschlechterrollen omnipräsent. Hier wird dann Homosexualität mit „Weiblichkeit“ gleichgestellt und das wiederum mit Schwäche. Das Zusammenspiel von Homophobie und Sexismus ist sehr stark.

Trotzdem ist der Kampf gegen Diskriminierung im Sport immer wieder Thema. Meistens machen Vereinsleitungen nur von oben herab abstrakte „Bekenntnisse“. Es gibt aber einige interessante Fan-Initiativen, die sollten gefördert werden anstatt sie unter den Motto „keine Politik im Stadion“ zu bekämpfen. Denn eine Gegenkultur muss von den Fans/Sport-Begeisterten geschaffen werden.

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