Sport als Spaltung

In der Zwischenkriegszeit spielte Böske Sizigethy im rumänischen Klubfussball als Mittelstürmerin. Auch damals eine Ausnahme, eine Frau unter Männern, aber heute undenkbar. 1975 fuhr Lella Lombardi beim spanischen Formel 1 GP in die WM Punkte. Heute wird in Europa eine eigene Motorsportserie für Frauen geschaffen. Sport im Kapitalismus verbindet nicht, er trennt und das sehr konsequent: in Männer und Frauen, in Menschen mit besonderen Bedürfnissen, nach Herkunft (Nationalmannschaften), nach Alter und natürlich in Profis und Amateure. Der Anspruch, dass Menschen gemeinsam Sport betreiben ist längst Geschichte. Diese Zersplitterung ist die Konsequenz der Unterwerfung des Sports unter die Logik von Profit und kapitalistischem Leistungswahn. Die unterschiedlichen Spartensportarten und Serien lassen sich gewinnbringend verkaufen und vermarkten. Auf Basis dieser Schubladisierung werden dann Sportler*innen diskriminiert: So muss die südafrikanische Läuferin Caster Semenya ihren von Geburt an hohen Testosteronspiegel künstlich senken, um „als Frau“ laufen zu dürfen. Solche Art von Spaltung – wer wo mitmachen darf und wer ein „echter Mann“ oder eine „echte Frau“ ist - setzt sich auch in Job, Schule und Privatleben fort.

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