Nach der Pride ist vor der Pride

Die Linzpride 2018 am Samstag den 30.06. war überwältigend! Ungefähr zweitausend vor allem junge und queere Menschen marschierten fröhlich, bunt, laut und stolz über die Landstraße durch Linz. Eine Vervierfachung gegenüber letztem Jahr! Es war eine riesige Feier für das Leben und die Akzeptanz, dass jede und jeder so sein darf, wie sie oder er es will. Es war spürbar und sichtbar, wie Hunderte Jugendliche die Möglichkeit nutzen als das was sie sind, auf die Straße zu gehen. Das alleine war schon der größte Erfolg dieser Pride. Doch die TeilnehmerInnen setzten auch viele verschiedenen Ausdrucksmittel, ob Tafeln, Fahnen, Verkleidungen, Sticker, Sprechchöre, Fahnen oder gebastelte Figuren, ein, um Gleichberechtigung und ihre Rechte einzufordern.

Eine politische Parade, die auch nach außen hin klar machte, um was es uns geht: „Gleiche Rechte und ein Leben in Würde und Sicherheit für alle!“, wie Jan Millonig, Aktivist der Sozialistischen LinksPartei, als Vertreter des Bündnis "Linz gegen Rechts" und Mitorganisator der Parade, in seiner Rede betonte. Wie auch die Reden der VertreterInnen der Homosexuellen Initiative Linz und der Plattform „Frauenland retten!“ (maiz, Fiftitu%, Arge SIE) dieser Parade eine für alle sichtbare politische Ausrichtung gab. Sowohl die Opfer von Homophobie weltweit als auch die Beschneidung von Frauenrechten durch Schwarz-Blau fanden Gehör. Sprechchöre vom Publikum machten ihre Unterstützung und Solidarität dafür deutlich.
Bei der Parade selbst kam aber auch der Spaß nicht zu kurz. Musik und Tanz erzeugten eine ausgelassene Stimmung, die dann am Pride-Straßenfest beim Ars Electronica fortsetzt wurde. Auch da Rekord bei den BesucherInnezahlen.

AktivistInnen der feministischen Initiative Nicht mit mir und der Sozialistischen LinksPartei (SLP) waren mit einem eigenen Wagen vertreten. In diesem feministischen Block präsentierten wir mit Transparenten, Tafeln, Reden, Flyern und sogar einem riesigen aufblasbaren Einhorn, unsere Forderungen: - Bunten, vielfältigen Aufklärungsunterricht - Kostenlose Verhütungsmittel und freien Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen - Ausbau von Beratungsstellen - usw.

Celina Brandstötter, Aktivistin bei Nicht mit mir und der SLP, erklärte in ihrer Rede vom Wagen aus, warum der Kampf für LGBTQI* und Frauenrechte verbunden sein muss, und wir uns auch gemeinsam gegen Rassismus und Sozialabbau wehren müssen. Sie betonte auch, dass es zum Wahnsinn des Kapitalismus eine sozialistische Alternative braucht. Andere AktivistInnen sprachen über weitere Themen, wie Geschlechtervielfalt und -diskriminierung, Benachteiligung am Arbeitsplatz von LGBTQI+Personen und Frauen u.a.

Auf der ganze Parade betonten wir, wie wichtig es ist, den Kampf für LGBTQI+Rechte mit dem Kampf gegen Schwarz-Blau zu verbinden. Nicht nur, weil beide Regierungsparteien Homosexualität de facto ablehnen, sondern auch weil wir uns nur gemeinsam und in Solidarität erfolgreich wehren können. „Schließen wir uns zusammen und kämpfen gegen die Angriffe von Schwarz-Blau, die uns alle treffen!“, so der O-Ton. Beim Thema „12-Stunden-Tag“ jubelte die Menge in Solidarität mit der Großdemo in Wien, die zeitgleich stattfand. Das zeigte auch, dass es in vielen Bereichen ein Bedürfnis gibt gegen Schwarz-Blau zu protestieren. Der Rechtsruck verhalf der Pride dieses Jahr sicher zu ihrer Größe.

Mit diesem Selbstbewusstsein sollten wir jetzt den CSD nächstes Jahr angehen! Der Termin 29. Juni 2019 steht schon fest! Wir haben die Chance wieder ein starkes und politisches Zeichen der LGBTQI*-Bewegung zu setzen. Doch klar ist ebenfalls, Nicht mit mir wird auch noch das restliche Jahr an dem Thema dran bleiben. Bleibt über nächste Aktionen informiert und werdet aktiv, um dabei mitzuhelfen!

Der Wahnsinn des Kapitalismus

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