KV im Sozialbereich: Lieber Streik als schlechter Abschluss!

Flugblatt der Basisinitiative "Wir sind sozial, aber nicht blöd!" zu den aktuellen SWÖ-KV-Verhandlungen

Die Verhandlungen für den SWÖ-Kollektivvertrag haben am 17.10. 2023 begonnen und werden am 15. und 27.10. fortgesetzt.

Die Bedingungen im privaten Gesundheits- und Sozialbereich haben sich in den letzten Jahren immer weiter verschlechtert. Es gibt einen Teufelskreis aus schlechten Arbeitsbedingungen, Personalabwanderung, die zu noch schlechteren Arbeitsbedingungen führen usw … Die Teuerung bringt viele Kolleg:innen, die sowieso schon unterbezahlt sind, an den Rand oder unter die Armutsgrenze. Deshalb ist die Forderung der Gewerkschaften GPA und vida nach einem Plus von 15%, bei einem Mindestbetrag von 400€ mehr als gerechtfertigt. Weiters fordern GPA und vida mehrere Veränderungen im Rahmenrecht, die die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern würden. Eine volle Durchsetzung dieser Forderung ist der einzige Weg, den Teufelskreis zumindest zu stoppen.

In der ersten Verhandlungsrunde am 17.10. wurde aber von Arbeitgeber-Seite nur 8,8% angeboten. Alle weiteren Forderungen der Gewerkschaften wurden abgelehnt. Das ist nicht akzeptabel! „Sozial aber nicht blöd“ setzt sich dafür ein, für die Forderungen der Arbeitnehmer:innen zu kämpfen – gemeinsam, mit Ausdauer und Entschlossenheit, anstatt wie im letzten Jahr vorzeitig mit einem schlechten Kompromiss abzuschließen. Mit dem aktuellen Angebot der Arbeitgeber:innen wäre nicht einmal ein Reallohnverlust abgewandt, da wir seit dem letzten Jahr anhaltend unter der massiven Teuerung leiden. Meilenweit entfernt ist das Angebot der Arbeitgeber:innen davon, unsere Arbeit im Gesundheits- und Sozialbereich attraktiver zu machen und der prekären Situation entgegenzuwirken.

„Sozial aber nicht blöd“ ist der Meinung, dass wir uns keinen schlechten Abschluss leisten können! Echte Verbesserungen werden wir nur durch massiven Druck von unten durchsetzen - das heißt durch möglichst gut vorbereitete, entschlossene und, wenn notwendig, mehrfache Proteste und Streiks. Wir stehen für:

  • dranbleiben und kämpfen für ein Plus von 15% (mind. 400 Euro) und Verbesserungen im Rahmenrecht

und, um dies zu erreichen:

  • eine umfassende Mobilisierung in den Betrieben um damit Druck aufzubauen, auch abseits des Verhandlungstisches
  • in Form von Kundgebungen, Betriebsversammlungen, aktiven Streikkomitees, Streikschulungen für alle und Streiks
  • die Durchführung einer Urabstimmung über den SWÖ-KV-Abschluss (das bedeutet, dass die betroffenen Beschäftigten in Betriebsversammlungen und anderen Foren über ein vorläufiges Verhandlungsergebnis beraten und diskutieren können und auf dieser Basis darüber entscheiden, ob ein Angebot angenommen werden soll bzw. darüber wie weiter für Verbesserungen gekämpft werden soll)
  • Die Situation im Gesundheits- und Sozialbereich wird immer prekärer. Arbeitsverdichtung, Personalmangel, Burn-out, … nehmen immer rascher zu. Wir brauchen einen Abschluss, der unsere Lebens- und Arbeitsbedingungen real verbessert. Es gilt daher ganz klar: Warten bringt nix! Jetzt gemeinsam Verbesserungen erkämpfen!

 

​Nächstes Treffen von "sozial aber nicht blöd":

Mo, 4.12. | 18:00 | Club International | Payergasse 14

Wenn es bis dahin einen SWÖ-KV-Abschluss gibt, werden wir uns genau mit dessen Ergebnis beschäftigten. Im Falle keines Abschlusses, wollen wir uns gemeinsam überlegen, wie wir weiter Druck von unten machen können. Schau auf jeden Fall vorbei!
 

Bilder: Betriebsrat "Bildung im Mittelpunkt" (BiM)