Hausnummern und Schulpflicht?

Helga Schröder

Schon wieder wird ein verklärtes Bild von der „guten alten Zeit“ beschworen und mit falscher, romantisierender Darstellung der österreichischen Monarchie verbunden. Nach Prinz Eugen und Franz Josef ist heuer Maria Theresias 300. Geburtstag dran. Im Mittelpunkt steht wie immer das Privatleben der Herrscherin, während Armut und Elend der von ihr Beherrschten außen vor gelassen werden. Von einer „großen Reformerin“ ist die Rede und von einer „starken Frau“. Doch gerade Frauen gehörten zu den am ärgsten von der katholischen Fundamentalistin Verfolgten. Die radikale Abtreibungsgegnerin schuf 1768 die „Constitutio Criminalis Theresiana“ mit umfangreichen Foltermethoden und Todesstrafen. Für Abtreibung hat sie darin vorgesehen: „…§. 16. ... solle auf die gewöhnliche Richtstatt geführet, ihr beyde Brüste mit glüenden Zangen herausgerissen, und sie folgends mit dem Schwerd vom Leben zum Tod hingerichtet werden.“ Auch Massenvertreibung gehörte zum politischen Programm Maria Theresias. Sie verfolgte besonders ProtestantInnen und 1744 ließ sie 20.000 JüdInnen aus Prag vertreiben. Die überwiegend positive Bezugnahme auf Maria Theresia zeigt, dass man auch heute noch kein kritisches Wort über die Herrschenden verlieren möchte...

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25.03.2020

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