Genosse Horst Steinert, Antifaschist und Kommunist, ist im Alter von 83 Jahren in Berlin gestorben

“Ich hab’ bis zum Schluß gekämpft!”

“Sagt Allen, ich hab’ bis zum letzten Tag gekämpft”, war die Botschaft von Horst Steinert an die Konferenz der SAV, der deutschen Schwesterorganisation der SLP. Horst war 73 Jahre lang aktiver Kämpfer in der revolutionären ArbeiterInnenbewegung. Er war die Verkörperung des antifaschistischen, kommunistischen Arbeiters, der sein ganzes Leben in den Dienst des Kampfes gegen Unterdrückung und Ungleichheit gestellt hat.
Horst trat 1927 im Alter von zehn der Kommunistischen Jugend bei. Am 1. Mai 1929 war er unter den Verletzten, als die SPD auf demonstrierende ArbeiterInnen schießen ließ. Horst war antifaschistischer Widerstandskämpfer, leistete "Maulwurf"-Arbeit in der Hitler-Jugend, baute dort eine Gruppe von 400 JungkommunistInnen auf. Er war dreieinhalb Jahre im Gefängnis - wieder draußen fälschte er Ausweise, mit denen 2.000 Juden dem Konzentrationslager entkommen konnten.
Nach der Niederlage des Hitler-Faschismus hoffte er, in der DDR würde nun das Zeitalter des Sozialismus anbrechen. Er erkannte aber bald, dass der DDR-Stalinismus nicht das war, wofür er gekämpft hatte. Horst nahm am 17. Juni 1953 am ArbeiterInnenaufstand in Ostberlin teil und trat kurze Zeit später aus der SED aus.
Die SAV hat Horst Anfang der 90er Jahre kennengelernt, als sich in Ostdeutschland nach der kapitalistischen Vereinigung die Nazis wieder breit machten. Mit seinen damals 75 Jahren wurde er eines der aktivsten Mitglieder von Jugend gegen Rassismus in Europa (JRE). Die Jugend zu erreichen und gegen den Faschismus zu mobilisieren, war in seinen letzten Lebensjahren der Mittelpunkt seiner politischen Aktivität. Horst war bei jeder Demonstration, JRE-Versammlung, bei jedem Info-Stand dabei und trieb uns immer wieder zur Aktivität an. 1994 wurde er Mitglied der SAV und fand in unserer Partei bis zu seinem Tod eine neue politische Heimat.
Horst hat im wahrsten Sinne des Wortes bis zu seinem Tod gekämpft. Noch vor drei Wochen besuchte er die Schulklasse eines SAV-Mitglieds, das von rechten Jugendlichen in seiner Schule bedroht wird und gestaltete eine Unterrichtsstunde über die Erfahrungen des Hitler-Faschismus. Er nahm am 7. Oktober an der Demonstration gegen die NPD-Bundeszentrale teil und hielt vom SAV-Lautsprecherwagen seine letzte Rede.
Wir waren und sind besonders stolz, dass Horst zu unserer Internationale gehörte. Er hat uns Mut gemacht, angetrieben, zum Lachen gebracht. Er hat uns vorgelebt, was es heißt, Antifaschist, Kommunist, Revolutionär zu sein. Uns bleibt, sein Vermächtnis anzunehmen und den Kampf für eine sozialistische Zukunft mit noch größerer Energie und Entschlossenheit weiter zu führen.

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