Gegen den Burschenbundball in Linz

2.000 zeigen den Burschis: "Für euch ist kein Platz in Linz (und anderswo)!"

Am 10.1.2015 eröffneten in Linz, im Palais des Kaufmännischen Vereins, deutschnationale Burschenschaften die Ballsaison mit ihrem alljährlichen Burschenbundball. Diesem rechtsextremen Vernetzungstreffen stellten sich in etwa 2.000 AntifaschistInnen entgegen. Organisiert wurde die Demonstration vom Bündnis "Linz gegen Rechts", an dem sich auch die SLP beteiligt.
Die SLP, die mit knapp 25 AktivistInnen aus Linz, Wels, Gmunden, Salzburg und Wien vertreten war, bildete einen jungen, kämpferischen Block. Wir hatten mehr auf Lager als nur Parolen á la "Nazis raus!", sondern setzten viel mehr darauf, die breite Bevölkerung anzusprechen. AktivistInnen gingen auf PassantInnen zu und versuchten, diese über die Geschehnisse aufzuklären. Erfolgreich, weil sich einige solidarisierten und der Demonstration anschlossen. Anstatt nur mit moralischen Argumenten zu punkten, die sich darauf beschränken dass Rassismus böse und menschenunwürdig ist, versuchten wir durch Parolen und Redebeiträge ihre Politik für Reiche in den Fokus zu stellen und somit die Menschen zu erreichen, die sehr konkret von dieser Politik betroffen sind.
Gegen 17:30 trafen die etwa 2.000 AntifaschistInnen am Linzer Bahnhof ein. Die SLP war Teil des internationalen Blocks. Kurz nach 18 Uhr setzte sich die Demonstration nach einigen Redebeiträgen, die wir nutzen um Zeitungen zu verkaufen und Flyer zu verteilen, in Bewegung. Die Demonstration, die über die Südtirolerstraße, die Landstraße und schließlich bis zum Hessenplatz verlief, war friedlich und setzte ein deutliches Zeichen gegen die rechte Hetzte und den Rassismus der FPÖ und der Burschenschaften. Eine kurze Pause wurde vor dem Palais eingelegt und lautstark mit Parolen "begrüßt", die zeigten was wir davon halten, dass Burschenschafter hier tanzen dürfen. Gegen 19:30 erreichten der Demonstrationszug den Hessenplatz und somit die Abschlusskundgebung.
Im Anschluss kam es noch zu einigen Blockadeaktionen. Dabei muss leider kritisiert werden, dass diese eher unkoordiniert und chaotisch verliefen, was mit großer Wahrscheinlichkeit auch daran lag, dass viele der DemoteilnehmerInnen bis zur Abschlusskundgebung nicht wussten dass es zu Blockadeaktionen kommen sollte. Als unorganierteR DemoteilnehmerIn war es kaum möglich, an diese Informationen zu kommen. Demokratisch vorbereitete Blokaden, die die Gewerkschaften und die lokale Bevölkerung mit einbezogen hätten, wären weit effektiver gewesen. Gegen 22 Uhr lösten sich sämtliche Blockadepunkte langsam auf. Trotz all den Schwierigkeiten und des anfänglichen Chaos gelang es, den ein oder anderen Burschenschafter daran zu hindern, den Ball zu besuchen. Viele der Burschenschafter konnten nur mit Hilfe der Polizei und zig Umleitungen zum Palais gelangen.
Schlussendlich können wir klar sagen, dass die Demonstration, die in Linz zum ersten Mal in dieser Form stattfand, ein Erfolg war!

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