Bildungssystem als Herrschaftsinstrument

Phillip Chmel

Beinahe jede Woche werden neue Scheußlichkeiten der schwarz-blauen Regierung bekannt, so auch im Bildungsbereich. Die Kürzungen und Einsparungen hier haben eines gemeinsam: sie dienen allesamt einer Elitenbildung und einer Schlechterstellung von nicht-österreichischen Kindern. Dabei beginnt die Umverteilung von arm zu reich schon in der Volksschule.

Die frühe Teilung der Kinder in Neue Mittelschule (NMS) und AHS trennt schon lange nach sozialem Status. Das wird nun durch die geplanten Aufnahmehürden für die AHS noch verschärft. Finanziell schwächere Familien werden damit massiv benachteiligt, denn diese können sich oft keine teure Nachhilfe leisten, damit ihre Kinder diese Tests bestehen. Zusätzlich soll die AHS, nicht aber die NMS, mit mehr Geld ausgestattet werden, zweitere verliert sogar, obwohl hier mehr Betreuung nötig wäre.

Im Januar kündigte Bildungsminister Faßmann noch die Verlängerung des Integrationstopfes an, 2017 standen dafür 80 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Förderung soll nun komplett gestrichen werden. Stattdessen sollen nicht-österreichische Kinder in Deutschklassen separat unterrichtet werden (Mittel dafür: 40 Millionen). Das bedeutet, dass integrierende Maßnahmen gestoppt und durch separierende ersetzt werden und weniger Geld dafür da ist.

Die Trennung von österreichischen und nicht-österreichischen Kindern wird das Gegenteil von Integration bringen, denn die Maßnahme grenzt aus und stigmatisiert. Durch solche Methoden wird Rassismus (re)produziert und verstärkt.

Die Betroffenen - SchülerInnen, Lehrende, Eltern - werden nicht gefragt, es wird über ihre Köpfe hinweg entschieden. Gegen diese Pläne ist Widerstand nötig, denn sie bringen eine Verschlechterung für die große Mehrheit der Bevölkerung. Im Februar fand deswegen bereits eine Bildungskonferenz zur Vernetzung der Betroffenen statt. Dort diskutierten SchülerInnen, Lehrende und Eltern darüber, wie sie sich wehren können und was sinnvollere Maßnahmen wären. Die Gruppe hat beschlossen, am 9. Juni eine gemeinsame Demonstration zu veranstalten. Gemeinsame Schulstreiks von SchülerInnen und Lehrenden sind eine weitere Möglichkeit, um sich Gehör zu verschaffen. Das haben die erfolgreichen Schul-Streiks in den USA vor kurzem bewiesen.

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