Bildung und Lehre für alle!

Kajal Valad

Rund 1.000 Geflüchtete machen in Österreich aktuell eine Lehre und das vor allem in sogenannten Mangelberufen. Mit dem jüngsten Beschluss der schwarz-blauen Regierung ist dies nicht mehr möglich.
Einerseits dürfen Geflüchtete in Österreich nun keine Lehre mehr anfangen und andererseits wird eine große Zahl jener, die mitten in ihrer Lehre sind, abgeschoben.
Um jeden Preis will die Regierung das Bild vom faulen Geflüchteten, der dem Staat nur auf der Tasche liegt, aufrechterhalten. Es wird jede Möglichkeit, dass Geflüchtete sich integrieren und Teil der Gesellschaft werden, niedergeschlagen. So soll Solidarität verhindert werden.
Doch wer Menschen das Recht auf Bildung, Lehre und Arbeit verwehrt, treibt diese in Perspektivlosigkeit und manche auch in die Kriminalität! Das passt der Regierung wiederum gut in ihre Politik.

Vor allem in „Mangelberufen“ ist es kein Wunder, dass es so viele offene Lehrstellen gibt. In der Gastronomie z.B. leiden die Beschäftigten bezüglich Arbeitszeiten und Entlohnung unter schlechten Arbeitsbedingungen. Der plötzliche Humanismus mancher Unternehmen hat wohl auch damit zu tun, dass unter den jetzigen Bedingungen Arbeitskräfte mit unsicherem Aufenthaltsstatus benützt werden, um Lohndumping zu betreiben und Standards zu senken.

Es braucht also genügend Lehrstellen für alle, Lehrstellen mit guter Ausbildung und Bezahlung und den Zugang zur Lehre für alle, die hier leben. Um alle Lehrlinge – egal woher sie kommen – vor miesen Jobs zu schützen, muss auch die Erpressbarkeit von AsylwerberInnen abgeschafft werden durch ein Bleiberecht.

Solche Verbesserungen sind möglich: Indem man Druck auf den Staat aufbaut, sich solidarisiert in Kämpfen mit Betroffenen und mit starken Forderungen. So wurde auch das Recht auf Lehre für AsylbewerberInnen als Resultat der Flüchtlingsbewegung rund um die Besetzung der Votivkirche 2012/13, von den Betroffenen selbst mit Unterstützung von solidarischen „ÖsterreicherInnen“ erkämpft.
Auch wir als SLP haben dabei eine wichtige Rolle gespielt, haben u.a. dafür gesorgt, dass GewerkschafterInnen und AktivistInnen an einen Tisch kamen und letztlich das Recht auf Lehre erkämpft wurde!

Erscheint in Zeitungsausgabe: 

Der Wahnsinn des Kapitalismus

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23.5.2018

Der Wahnsinn des Kapitalismus: Wir arbeiten grad am nächsten Vorwärts, im Schwerpunkt geht es um Imperialismus und die wachsende Kriegsgefahr. Dazu passend verschickt die schwedische Regierung an...mehr