Betriebsversammlungen am Flughafen Wien: Kurs auf Streik nehmen!

Am vergangenen Mittwoch versammelten sich Beschäftigte verschiedenster Airlines, um über den Kampf für einen gemeinsamen Branchen-KV zu beraten. Die SLP war selbstverständlich vor Ort und unterstützt die Kampfmaßnahmen!

Von Mitgliedern der Betriebsratskörperschaften bis zu (noch) nicht gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten freuten sich alle über die Solidarität. Kolleg*innen fragten extra nach den Flugblättern und bemühten sich sogar, unsere Flugblätter nachzukopieren, da uns diese schnell ausgingen.

Eine Kollegin und Betriebsrätin meinte:
"Es kann nur besser werden, deswegen ist es wichtig, solche Kämpfe zu führen!" und: "Besonders Kolleg*innen der Billigfluglinien sind bereit, mitzumachen!"

Das ist ein besonders wichtiger Punkt, denn die Bosse versuchen, mittels der Billigfluglinien die Bedingungen für alle Beschäftigten zu verschlechtern. Nur ein gemeinsamer Kampf hilft dagegen! Deswegen ist es besonders wichtig, dass es kein Ergebnis von Verhandlungen ohne Urabstimmung aller Betroffenen gibt!

Gerade vor dem Hintergrund der andauernden Offensive der Reichen, flankiert von der letzten und der kommenden Regierung, kann der Arbeitskampf am Flughafen ein wichtiges Zeichen für Widerstand und Solidarität sein!

 

Hier der Text des Flugblatts, das wir an die Beschäftigten verteilen:

 

Kurs auf Streik!

Volle Solidarität mit dem Bordpersonal!

 

Einen Branchen-KV können wir nur durch gemeinsame und konsequente Kampfmaßnahmen erreichen!

Die heutige Betriebsversammlung ist ein längst notwendiger Schritt: schon seit Jahren verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen aufgrund des Profitwahns der Flugindustrie. Billig-Airlines ohne Kollektivvertrag haben die Situation verschärft – doch diese sind meist selbst Töchter von großen „seriösen“ Fluggesellschaften. Auch wenn sie untereinander konkurrieren, haben die Bosse also eine gemeinsame Agenda: Gehälter, Arbeitszeiten und generelle Arbeitsbedingungen der Beschäftigten so weit wie möglich zu verschlechtern, um die eigenen Profite zu maximieren. Das ist auch der Grund, warum sie die dritte Piste wollen – nicht um Arbeitsplätze zu schaffen oder abzusichern, sondern um diese Entwicklungen noch massiv zu verschärfen.

Her mit dem Branchen-KV!

Die Forderung nach einem Branchen-KV ist deswegen völlig richtig: nur durch gleiche Bedingungen für alle Beschäftigten kann dieser Teufelskreis der Konkurrenz gestoppt werden. Deswegen ist es auch wichtig, möglichst alle einzubinden: Egal welche Fluglinie, ob Bord oder Boden – Dies ist ein gemeinsamer Kampf des gesamten Personals im Interesse von allen Betroffenen.

Von der Betriebsversammlung...
zum gemeinsamen Streik!

Gerade deshalb kann heute nur ein erster Schritt sein. Die Situation ist zu ernst, um es bei einer Betriebsversammlung zu belassen, bei der nur Dampf abgelassen werden soll. Um echte Verbesserungen zu erreichen, braucht es weitergehende Kampfmaßnahmen. Dass dieser Weg erfolgreich ist, haben in den letzten Jahren Kollegen und Kolleginnen in Deutschland und Frankreich gezeigt.

Wir halten es für eine falsche Taktik, wenn die Gewerkschaft in ihrer Öffentlichkeitsarbeit betont, dass man versuchen würde, Betriebsstörungen auf ein Minimum zu reduzieren. Genau der Ausfall von Flügen zeigt doch die Stärke der Beschäftigten. Ohne euch geht nichts. Dafür sollte man sich nicht entschuldigen. Es zeigt die Wichtigkeit der Arbeit, die geleistet wird – und die Notwendigkeit von anständigen Arbeitsbedingungen, Gehältern und Arbeitszeiten.

Je mehr wir sind, desto stärker sind wir. Das klingt einfach, ist aber von großer Bedeutung. Es ist gut, dass heute schon Personal von verschiedenen Fluglinien zusammenkommt. Besonders in diesem international vernetzten Sektor ist die Solidarität zwischen Beschäftigten verschiedener Unternehmen im Kampf um Verbesserungen notwendig. Stellen wir uns vor, was möglich wäre, wenn der ganze Flughafen auch nur einen Tag still steht! Bei den Aussichten auf solche Verluste von Profiten würden die Unternehmensführungen am Verhandlungstisch wohl um einiges gesprächsbereiter sein.

Fluggäste einbinden!

Gerade im Flugverkehr gehen Einsparungen beim Personal zu Lasten von Sicherheit und Service. Das ist ein Grund für Fluggäste, sich mit den Streiks solidarisch zu zeigen. Es ist wichtig, sie über den Grund des Ausfalls ihres Fluges zu informieren und zu überzeugen, dass die Kampfmaßnahmen nicht gegen sie, sondern eigentlich in ihrem Interesse durchgeführt werden. Nur so können wir verhindern, dass Management und Presse sie für die Zwecke der Unternehmensführung instrumentalisieren.

Kein Abschluss ohne Urabstimmung!

Zu oft haben wir in den letzten Jahren in anderen Bereichen und Sektoren erlebt, dass Betriebsversammlungen einberufen und kämpferische Reden geschwungen wurden, letztlich aber der Kampf auf halbem Weg abgeblasen oder nur halbherzig geführt wurde. Faule Kompromisse können wir uns nicht mehr leisten. Über jedes Ergebnis weiterer Verhandlungen muss deshalb eine Urabstimmung entscheiden – nicht nur bei einer Fluglinie, sondern bei allen Betroffenen!

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