Betriebsrats“realitäten“? Ein Buchtipp

Bertl Hill

Die GPA gibt eine Studie in Auftrag, um das Standing von Gewerkschaften und BetriebsrätInnen unter ArbeitnehmerInnen in Betrieben zu erforschen, sehr beachtlich. Noch beachtlicher ist, dass die AutorInnen auch Schlüsse ziehen, wie die Situation zu verbessern ist.

Die drei AutorInnen haben herausgearbeitet, dass während des Austrokorporatismus (Sozialpartnerschaft) Gewerkschaften zentrale Aufgaben im Staat erfüllt haben, und auch heute noch als Teil des Staates gesehen werden. Teil des Staates, der die Interessen von Lohnabhängigen und Arbeitslosen sehr wenig erfüllt.

Ein Ergebnis ist, dass man BetriebsrätInnen nicht nur als Betriebskaiser, sondern auch als Interessensvertretung vor Ort wahrnimmt. Und dass Kämpfe nur gemeinsam mit Gewerkschaften geführt werden können, da sie vernetzt werden müssen. Sie erklären, das könne nur mit demokratisch organisierten und handelnden Gewerkschaften funktionieren. Die Gewerkschaften sind heute schließlich außer reinen Serviceleistern auch nur ein Teil der Bürokratie, der „Herrschaft des Büros“ im Staat.

Ob die Gewerkschaftsführung diese Lehren freiwillig umsetzen wird ist allerdings fraglich.

  • ÖGB-Verlag, Becksteiner, Steinklammer, Reiter, ISBN 978-3-7035-1438-8
Erscheint in Zeitungsausgabe: 

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