BauMax Jobs verteidigen, Widerstand organisieren!

1100 Beschäftigte von Entlassung bei BauMax bedroht
Stefan Reifberger

Ende Oktober soll die Österreichische Baumarktkette Baumax an das Grazer Unternehmen Supernova verkauft werden. Der neue Eigentümer hat vor die übernommenen Märkte an den Deutschen BauMax-Konkurrenten Obi weiterzuvermieten. Über 3.674 Beschäftigte, darunter 275 Lehrlinge, sind davon betroffen – 1100 sollen gekündigt werden. Was mit den restlichen Beschäftigten geschieht ist unklar. Änderungskündigungen mit noch mieseren Verträgen sind nicht ausgeschlossen. Der neue Besitzer wird versuchen, die Beschäftigten zu erpressen weil er genau weiss, wie dringend viele den Job brauchen. Die Gewerkschaft GPA-djp fordert einen Sozialplan für Umschulungen. Doch in Zeiten von 10% Arbeitslosigkeit reicht das nicht, um Arbeitslosigkeit und Lohnverlust von den Betroffenen abzuwehren. Die BauMax Beschäftigten sind nicht verantwortlich für die Firmenpleite. Sie haben nicht "zu viel" verdient, sie haben nicht schlecht gemanaged und sie sind auch nicht an der allgemeinen Wirtschaftskrise schuld.

Die Familie Essl, der die BauMaxkette gehört hat ein Privatvermögen von 100 Mio. Euro und ist im Besitz einer großen Kunstsammlung. Ein Teil dieser Sammlung ist letztes Jahr um 100. Mio. Euro an den Großindustriellen Hans Peter Haselsteiner verkauft worden. An Geld mangelt es also nicht. Kein Mitglied der Essl-Familie wird durch die Pleite arbeitslos oder arm. Doch die Beschäftigten müssen um ihre Zukunft zittern. Dass die Familie Essl offensichtlich kein Interesse an den Rechten und Bedürfnissen der Beschäftigten hat zeigt sich auch daran, dass in der Vergangenheit gegen Betriebsräte bei BauMax vorgegangen wurde. Durch die Firmenübernahme wird die Situation der verbliebenen Beschäftigten sicher nicht besser sondern prekärer.

Die Gewerkschaft ist daher aufgerufen, einen wirklichen Verteidigungskampf zu führen. Doch wenn sie zu zögerlich auftritt dann können und müssen sich die Beschäftigten selbst organisieren. Trefft euch ausserhalb der Firma um eine Strategie zu besprechen. Wenn alle Beschäftigten zusammen stehen, dann kann für alle mehr herausgeholt werden, dann können Erpressungen und auch Kündigungen erschwert, vielleicht sogar verhindert werden. 

Nachtrag:

Die SLP hat am 2. August eine Aktion vor der BauMax Filiale in Wien 20 gemacht die um 18.30 schließen sollte. Als wir knapp vor 18.00 kamen war die Filale "aus technischen Gründen" ab 17.45 geschlossen. Zufall? Eine Gruppe von gut gekleideten Leuten beobachtete unsere Aktion die ganze Zeit (trotz Regen) skeptisch. Und die Beschäftigten gingen alle durch einen Hinterausgang. Kann alles Zufall sein - oder eben nicht. Schon früher ist BauMax für seine arbeiterInnenfeindliche Politik aufgefallen.

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