Uni: ArbeiterInnenkinder unerwünscht

Nicolas Prettner

Der Klassenkampf von oben wird von der schwarz-blauen Regierung auch im Bildungsbereich geführt. Mit dem nächsten Wintersemester werden an Universitäten weitere Zugangsbeschränkungen für gewisse Studienrichtungen eingeführt. Schon Anfang des Jahres wurde beschlossen, dass berufstätige Studierende nicht mehr von Studiengebühren befreit sind, wenn sie die Toleranzsemester aufgebraucht haben.

 

All diese Maßnahmen treffen vor allem Studierende aus der ArbeiterInnenklasse. So müssen jetzt schon doppelt so viele Studierende neben aus ArbeiterInnen-Familien neben dem Studium arbeiten, als Studierende aus AkademikerInnen-Haushalten. Viele sind dazu gezwungen, neben dem Studium zu arbeiten, um sich finanziell über Wasser zu halten. Zu dieser sowieso schon doppelten Belastung kommen jetzt noch Studiengebühren dazu. Ärmere Studierende sind dadurch bedroht das Studium abbrechen zu müssen, wenn die Gebühren nicht leistbar sind. Zugangsbeschränkungen bedeuten noch einmal zusätzliche Hürden für Studierende aus ärmeren Verhältnissen. Denn ihnen fehlt oft das Geld und die Zeit für teure Vorbereitungskurse, um die Aufnahmetests zu schaffen.

 

Die Regierung will Universitäten noch elitärer gestalten, als sie ohnehin schon sind. Während bei uns der Rotstift angesetzt wird, werden elitäre, deutschnationale Burschenschaften mit Förderungen überhäuft. Allein in diesem Jahr 40.000€ aus der Bundesjugendförderung. Während viele von uns dazu gezwungen sind neben dem Studium zu arbeiten, zahlt ihnen der reiche Vater das Studium. Und wie setzt sich die ÖH, die Interessenvertretung der Studierenden, gegen diese Verschlechterungen zur Wehr? Gar nicht. Stattdessen redet Johanna Zechmeister vom ÖH-Vorsitz von der „guten Zusammenarbeit“ mit der Regierung in einem Interview mit der „Presse“ und bezeichnet Minister Faßmann als „sehr konstruktiv“ (Die Presse, 21.9.2018).

 

Was notwendig ist, um diese Angriffe der Regierung zurückzuschlagen, ist die Selbstorganisation von Studierenden und ein gemeinsamer Kampf für Universitäten für alle. Damit solch ein Kampf erfolgreich ist, muss er mit anderen Bewegungen gegen die Regierung vernetzt werden. Nur ArbeiterInnen und Studierende gemeinsam können die Angriffe der Regierung abwehren.

Mehr zum Thema: 
Erscheint in Zeitungsausgabe: 

Der Wahnsinn des Kapitalismus

Auch auf Facebook!

23.5.2018

Der Wahnsinn des Kapitalismus: Wir arbeiten grad am nächsten Vorwärts, im Schwerpunkt geht es um Imperialismus und die wachsende Kriegsgefahr. Dazu passend verschickt die schwedische Regierung an...mehr