Sozialbereich: Kein Abschluss ohne uns!

Forderungen der Basisinitiative Sozial aber nicht blöd für die SWÖ-Verhandlungen

Heute findet die nächste Runde in den Verhandlungen im SWÖ-KV zwischen den Gewerkschaften GPA-djp und Vida und den ArbeitgeberInnen statt. Durch unsere Warnstreiks letzte Woche haben wir klargemacht, dass wir bereit sind für einen ordentlichen Abschluss zu kämpfen. Wir wollen uns nicht wieder mit einem miesen Kompromiss abspeisen lassen, sondern brauchen dieses mal spürbare Verbesserungen.

 

Wir von Sozial aber nicht blöd wollen:

  • Kein Abschluss unter 3%: Der Durchschnitt im SWÖ liegt deutlich unter dem österreichischen Durchschnittsgehalt. Gerade KollegInnen die kaum Nacht- und Wochenenddienste machen können, brauchen dringend eine ordentliche Erhöhung des Grundgehaltes. Deshalb fordern wir auch einen Abschluss über dem der MetallerInnen

  • Kein Abschluss ohne Aufwertung und mindestens 150 € mehr für alle in der Pflege: Durch die GuKG Novelle sollen Standards nach unten gesetzt und noch mehr Menschen in den Niedriglohnjobs (Pflegeassistenz) gedrückt werden. Deshalb fordern wir eine deutliche Anhebung aller Gehälter in der Pflege um mindestens 150 € um einen Schritt aus der Armutsfalle Heimhilfe (Pflegeassistenz) zu machen.

  • Kein Abschluss ohne 35-Stundenwoche bei vollem Lohn und Personalausgleich: Viel zu viele Personen im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich arbeiten sich Krank oder ins Burn Out oder werden durch Teilzeitjobs in die Armutsfalle gedrängt. Deshalb brauchen wir unbedingt eine Einigung über die Einführung der 35-Stundenwoche bei vollem Lohn und Personalausgleich. Ob einer Einigung oder einem Fahrplan zugestimmt werden soll, müssen wir als Beschäftigte demokratisch diskutieren und entscheiden.

  • Kein Abschluss ohne Urabstimmung: In den letzten Wochen haben viele KollegInnen enorm viel geleistet um den Streik möglich zu machen. Haben in ihren Betrieben mobilisiert, PatientInnen und KlientInnen informiert und Aktionen organisiert. Zehntausende haben sich österreichweit beteiligt. Deshalb wollen auch wir selber darüber diskutieren und entscheiden ob wir mit einem Verhandlungsergebnis zufrieden sind, ob wir zustimmen oder weiterkämpfen wollen.

 

Uns ist klar: Die Warnstreiks alleine werden dafür nicht reichen. Für die Umsetzung der so dringend notwendigen Verbesserungen müssen wir unsere Bewegung ausweiten und vertiefen. Dafür wird es nicht nur notwendig sein, dass die Gewerkschaft einen Gang zulegt und sich KollegInnen im SWÖ-Kollektivvertrag österreichweit noch besser rund um ihre Streikkomitees organisieren., wir brauchen auch eine Ausweitung der Bewegung. Vor allem die an den SWÖ angelehnte Bereiche (Caritas, Diakonie usw.) müssen sich an einem gemeinsamen Kampf beteiligen. Aber es ist auch Aufgabe des gesamten ÖGB und aller Fachgewerkschaften die Streiks im SWÖ-KV aktiv zu unterstützen.

Denn alle ArbeitnehmerInnen profitieren von guten Arbeitsbedingungen im privaten Gesundheits- und Sozialbereich.