Rote Seitenblicke: Die eigenartigen Rettungsversuche der Schwedenbombe

Franz Neuhold

Liebe facebook-groups!

Als die Medien von der Insolvenzgefahr der Firma Niemetz berichteten, tratet ihr in Aktion. Eure Schwedenbomben-Rettungsversuche sind: süß. Mehr nicht. Was ist der Fokus? Wer muss gerettet werden? Die EigentümerInnen Niemetz & Batchelor sind und bleiben stinkreich. Die schlecht bezahlten Beschäftigten (v.a. Frauen) müssen bluten.

2012 wurde monatelang die Auszahlung der Löhne verweigert. Niemetz ist eine GmbH – daher kann das Vermögen der EigentümerInnen nicht für die Lohnzahlungen herangezogen werden. Mittlerweile ist bekannt, dass das Unternehmen schon mehrfach vertragsbrüchig wurde. DAS sind Skandale, die einen „shitstorm“ erfordern.

Die Geschäftsführung zeigt neben gewerkschaftsfeindlichem Verhalten generell Anzeichen von Unfähigkeit. Seit Jahren müsste der Maschinenpark modernisiert werden. Und nun überfordert ihr dieses Top-Management mit „viralem Marketing“ (Ausnutzung sozialer Netzwerke für Werbung).

Ein Hebel nützt nichts, wenn er falsch angesetzt wird! Wenn online-Aktivismus, dann sollten wir in Solidarität mit den Beschäftigten Antworten auf folgende Fragen einfordern: Wie viele Euro haben die EigentümerInnen die letzten Jahre über entnommen? Legt die Bücher offen! Warum bekommen die Beschäftigten das ihnen zustehende Geld nicht sofort inklusive Zinsen aus diesem Vermögen?

Ganz im Ernst: Am liebsten würde ich diese schaumgefüllten Leckerlis kistenweise kaufen, wenn die Produktion unter Kontrolle der Beschäftigten laufen sollte. Mit und ohne Kokosraspeln.

Erscheint in Zeitungsausgabe: 

Nachrichten aus dem Quarantäne-Kapitalismus

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