Preis, Lohn und Inflation

Die Inflationskoppelung ist nicht ungewöhnlich, es gibt sie bei Mieten, warum also nicht bei Löhnen?
Peter Hauer

Eine sozialistische Antwort auf die Inflation? Schon Trotzki hat 1938 im Übergangsprogramm von der “gleitenden Skala der Löhne” geschrieben, sprich die Löhne steigen automatisch mit der Inflation. Das ist eine Verteidigungstaktik, um die Beschäftigten vor Lohnverlusten zu schützen (1998-2016 gab es z.B. bei Arbeiter*innen einen Reallohnverlust von 13%). Die Koppelung an die Inflation erhält nur die aktuelle Ausbeutung, weil sich das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit nicht verändert, das sollte eigentlich die Untergrenze sein, um Reallohnverluste zu verhindern. Wenn die Gewerkschaft mit der „Benya-Formel“ argumentiert (Lohnerhöhung = Inflation + Produktivitätssteigerung) dann will sie nur den Status quo beibehalten.

Eine Inflationskoppelung ist nicht ungewöhnlich, es gibt sie z.B. bei Mieten. Pünktlich zum 1. April werden viele Mieten „indexiert“, also an die Inflation angepasst. „Wertsicherung“ nennt sich das. Bei Löhnen aber argumentieren die Kapitalist*innen, dass eine solche Koppelung zu erhöhten Preisen führt. Bürgerliche Ökonom*innen warnen dann vor einer „Lohn-Preis-Spirale“. Sie ignorieren dabei u.a., dass es verschiedene Wirtschaftssektoren gibt und Kapitalist*innen sich selbst einen Gewinn „gönnen“, den sie auf Kosten der Beschäftigten abzweigen. Doch es wird Zeit, dass wir unseren Anteil erhalten und für echte Verbesserungen kämpfen!

 

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