Leo Trotzki anläßlich seines 60. Todestags im Porträt

Ein Leben im Kampf für den Sozialismus
Von Barbara Fröschl, David Mum & Ali Kropf

Vor 60 Jahren am 20. August wurde der Revolutionär Leo Trotzki von einem Agenten Stalins mit einem Eispickel heimtückisch erschlagen. Im Gegensatz zu vielen anderen erzeugt der 60. Todestag Trotzkis weder einen großen Medienrummel, noch gibt es ein besonderes Interesse der etablierten, also bürgerlichen Geschichts- bzw. Politikwissenschaft dafür. Dabei war Leo Trotzki eine Persönlichkeit, die die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts geprägt und mitgestaltet hat.
Sei es als Mitanführer der Russischen Revolutionen von 1905 und 1917, als Kommissar für Äußeres bei den Friedensverhandlungen mit Deutschland und Österreich-Ungarn während(!) des 1. Weltkrieges, als Organisator der Roten Armee in der Zeit des Bürgerkrieges, Vorkämpfer gemeinsam mit Lenin gegen die schleichende Bürokratisierung, Initiator der Linken Opposition und Begründer der IV. Internationale. Eben: Ein Leben im Kampf für den Sozialismus, gegen die Moskauer Bürokratie, Faschismus und Ausbeutung. Und darin liegt auch der tiefere Grund des jetzigen öffentlichen Schweigens über seinen 60sten Todestag. Weder das herrschende kapitalistische System, noch etwaige “Altstalinisten” haben ein Interesse, an das Leben und Werk Trotzkis zu erinnern.
Der erste Kontakt zur ArbeiterInnenbewegung
Leo Trotzki (eigentlich Lew Dawidowitsch Bronstein) wurde am 7. November 1879 in der heutigen Ukraine geboren. Russland, dem die Ukraine angehörte, war damals, abgesehen von einzelnen industrialisierten Zentren, von Großgrundbesitz und verarmten BäuerInnen geprägt. Mit 18 Jahren nahm Trotzki erstmals an einem Arbeitskreis teil, in dem die Probleme der sozialen Revolution diskutiert wurden. 1897 beteiligte er sich an der Gründung des “Südrussischen Arbeiterbunds”. Der wurde aber schon kurze Zeit nach der Gründung von der zaristischen Polizei zerschlagen. Trotzki wurde verhaftet und für vier Jahre nach Sibirien verbannt. Dort setzte er sich zum ersten Mal mittels der Zeitung der Sozialdemokratischen Partei Russlands (SDAPR) und der Lektüre des Buches “Was tun” mit Lenin und seinen Ideen auseinander. Seine Flucht aus der Verbannung brachte ihn 1902 über Umwege nach Paris, wo es schließlich zum ersten Aufeinandertreffen mit Lenin kam.

Menschewiki – Bolschewiki

1903, auf ihrem zweiten Kongress, an dem Trotzki als Delegierter teilnahm, begann der Spaltungsprozess der SDAPR in die Fraktionen der Bolschewiki (Mehrheitler) und der Menschewiki (Minderheitler). Im Zentrum der Auseinandersetzung stand die Frage über den Parteiaufbau. Die Bolschewiki meinten, dass eine revolutionäre Partei, die gezwungen war im Untergrund zu arbeiten, streng zentralistisch beschaffen sein müsse. Die Menschewiki hingegen vertraten die Auffassung, dass die Partei eine mehr oder weniger lockere Zusammenfassung aller Kräfte, die ihr Programm bejahen, sein solle. Schon bald wurde jedoch klar, dass hinter dieser Kontroverse um die Organisationsstruktur, Differenzen in der gesamten politischen Ausrichtung standen. Dieser “Fraktionskampf” vollzog sich in mehreren Wellen bis zur endgültigen Spaltung 1912. Trotzki schloss sich vorerst bis 1904 den Menschewiki an, mit dem Ziel einer möglichst baldigen Wiedervereinigung. Von da an nahm er, (wie er selbst einmal nannte) eine “versöhnlerische” Position zwischen beiden Fraktionen ein, ohne einer von beiden anzugehören. Erst nach der Februarrevolution 1917 in Russland, wandte er sich wieder einer Partei zu – diesesmal den Bolschewiki.

Die Permanente Revolution

Eine weitere wichtige Streitfrage innerhalb der SDAPR war die nach Art und Verlauf einer kommenden Revolution in Russland. Die Menschewiki setzten immer stärker auf eine vom Bürgertum geführte rein bürgerliche Revolution. Für einen Teil von ihnen wurde das liberale Bürgertum daher ein immer wichtigerer Bündnispartner auf dem Weg zur Revolution. Die Bolschewiki hingegen analysierten, dass das russische Bürgertum keine fortschrittliche Rolle mehr spiele und demokratische Ziele, wie Bodenreform, nationale Freiheit und demokratische Rechte nur von der ArbeiterInnenschaft im Bündnis mit der BäuerInnenschaft durchgesetzt werden könne. Daraus leitete Lenin seine Parole von der “demokratischen Diktatur des Proletariats und der Bauern” ab, wobei er sich nicht festlegte, wer hier die führende Rolle übernehmen solle. Trotzki stand in dieser Frage grundsätzlich auf Seiten der Bolschewiki, nur ging er in seiner Position noch weiter. In einem Bündnis zwischen Proletariat und BäuerInnen, müsse immer das Proletariat die führende Rolle übernehmen. Er begründete das in seinem Buch, “Permanente Revolution”, damit, dass die BäuerInnenschaft nicht wie das Proletariat eine einheitliche Klasse repräsentiere. Im BäuerInnentum wären sowohl Teile der Bourgeoisie zuzurechnen (wie z.B. Großgrundbesitzer und -bauern) und Teile eher dem Proletariat. Außerdem habe das Proletariat kollektive Erlebnisse (z.B. Zusammenarbeit in den Fabriken), was beim BäuerInnentum nicht der Fall war.
1905 kam es in Russland zu einem ersten revolutionären Ausbruch. Die ArbeiterInnenschaft forderte in Demonstrationen und Massenstreiks demokratische Freiheiten und soziale Rechte. Im Verlauf dieser Revolution bildete die ArbeiterInnenschaft Petrograds ein gegen die Regierung stehendes eigenens Organ, den Arbeiterrat zu dessen Vorsitzendem Trotzki gewählt wurde. Die Sowjets (Räte) waren geboren. Diese Revolution war gewissermaßen die Generalprobe für die Oktoberrevolution 1917. Aufgrund der Erfahrungen von 1905 analysierte Trotzki, dass es für halbfeudale Länder wie Russland unmöglich sei, sich auf kapitalistischer Grundlage weiter zu entwickeln. Neben anderen Gründen schon alleine deswegen, weil es nicht im Interesse der mächtigen imperialistischen Staaten liegen kann, neue Konkurrenz auf Weltebene für sie zuzulassen. (Eine Bestätigung dieser Analyse ist, dass sich die “Entwicklungsländer” dieser Welt seit Jahrzehnten nicht “entwickelt” haben).
Trotzki zog daraus den Schluss, dass in einem Land wie Russland, in dem dem Bürgertum nur eine geringe Rolle zukam bzw. es eng mit dem feudalen Großgrundbesitz verwoben war, die Revolution nicht bei den Aufgaben der bürgerlichen Revolution stehenbleiben könne, sondern in eine sozialistische Revolution übergehen müsse, in der schließlich der Kapitalismus gestürzt wird. Konzessionen, wie bessere Arbeitsbedingungen oder gewisse parlamentarische Einrichtungen, die das zaristische Regime 1905 in Russland unter dem Druck der ArbeiterInnenschaft gemacht hatte, wurden vom Regime zurückgenommen, sobald es nicht mehr in Gefahr war, gestürzt zu werden. Nach der Niederschlagung und dem Abebben der Revolution von 1905 folgten Jahre der tiefsten Reaktion und neuerlichen Verfolgung aller reformorientierten und revolutionären Kräfte. Trotzki wurde 1905 abermals verhaftet und diesesmal zu lebenslanger Verbannung nach Sibirien verurteilt. Ein drittes Mal hätte es nicht mehr gegeben, denn der Verurteilung zu lebenslanger Verbannung folgte die Todesstrafe. Trotzdem floh Trotzki abermals und er gelangte wieder nach Westeuropa unter anderem auch nach Wien, wo er bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges blieb.

Oktoberrevolution

Im Februar 1917 kam es im Russland zu Demonstrationen und Aufständen, einer Revolution, die die zaristische Herrschaft stürzte. Nach den Lehren der Revolution 1905 wurden im ganzen Land Sowjets gebildet. Trotzki, der sich nun den Bolschewiki angeschlossen hatte (er erkannte die Notwendigkeit einer starken einheitlichen Partei), wurde als Vorsitzender des Petersburger Sowjets nach 1905 wiedergewählt. Parallel dazu bildete sich eine bürgerliche Regierung mit Unterstützung der „Sozialrevolutionären Partei“ und Menschewiki. Diese Regierung war aber nicht in der Lage und Willens, den Forderungen der Massen zu entsprechen. Während die Menschen wegen dem Krieg bitterste Not erlitten, verkündete die Regierung die Kerenski-Offensive, benannt nach dem Verteidigungsminister und späterem Ministerpräsidenten und „Sozialrevolutionär“ Kerenski. Die knappe Antwort der Bolschewiki auf die Fragen und Forderungen des Volkes waren: “Brot, Land und Friede”.
Aufgrund der Ereignisse revidierte Lenin in den sogenannten Aprilthesen seine frühere Ansicht und kam ebenfalls zu der Schlußforderung, dass nur die ArbeiterInnenklasse gestützt auf das Bauerntum die Aufgaben der bürgerlichen und sozialistischen Revolution lösen könne, wobei Russland nur der Auftakt zur sozialistischen Revolution sein könne.
Im Oktober 1917 beschloss das Zentralkomitee der Bolschewiki die Durchführung eines Aufstands. Unter Führung der Bolschewiki mit Lenin und Trotzki an der Spitze eroberte die ArbeiterInnenklasse Russlands in der Oktoberrevolution 1917 die Macht. Das Land der Großgrundbesitzer wurde von der neuen Regierung den BäuerInnen gegeben und die Industrie in die Hände der ArbeiterInnen übertragen. Eine der ersten Taten der neuen Regierung war, unter der Leitung des Kommissars für Äußeres Trotzki in sofortige Friedensverhandlungen mit Deutschland und Österreich-Ungarn zu treten. Kurz darauf, nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs wurde Trotzki zum Kriegskommissar bestellt und legte mit dem Aufbau der Roten Armee den Grundstein für den militärischen Sieg gegen die Konterrevolution und 21 ausländischen Interventionstruppen auf dem Gebiet der jungen Sowjetunion.

Bürokratisierung

Nach dem Bürgerkrieg, vor dem Hintergrund der rückständigen russischen Wirtschaft und vor allem wegen des Ausbleibens weiterer erfolgreicher sozialistischer Revolutionen, war die Lage in Rußland katastrophal. Die Menschen waren von Kälte, Hunger und Seuchen betroffen – es herrschte kein Kommunismus der Reichtums, sondern der Armut. Diese Faktoren waren die Basis dafür, dass es einer kleinen Schicht von Beamten, FunktionärInnen und Parteimitgliedern gelingen konnte, sich gewisse Privilegien anzueignen. Ihnen ging es künftig immer weniger um die Bedürfnisse der Bevölkerung als um den Erhalt der eigenen Macht und Privilegien. Allmählich beginnt eine Zersetzung der Partei der Bolschewiki (KPdSU), die immer mehr um sich greift und KarrieristInnen in die Partei lockt.
Die von Bucharin Mitte der zwanziger Jahre entwickelte, und von Stalin auf dem 14. Parteikongress 1926 proklamierte These von der Möglichkeit des „Sozialismus in einem Lande“, bildete die ideologische Basis für die sich verfestigende Bürokratie. Auf Grundlage dieser sogenannten Theorie erklärte Stalin die bürokratischen Deformationen zu Bestandteilen des „Sozialismus“. Die Folge davon war ein System, das in den 30er Jahren in den Terror, den Massendeportationen und Hinrichtungen mündet, denen vor allem ein großer Teil der Mitglieder der KPdSU (unter ihnen die gesamte Führungsschicht der Bolschewiki von 1917) zum Opfer fällt.

Linke Opposition

Gemeinsam mit Lenin nahm Trotzki bereits sehr bald den Kampf gegen die vorerst noch schleichende “Bürokratisierung” der UdSSR auf. Nach dem Tod Lenins führte Trotzki diese Auseinandersetzung mit der Gründung der „Linken Opposition“ weiter. Dazu vereinigte sich 1926 die Linke Opposition mit einer Gruppe um Kamenjew und Sinowjew, um der Politik Stalins und Bucharins, die dem sozialistischem Internationalismus immer mehr widersprach, etwas entgegenzusetzen.
Die drei Hauptpunkte der Opposition waren: 1. Die Möglichkeit der Theorie des Sozialismus in einem Land wurde widerlegt. Die vereinigte Opposition machte klar, dass die internationale Ausweitung der Revolution für das Überleben des Sowjetstaates unabdingbar sei und forderte deshalb eine Orientierung am weltrevolutionären Ziel (anstatt einer Unterordnung der Interessen der internationalen Arbeiterschaft unter das Interesse der Schutzes der Sowjetunion). 2. Eine Wiederherstellung der alten Normen der Parteidemokratie (z.B. die Wiedereinführung des Fraktionsrechts) und eine Ausweitung der Arbeiterdemokratie wurde verlangt. 3. Im Gegensatz zur Fraktion Stalins und Bucharins, die eine Erhöhung der agrarischen Produktion durch eine Ausweitung der wirtschaftlichen Macht der Kulaken (Großbauern) forderte, verlangte die Opposition einen Wirtschaftsplan zur Beschleunigung der industriellen Wachstumsraten und eine schrittweise Zurückdrängung der Kulaken zugunsten der vom Staat zu fördernden Zusammenschlüsse armer Bauern.
Stalin und Bucharin setzten die ganze Macht ihres Apparats gegen die Opposition ein. Am 7. November 1927 wird die Vereinigte Opposition beim Versuch, sich mit ihren Ideen an die Massen zu wenden, von stalinistischen Schlägertrupps vertrieben. Kurz darauf wurden Trotzki und andere führende Köpfe der Linken Opposition aus dem Zentralkomitee der Partei und aus der Partei selbst ausgeschlossen, während Sinowjew und seine Anhänger ihre Ansichten widerriefen. Zwei Jahre später, ironischerweise zur gleichen Zeit als Bucharin für Stalin zum Hemmschuh und ebenfalls aus den Führungsgremien der KPdSU verbannt wurde, musste Trotzki die UdSSR verlassen. Sein erstes Exil war die zur Türkei gehörende Insel Prinkipo.

Faschismusanalyse

Von da an befasste sich Trotzki in seinen theoretischen Schriften hauptsächlich mit 3 Themen: dem Aufbau einer internationalen Opposition und daraus folgend später der IV. Internationale, damit einhergehend dem Kampf gegen den Stalinismus und einer Analyse des Faschismus. Im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen und der Politik der III. Internationale (KomIntern) begriff Trotzki den Faschismus als Endglied in der Kette der bürgerlichen Konterrevolution. Bis heute hat sich in weiten Teilen der Politik- und Geschichtswissenschaft die Auffassung gefestigt, Faschismus sei der Rückfall in das barbarische, feudale Mittelalter. Ein Ausdruck dieser katastrophalen Fehleinschätzung fand sich in der Politik der KomIntern. Zuerst kam die Verharmlosung der faschistischen Gefahr mit der Gleichsetzung von Faschismus und Sozialdemokratie als beide gleichermaßen der ArbeiterInnenklasse feindlich gegenüberstehende Kräfte („Sozialfaschismustheorie“). Anstatt der von Trotzki geforderten Einheit der ArbeiterInnenparteien von KPD und SPD im Kampf gegen den Faschismus, folgte eine tiefe Spaltung, die es letztlich den Nazis in Deutschland ermöglichte, ohne offenen Bürgerkrieg die Macht zu übernehmen und die ArbeiterInnenbewegung samt ihren Organisationen zu zerschlagen. Und schließlich endete dies in der Politik der “Volksfront”, die ein Bündnis der Arbeiterorganisationen mit den Teilen des Bürgertums vertrat, die nicht mit dem Faschismus gingen. Die bürgerliche Konterrevolution (Faschismus) sollte also mit den Mitteln der bürgerlichen Demokratie bekämpft werden. Das Resultat davon waren die bis heute verheerendsten Niederlagen der internationalen ArbeiterInnenbewegung in China, Deutschland, Österreich, Spanien und der 2. Weltkrieg selbst.

Gründung der Vierten Internationale

Bis zur Machtübernahme der Nazis in Deutschland versuchte die Linke Opposition innerhalb der KomIntern gegen den Stalinismus zu kämpfen und sie zum leninschen Kurs zurückzuführen. Doch die verräterische Rolle der KomIntern und ihrer Parteien, die zu reinen Außenstellen Moskaus geworden waren und nur noch das Ziel hatten, die Macht der Bürokratie in Moskau zu erhalten, die durch sozialistische Revolutionen gefährdet würde, wurde immer offensichtlicher. So gelangten Trotzki und seine MitstreiterInnen der Linken Opposition zu der Einsicht in die Notwendigkeit des Aufbaus einer neuen Internationale, die in den besten Traditionen der vorangegangen stehen sollte. Das Banner der sozialistischen Revolution sollte über die düsterste Zeit (dem Faschismus, Holocaust und dem nahenden 2. Weltkrieg) aufrechterhalten werden. So gründete eine zahlenmäßig nur kleine Gruppe im Herbst 1938 in Frankreich die IV. Internationale. Doch die eigentliche Gründung war nur mehr eine Formsache, praktisch hatte sie sich schon in den vorangegangen Auseinandersetzungen durch den selbstlosen Einsatz ihrer Kader für die Interessen der ArbeiterInnen gegründet.
Nur wenige ihrer Mitglieder überlebten das Gemetzel des Weltkriegs. Ihrer Führung durch die mehrfache Verfolgung von den aliierten, faschistischen und stalinistischen Geheimdiensten beraubt, zerbrach die IV. Internationale an den neuen Herausforderungen nach dem 2. Weltkrieg und des Kalten Kriegs an internen Flügelkämpfen und Spaltungen. Die Aufgaben und Anforderungen für revolutionäre SozialistInnen sind bis heute dieselben geblieben: Eine neue Weltpartei des Proletariats für den Kampf um eine bessere, sozialistische Gesellschaft zu schaffen. In diesem Sinne sieht sich die SLP und mit ihr das “Komitee für eine ArbeiterInneninternationale” als Erbin der IV. Internationale und Leo Trotzkis.

Zur aktuellen Bedeutung Trotzkis

Entscheidend für uns als TrotzkistInnen ist das Verständnis des Marxismus als Methode zur Analyse der gesellschaftlichen Entwicklung. Und das von einem internationalistischen Standpunkt aus. Auf dieser Grundlage war Trotzki in der Lage, Entwicklungen wie den Stalinismus und den Faschismus nicht nur zu verstehen, sondern Perspektiven für die weiteren Abläufe und damit Handlungsanleitungen für SozialistInnen zu entwickeln. Und genau das ist auch die Aufgabe von TrotzkistInnen heute: die Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen, sowie das Aufzeigen von Perspektiven und der Kampf für diese. TrotzkistInnen sind weder bloße HistorikerInnen, die sich allein mit der Analyse begnügen, noch reicht es, die Werke von Marx & Co. gelesen zu haben, wenn man sie nicht auf die heutige Situation anwenden kann. Nicht zuletzt zeigt der Trotzkismus eine Alternative zum weltweiten Kapitalismus auf, der die Lebensbedingungen des Großteils der Menschheit unerträglich macht. Angesichts einer enormen Überproduktion und der Potentiale der Produktivkräfte, die bei Planung einen weltweiten Wohlstand ermöglichen könnten, erscheinen Hungersnöte und Armut immer absurder und grotesker. Mit den weltweit vorhandenen Ressourcen wäre es problemlos möglich, allen Menschen genügend Essen, Bildung, eine gute Gesunheitsversorgung und materiellen Wohlstand zu ermöglichen. Somit hat das Werk Leo Trotzkis auch 60 Jahre nach seiner Ermordung nichts an Aktualität eingebüßt. Wir sind heute mehr denn je mit der Feststellung Rosa Luxemburgs, “Sozialismus oder Barbarei”, konfrontiert!

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