Daten und Fakten zum Oktoberstreik 1950

Thomas Hauer

400.000-500.000 Beteiligte am Streik

8.1947: 1. Lohn-Preisabkommen (LPA), um die schnelle Entwicklung der Preise und die langsame der Löhne zu regulieren

9.1948: 2. LPA, da sich die Unternehmen nicht an die Vereinbarungen halten

5.1949: 3. LPA führt zu ersten Betriebsversammlungen und Protestkundgebungen (z.B. in Wien 100.000 und in Graz 12.000 Teilnehmer*innen)

9.1950: Geheimverhandlung über das 4. LPA

Die Ereignisse 1950:

23.9.: Meldung der Arbeiterzeitung (SPÖ), dass bereits ein Abkommen getroffen wurde

24.9.: VÖST-Linz beschließt als erster Betrieb einen einstündigen Warnstreik. Andere Linzer Großbetriebe machen mit

25.9.: 20.000 demonstrieren dagegen in Linz

26.9.: Auch in Ostösterreich Betriebsversammlungen und Streiks

27.9.: Mit Zustimmung bzw. auf Initiative der KPÖ wird überall beschlossen, die Streiks für 3 Tage zu unterbrechen. Eine Betriebsrätekonferenz wird einberufen

  • 242 Betriebe mit 40.000 Arbeiter*innen streiken alleine in Wien zwischen 24. und 27.9., in Nieder- und Oberösterreich 50.000 bzw. 60.000 Streikende

28.9.: die Arbeiterzeitung schreibt: „kommunistischer Generalstreikversuch gescheitert“ - Beginn der Putschthese

29.9.: VÖST-Linz hat als einziger Betrieb ununterbrochen gestreikt. In Ranshofen wird ein Streikbeschluss für 30. Sept. gefasst. Sonst überall ein Abbröckeln der Streikstimmung

30.9.: Forderungen der Betriebsrätekonferenz: Verdopplung der vorgesehenen Lohnerhöhung, sofortiger Preisstopp

3.10.: Antikommunistische Hetze in den Medien

4.10.: Nur wenige Betriebe streiken noch. Auseinandersetzungen zwischen Streikenden und Schlägertrupps von Bau-Holz-Gewerkschafter Franz Olah. Brutale Übergriffe der Exekutive

5.10.: Verhaftungen von Kommunist*innen und Streikenden; Werksbesetzungen durch die Exekutive. In der Nacht beschließt die Betriebsrätekonferenz, die Streiks abzubrechen

  • Durch Säuberung von „kommunistischen Elementen“ wurden in der Folge 85 führende Gewerkschaftsfunktionär*innen ausgeschlossen, sowie Streikführer*innen in den Betrieben entlassen.

2015 wird die Kommunistenputsch-These nach einer historischen Aufarbeitung vom ÖGB revidiert

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