77. Jahrestag der Ermordung Leo Trotzkis

Ein Leben für die Befreiung der Arbeiterklasse / Repost eines Artikel der 2010 erschien
Sebastian Förster

Verleumdet, von allen Ämtern enthoben und aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen, verfolgt, verbannt und in Abwesenheit bei den Moskauer Schauprozessen zum Tode verurteilt, wurde Leo Trotzki vor 70 Jahren, am 20. August 1940, von Stalins Geheimagenten Ramón Mercader in Mexiko ermordet. Wäre es nach dem Willen der StalinistInnen gegangen, so wäre der Name „Trotzki“ aus dem Gedächtnis der Menschheit gelöscht worden. Doch trotz Geschichtsfälschung, Publikationsverboten und Repression gelang dies nie.

Denn Trotzkis Name war und ist nicht nur untrennbar mit der russischen Oktoberrevolution, der ersten erfolgreichen sozialistischen Revolution der Geschichte, verbunden, sondern auch mit dem Kampf gegen die Stalinisierung der Sowjetunion und der Kommunistischen Internationale.

Ab 1923 war dies Trotzkis wichtigster Kampf, den er bis an sein Lebensende entschlossen führte. Dieser Artikel wirft einen Blick auf ein Leben, das wie kein anderes von dramatischen Kämpfen geprägt war, und fasst die wichtigsten politischen Ideen Leo Trotzkis zusammen. Dieser konnte große Erfolge feiern und musste schwerste Niederlagen hinnehmen, die ihn jedoch niemals in seiner Zuversicht auf eine sozialistische Zukunft erschütterten.

Leo Trotzki, dessen wirklicher Name Lew Dawidowitsch Bronstein war, wurde am 26. Oktober 1879 (nach gregorianischem Kalender, 7. November nach heutigem Kalender) in dem ukrainischen Ort Janowka geboren. Er wuchs in einem jüdischen Elternhaus auf, das einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb besaß.

In seiner frühen Jugend entwickelte Trotzki seine ersten politischen Gedanken und wurde von einem radikaldemokratischen Oppositionellen zum Narodnik (russisch: Volkstümler). Die Narodniki waren eine sozialrevolutionäre Bewegung, die von russischen Intellektuellen angeführt wurde, auf den Terrorismus setzte und in der Bauernschaft die entscheidende soziale Kraft für eine revolutionäre Veränderung der Gesellschaft sah.

Als er sich 1896 einem politischen Diskussionskreis in Odessa anschloss, traf der junge Volkstümler auf die sieben Jahre ältere Marxistin Alexandra Sokolowskaja, mit der er sich lange und heftige Wortgefechte lieferte. Sokolowskaja argumentierte für den Marxismus und gegen die Vorstellungen der Narodniki und konnte ihn schließlich überzeugen.

Mit Anderen zusammen gründete Leo Trotzki 1897 den illegalen Südrussischen Arbeiterbund, wo er vor allem mit betriebsbezogener Arbeit seine ersten Erfahrungen als Propagandist sammeln konnte.

Frühe Arbeit in der Arbeiterbewegung

Ein Jahr später zerschlug die zaristische Polizei den Arbeiterbund. Trotzki wurde festgenommen, in Isolationshaft gesteckt und 1900 in die sibirische Einöde verbannt. Der junge Sozialist ließ diese Jahre allerdings nicht ungenutzt, sondern studierte Philosophen wie Kant oder Voltaire und beschäftigte sich ausgiebig mit der marxistischen Weltanschauung, vor allem dem historischen und dialektischen Materialismus. Unter dem Pseudonym „die Feder“ erlangte er als Autor verschiedener Schriften einen hohen Bekanntheitsgrad in der jungen russischen ArbeiterInnenbewegung.

In Sibirien heiratete er Alexandra Sokolowskaja. Die gemeinsame Ehe war von kurzer Dauer: schon 1902 verließ er Alexandra und ihre zwei gemeinsamen Töchter, um sich ganz der revolutionären Arbeit zu widmen. Er floh aus der sibirischen Steppe und nahm – seinem Hang zur Ironie folgend – den Namen des Oberaufsehers in dem Gefängnis in Odessa an: Trotzki.

Seine Reise führte ihn fast um den halben Erdball: nach London, wo sich zu dieser Zeit die Zentrale der sozialistischen Zeitung Iskra befand, die damals das Zentralorgan der Sozialdemokratischen ArbeiterInnenpartei Russlands (SDAPR) war.

„Die Feder“ wurde Mitarbeiter der Iskra. Als deren Vertreter reiste er durch Europa um Spendengelder zu beschaffen. Hier lernte er Natalia Sedowa kennen, die seine zweite Ehefrau wurde und ihn bis an sein Lebensende begleitete.

Spaltung der SDAPR in Bolschewiki und Menschewiki

Schon bald geriet der 22jährige Trotzki zwischen die Fronten der Partei. Der II. Parteikongress, der 1903 in der britischen Hauptstadt stattfand, führte zur plötzlichen Spaltung der SDAPR. Die Bolschewiki (Mehrheitler) mit Lenin an der Spitze und die Menschewiki (Minderheitler) um Martow zerstritten sich zutiefst darüber, welchen Charakter die Parteiorganisation haben sollte. Lenin griff die Minderheitler scharf an und trat für eine streng zentralisierte Partei von BerufsrevolutionärInnen ein, die geschützt vor der Verfolgung des zaristischen Regimes aus dem Untergrund heraus agieren sollte. Die Minderheit des Kongresses, die Menschewiki, stellten diesem Konzept die Idee einer Partei entgegen, die für alle Interessierten offen stehen sollte.

Trotzki, wütend und voller Unverständnis über das in seinen Augen rücksichtslose Verhalten Lenins, wandte sich nun gegen diesen und ging (zu seinem späteren Bedauern) mit der geschlagenen Fraktion der Menschewiki. Er befürchtete ein undemokratisches, überzentralistisches Parteiregime. Er erkannte nicht, dass dieser Konflikt über Fragen der Parteiorganisation Ausdruck unterschiedlicher politischer Linien war, die in den darauf folgenden Jahren deutlich werden sollten. Die Menschewiki wurden zu einer reformistischen, sozialdemokratischen Partei, während die Bolschewiki am revolutionären und internationalistischen Marxismus festhielten und 1917 zur Kommunistischen Partei wurden.

Lange verfolgte Leo Trotzki die Idee, die beiden Flügel wieder zusammenzubringen, je weiter sich die Menschewiki jedoch nach Rechts entwickelten, je weiter entfernte sich auch Trotzki von ihnen. Er sollte mehr und mehr zum fraktionslosen Einzelgänger in der SDAPR werden, der zwar mit seinem Verständnis der revolutionären Taktik mehr Schnittmengen mit den Bolschewiki hatte, daraus jedoch noch bis 1917 nicht die Schlussfolgerung zog, sich Lenins Organisation anzuschließen.

Russische Revolution 1905

1904 entbrannte ein heftiger Konflikt zwischen dem russischen Zarenreich und Japan um Kolonien in der chinesischen Mandschurei, der zu dem russisch-japanische Krieg und einem völligen Debakel der russischen Armee führte.

Eine massive wirtschaftliche und soziale Krise erschütterte Russland. Aufstände und Streiks gegen das Zarenregime brachen aus, das mit voller Härte gegen die Rebellion vorging. Als am 22. Januar 1905 200.000 streikende ArbeiterInnen in der russischen Hauptstadt St. Petersburg in einem friedlichen Protestzug zum Winterpalais marschierten, ließ der Zar auf die Menge schießen. Dieser Tag ging als der Petersburger Blutsonntag in die russische Geschichte ein. Der Tod von eintausend DemonstrantInnen war der Funke, der das Pulverfass aus Wut und Hass gegen den Despoten zur Explosion brachte. Massenstreiks erfassten nun alle Städte Russlands, die Eisenbahner legten die Verkehrswege lahm und es gab spontane Enteignungen der GroßgrundbesitzerInnen durch die hungernde Landbevölkerung. Die ArbeiterInnenklasse betrat als treibende Kraft der Revolution die Bühne der Geschichte, und die Regierung verlor zunehmend die Kontrolle über die Situation.

In St. Petersburg lebten etwa eine halbe Millionen ArbeiterInnen. Hier bildete sich auf Initiative der Menschewiki ein Arbeiterrat (Sowjet). Als Rat von jederzeit abwählbaren Delegierten aus den Betrieben vertrat er das städtische Proletariat. Trotzki, der im Februar 1905 in Russland ankam, wurde im Verlauf der Revolution zum Vorsitzenden des St. Petersburger Sowjets gewählt.

Die Sowjets breiteten sich als Organe der Revolution auch auf andere Städte Russlands aus und kontrollierten einen beträchtlichen Teil des öffentlichen Lebens.

Mit Zugeständnissen und militärischer Gewalt versuchte der Zar die Bewegung zu stoppen. Fast zwei Jahre waren notwendig um die Revolution niederzuschlagen. Für die russische ArbeiterInnenklasse sollte die Revolution von 1905 die Generalprobe für die Oktoberrevolution zwölf Jahre später sein. Trotzki wurde abermals verhaftet, es gelang ihm jedoch erneut, ins ausländische Exil zu flüchten.

Permanente Revolution

Inspiriert durch die Erlebnisse der Revolution, aber auch den Austausch mit Alexander Parvus (einem ebenfalls aus der Nähe von Odessa stammenden Sozialdemokraten) entwickelte Leo Trotzki die „Theorie der Permanenten Revolution“, die er 1906 in seiner Broschüre „Ergebnisse und Perspektiven“ darlegte.

Vor dem Hintergrund der 1905 gemachten Erfahrungen analysierte er die neue objektive Situation in der Gesellschaft, das Kräfteverhältnis zwischen den Klassen und leitete daraus Perspektiven für die Weltrevolution ab.

Grundlage der Theorie der Permanenten Revolution ist die Erkenntnis, dass in Ländern mit verspäteter kapitalistischer Entwicklung, wie dem zaristischen Russland, die nationale kapitalistische Klasse zu schwach ist, um wie in Frankreich oder England im 17. und 18. Jahrhundert eine fortschrittliche Rolle zu spielen, die Gesellschaft aus der Dunkelheit des Feudalismus zu reißen und die bürgerliche Revolution durchzuführen. Wie die Geschichte später zeigen sollte, waren die Bürgerlichen in Russland tatsächlich unfähig, dem Adel und GroßgrundbesitzerInnen die Macht abzutrotzen, die Landverteilung zu klären, eine bürgerliche Demokratie zu etablieren und die nationale Frage zu lösen.

Leo Trotzki stellte mit der Theorie der Permanenten Revolution heraus, dass nur die städtische ArbeiterInnenklasse aufgrund ihres revolutionären Potentials und ihrer bedeutenden Stellung im Produktionsprozess diese fortschrittliche Rolle spielen und – als Führung der zahlenmäßig weitaus größeren Klasse der BäuerInnen – die Revolution leiten kann.

In der sozialdemokratischen Bewegung dieser Zeit war es eine weit verbreitete Auffassung, dass mit einer gesellschaftlichen Umwälzung die kapitalistische Klasse die Macht übernehmen und den Kapitalismus festigen sollte. Erst dann – so die Annahme Vieler – würden die wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen für den Sozialismus geschaffen (wie es bereits in den weiter fortgeschrittenen Ökonomien der Welt der Fall war). Trotzki erklärte hingegen nicht nur, dass nur die ArbeiterInnenklasse die Aufgaben der bürgerlichen Revolution lösen könne, sondern auch, dass – wenn die ArbeiterInnenklasse die Macht in einem unterentwickelten Land erst einmal errungen habe – sie wegen der Schwäche der Bürgerlichen gar nicht anders könnte, als mit der sozialistischen Umwandlung des Eigentums zu beginnen, um die demokratischen Aufgaben der bürgerlichen Revolution zu erfüllen. In diesem Sinne also ist die Revolution „permanent“ und „ununterbrochen“, weil sie weiter geht als die bürgerliche Revolution. Auch Marx hatte die „Revolution in Permanenz“ diskutiert, Trotzki entwickelte diese Frage jedoch weiter.

Neu in der politischen Landschaft waren seine Analysen, die besagten, dass die sozialistische Revolution in Russland ihren Anfang finden sollte und wie sich die Weltgeschichte durch die kommende russische Revolution weiter entwickeln sollte.

Wie Leo Trotzki unterstrich, kann die sozialistische Umwandlung nur Erfolg haben, wenn ihr weitere erfolgreiche ArbeiterInnenrevolutionen (auch in den entwickelteren Ländern) folgen: „Sollte sich das russische Proletariat an der Macht befinden, wenn auch nur infolge eines zeitweiligen Aufschwungs unserer bürgerlichen Revolution, so wird es der organisierten Feindschaft seitens der Weltreaktion und der Bereitschaft zu organisierter Unterstützung seitens des Weltproletariats gegenüberstehen.“ Der ArbeiterInnenklasse in Russland, so der Autor, „wird nichts anderes übrig bleiben, als das Schicksal ihrer politischen Herrschaft und folglich das Schicksal der gesamten russischen Revolution mit dem Schicksal der sozialistischen Revolution in Europa zu verknüpfen.“ (Trotzki, Ergebnisse und Perspektiven, Frankfurt/M. 1967, S. 119f.)

Der Erste Weltkrieg und die Russische Revolution 1917

Schon bald sollten sich Trotzkis Perspektiven bestätigen. Der Ersten Weltkrieg spitzte die Lage in Russland zu. Hunger, Streiks in Betrieben, Unruhen auf dem Lande und Meuterei bei Soldaten und Matrosen – erneut brach eine revolutionäre Periode an. Unter den führenden kriegstreibenden Nationen war Russland das Land, in dem die herrschende Klasse am schwächsten und rückständigsten war. Die Kette des Imperialismus, der die Welt in seinem Würgegriff hielt, brach an ihrem schwächsten Glied.

Im Februar 1917 begann die Revolution, die der Zarenherrschaft ein schnelles Ende bereitete. Wieder bildeten sich ArbeiterInnen- und Soldatenräte, die neben der Duma, dem russischen Parlament, ein selbständiger Machtfaktor wurden. So entwickelte sich eine Periode der Doppelherrschaft zwischen bürgerlichen und proletarischen Machtorganen.

Die Provisorische Regierung setzte sich zuerst vor allem aus den bürgerlichen Konstitutionellen DemokratInnen (KD) und SozialrevolutionärInnen zusammen, später wurden noch die reformistischen Menschewiki miteinbezogen. Diese bürgerliche Regierung war völlig außerstande, die Forderungen der Massen nach Land, Brot und Frieden zu erfüllen.

Aus dem Exil kam Leo Trotzki wegen einer kurzen Internierung erst im Mai in St. Petersburg an, einen Monat nach Lenin. Dieser rief zur Machtübernahme durch die Arbeiterklasse auf und musste sich zu dieser Zeit von Kritikern in der bolschewistischen Partei die Beschuldigung anhören, er habe vor Trotzkis Perspektiven (und der Theorie der Permanenten Revolution) kapituliert. Tatsächlich war Lenin zu politischen Schlussfolgerungen gekommen, die Trotzkis Perspektive entsprachen, während Trotzki sich von der Richtigkeit des bolschewistischen Organisationsverständnisses überzeugt hatte. Er schloss sich Lenin und den Bolschewiki an und wurde umgehend in das Zentralkomitee der Partei gewählt. Im Oktober wurde er erneut Vorsitzender des Petrograder (St. Petersburg war umbenannt worden) Sowjets und forderte die unfähige Provisorische Regierung zum Rücktritt auf.

Durch ihre konsequente Politik im Interesse der ArbeiterInnenklasse und armen Bauernschaft und ihrer Weigerung, die Provisorische Regierung politisch zu unterstützen und die Fortsetzung des Krieges zu rechtfertigen, hatten die Bolschewiki innerhalb weniger Monate die Mehrheit in den Sowjets erlangt. Auf dieser Basis gingen sie im Oktober an die Organisierung des bewaffneten Aufstands zum Sturz der Regierung und der Machtübernahme durch die ArbeiterInnen- und Soldatenräte.

Als Organisator des revolutionären St. Petersburger Militärkomitees dirigierte Trotzki über Nacht die weitgehend friedliche Machtübernahme in der Hauptstadt. Im Namen des Militärkomitees konnte Trotzki schließlich feierlich erklären, dass die Provisorische Regierung nicht mehr existiere. Alle Macht sollte nun von den Sowjets ausgehen.

Leo Trotzki, von Zeitzeugen wie dem amerikanischen Journalisten John Reed als der populärste Redner der Revolution bezeichnet, wurde in die neue Regierung, dem Rat der Volkskommissare gewählt, als Volkskommissar für äußere Angelegenheiten ernannt und mit den Friedensverhandlungen mit Deutschland und Österreich-Ungarn betraut. In dem Bewusstsein, dass der weitere Verlauf der Revolution nun vor allem von dem Kampf der europäischen ArbeiterInnenklasse abhing, nutzte er die Verhandlungen als Bühne für die Agitation und Propaganda an die internationale ArbeiterInnenklasse.

Der Russische Bürgerkrieg

Die Revolution im Ausland ließ allerdings noch auf sich warten. In Brest-Litowsk musste die russische Delegation schließlich einen Friedensvertrag unterzeichnen, der dem jungen Sowjetstaat empfindliche Zugeständnisse abverlangte.

Doch damit nicht genug. Die AnhängerInnen des alten Zarenregimes (die „Weißen“) bereiteten die Konterrevolution vor und stürzten das Land 1918 in einen heftigen Bürgerkrieg. Unterstützt wurden sie von den alliierten kapitalistischen Staaten, die den weißen Generälen Kriegsmaterial und 50.000 Soldaten zur Verfügung stellten. Ihr Ziel war es, an Russland ein Exempel zu statuieren und den ersten ArbeiterInnenstaat der Geschichte dem Erdboden gleich zu machen.

Leo Trotzki – der bereits als Organisator des Oktoberaufstands sein militärisches Talent bewiesen hatte – wurde damit betraut schnell eine Rote Armee aufzubauen. Gebot der Stunde war es, die Reaktion zurück zuschlagen und die Sowjetrepublik der ArbeiterInnen und BäuerInnen zu verteidigen. In einem gepanzerten Zug fuhr der neue Kriegskommissar stets von einer Frontlinie zur anderen, um gemeinsam mit den roten Truppen zu kämpfen, aber auch um mit sozialistischer Propaganda die Moral und Überzeugung der Soldaten zu stärken, die durch die vielen Jahre der Entbehrungen während des Ersten Weltkrieges kampfmüde waren. Es sollte bis 1921 dauern die weißen Garden und die Alliierten zurück zuschlagen.

Die Revolutionen in den wirtschaftlich weiter entwickelten Ländern Deutschland und Österreich-Ungarn, auf die Lenin und Trotzki große Hoffnung setzten, schlugen wegen des Verrats der dortigen Sozialdemokratischen Parteien 1919 fehl. Die Jahre des Krieges, des Hungers und der Seuchen hatten der russischen Bevölkerung hart zugesetzt; nun sollte der ArbeiterInnenstaat, der nur über eine sehr gering entwickelte Ökonomie verfügte, auch noch international isoliert bleiben.

Trotzkis Kampf gegen Stalinismus

Der BürgerInnenkrieg schwächte den jungen ArbeiterInnenstaat und die demokratische Machtausübung der ArbeiterInnenklasse. Zur Verteidigung der Revolution wurde dem Sieg im BürgerInnenkrieg alles untergeordnet. Die Räte konnten angesichts einer reduzierten Industrieproduktion und der Tatsache, dass viele ArbeiterInnen an die Front gingen, ein Eigenleben kaum aufrechterhalten. Die Kommunistische Partei ersetzte mehr und mehr die Funktion der Räte. Zu Lebzeiten Lenins war dies jedoch immer als vorübergehendes Phänomen verstanden worden.

Doch die wirtschaftliche und kulturelle Rückständigkeit, die Folgen von Welt- und BürgerInnenkrieg und vor allem die Isolierung des jungen ArbeiterInnenstaates schufen Voraussetzungen für den Aufstieg des Stalinismus.

Eine privilegierte Parteikaste entstand, die andere Interessen als die ArbeiterInnenklasse entwickelte und immer mehr Macht in ihren Händen konzentrierte. Diese neue gesellschaftliche Schicht aus BeamtInnen und FunktionärInnen konnte sich im Partei- und Staatsapparat festsetzen und hatte kein Interesse mehr daran, nach Ende des BürgerInnenkrieges die Rätedemokratie wieder aufleben zu lassen. Die Verkörperung dieser Bürokratie war der 1922 zum Generalsekretär der Partei gewählte Josef Stalin.

Leo Trotzki trat dieser Entwicklung entschieden entgegen und warnte in einer ganzen Serie von Artikeln und Analysen vor den gefährlichen Auswüchsen der Bürokratie in Staat und Partei und dem sich aus den Interessen dieser Funktionärskaste ergebenden politischen Konservativismus und Nationalismus.

Lenin, der durch einen schweren Schlaganfall nicht mehr aktiv an dem politischen Geschehen der Partei teilnehmen konnte, teilte die Befürchtungen Trotzkis. Kurz vor seinem Tod bereitete er mit ihm einen Block gegen die Bürokratie vor. Bevor Lenin 1924 starb, empfahl er in seinem Testament die Absetzung Stalins als Generalsekretär.

In der Partei wehte ein deutlich anderer Wind als 1917. Die Schlüsselpositionen in der Gesellschaft besetzte Stalins Clique (zu der auch die verdienten Altbolschewisten Sinowjew und Kamenjew gehörten) von nun an von oben. Leo Trotzki wurde politisch kaltgestellt und bekam in der Partei keine entscheidenden Aufgaben mehr.

Groß war der Aufschrei in der Bevölkerung nicht: in der russischen ArbeiterInnenklasse war nach den katastrophalen Jahren des Krieges Müdigkeit eingekehrt und der Wunsch nach Ruhe wog bei Vielen schwer. Die, die sich dennoch mit Trotzki öffentlich solidarisierten, erfuhren schon bald die starke staatliche Repression durch den Apparat.

Der Aufbau der Linken Opposition

Trotzki erkannte, dass die Entstehung der Bürokratie Folge der sozialen Entwicklungen in der jungen Sowjetunion war. Er war sicher, dass nur die ArbeiterInnenklasse diesen Prozess stoppen konnte und verzichtete deshalb darauf, seinen hohen Einfluss in der Roten Armee zu einem militärischen Sturz der Stalin-Clique zu nutzen, was ihm von GenossInnen geraten wurde. Er wusste, dass er dadurch nur selber zum Gefangenen einer Militärbürokratie geworden wäre und ging statt dessen daran gemeinsam mit Anderen die Linke Opposition gegen den Kurs der Bürokratie aufzubauen.

Stalin ging zum Gegenangriff über und begegnete dem 1924 mit der Schaffung der Legende des „konterrevolutionären Trotzkismus“. Eine beispiellose Lügenkampagne überschwemmte das Land, um die große Popularität des Oppositionellen zu zerstören, der doch in den Augen vieler ArbeiterInnen die Prinzipien der Russischen Revolution verkörperte. Die mittlerweile fast gleichgeschaltete Führung der Kommunistischen Partei schrieb nun die Geschichte der Oktoberrevolution um und entwickelte die Theorie eines „Sozialismus in einem Land“, um Stalins Politik gegenüber der Kritik der Opposition zu rechtfertigen.

Mit der Theorie des „Sozialismus in einem Land“ sollte begründet werden, warum die Verteidigung der Sowjetunion – also die Macht und Privilegien der Bürokratie – über die Ausdehnung der internationalen Revolution gestellt wurde . Vor dem Hintergrund dieser Theorie wurden unter Stalins Direktive wichtige Chancen für die internationale Revolution verspielt. So sollte sich die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) 1927 in einer revolutionären Situation der bürgerlichen Guomindang unterordnen. Dies hatte zur Folge, dass die Guomindang brutale Massaker unter den revolutionären ArbeiterInnen Schanghais und die Vernichtung eines Großteils der Mitgliedschaft der KPCh organisieren konnte.

Trotz aller Versuche gelang es Trotzki nicht, gegen diese falsche Politik anzukommen. Der Aufbau der Linken Opposition in Russland fand unter schwersten Bedingungen statt. Ihre Mitglieder mussten unter einer immer härter werdenden Verfolgung durch den Staatsapparat und Geheimpolizei (GPU) leiden, wurden aus der Partei ausgeschlossen, verhaftet, in den Tod getrieben oder gar liquidiert. Auch Stalins Verbündete Sinowjew und Kamenjew und ihre Anhänger schlossen sich 1926 kurzzeitig der Opposition an (die sich dann für eine bestimmte Zeit Vereinigte Opposition nannte). Unter dem Druck der Staatsmaschinerie und dem Eindruck der erfolgreichen Industrialisierung des Landes kapitulierten sie jedoch in den 1930ern vor Stalin.

Leo Trotzki wurde in das kasachische Alma-Ata verbannt. Um ihn noch weiter zu isolieren, wurde er im Januar 1928 von der GPU gezwungen auf die türkische Insel Prinkipo im Marmarameer umzusiedeln. Hier setzte er seine oppositionelle und schriftstellerische Arbeit fort und schrieb unter Anderem die Geschichte der Russischen Revolution und seine Autobiographie „Mein Leben“. Er baute die Kontakte mit linken Oppositionellen aus verschiedenen Ländern aus, gründete das Bulletin der Opposition und legte den Grundstein für die Internationale Linke Opposition.

Aufstieg des Hitlerfaschismus in Deutschland

In Deutschland hatte sich Ende der 1920er Jahre die politische Lage extrem zugespitzt. Durch die wirtschaftliche und soziale Krise begünstigt, wuchs unter den reaktionären Teilen des KleinbürgerInnentums Hitlers NSDAP. Leo Trotzki beschäftigte sich im Exil viel mit den Geschehnissen in Deutschland und veröffentlichte wichtige Analysen zum deutschen Faschismus. Er war einer der wenigen Zeitzeugen, die in den 1920ern und 1930ern die historische Gefahr des Hitlerfaschismus richtig einschätzte.

Die Weltwirtschaftskrise traf Deutschland hart und ließ den Lebensstandard der Massen drastisch sinken und die Erwerbslosigkeit steigen. In Armut und Perspektivlosigkeit geratene KleinbürgerInnen wendeten sich vermehrt den Nazis zu, die vorgaben sie sowohl gegen das große Kapital, was sie schlucken, als auch gegen die ArbeiterInnenbewegung, die sie angeblich enteignen wollte, zu verteidigen. Tatsächlich besorgten die FaschistInnen jedoch nur das Geschäft der KapitalistInnen, die diese letztlich finanzierten und an die Macht brachten.

Trotzki analysierte, dass die KapitalistInnenklasse zur Durchsetzung ihrer Profitinteressen und zur Wiederherstellung der Kriegsfähigkeit Deutschlands die ArbeiterInnenbewegung nachhaltig zerschlagen musste. Bürgerliche Regierungen, die sich auf die parlamentarische Demokratie stützten, waren dazu nicht in der Lage. Es bedurfte einer terroristischen Massenbewegung, um die Organisationen der ArbeiterInnenklasse, die viele Millionen Mitglieder zählten, dem Erdboden gleich zu machen. Leo Trotzki schrieb dazu: „Vom Faschismus fordert die Bourgeoisie ganze Arbeit […]. Der Sieg des Faschismus führt dazu, dass das Finanzkapital sich direkt und unmittelbar aller Organe der Herrschaft, Verwaltung und Erziehung bemächtigt […]. Die Faschisierung des Staates bedeutet […] hauptsächlich die Zertrümmerung der Arbeiterorganisationen“ (Trotzki, „Was nun?“, S. 14).

Die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) war als Teil der III. Internationale bereits unter völliger Kontrolle des stalinistischen Apparats und verfolgte eine ultralinke Politik, die verhinderte, dass Gewerkschaften, SPD- und KPD-Mitglieder gemeinsam dem Faschismus entgegentraten. Die KPD-Führung sah keinen Unterschied zwischen der von der SPD unterstützten bürgerlichen Regierung und dem Hitlerfaschismus und unterschätzte völlig die Gefahr, die von den Nazis ausging. “Nach Hitler kommen wir” war ihre Illusion. Die stalinistische Theorie des „Sozialfaschismus“, die SPD und NSDAP gleichsetzte, bildete das Fundament dafür.

Leo Trotzki unterschied zwischen der bürgerlichen Führung der SPD (die damals noch eine ArbeiterInnenpartei mit aktiver Massenunterstützung war) und der Basis der Partei, die von der kleineren KPD aufgrund ihrer bisher oft fehlerhaften Politik noch nicht überzeugt war.

Trotzki schlug der KPD vor, einen Appell zur Einheitsfront an die Sozialdemokratie, gleichermaßen an die Mitglieder und die Führung, zu richten. Wäre es gelungen, die SPD in eine Einheitsfront zu zwingen, hätte Hitler gestoppt werden können und hätte sich die KPD im gemeinsamen Kampf als die konsequentere Interessenvertretung der ArbeiterInnenklasse zeigen können. Hätte die SPD-Führung sich dem Angebot verweigert, hätte sie das vor den Augen der (noch) sozialdemokratischen ArbeiterInnen entlarven können und die KPD gestärkt.

Wegen der Verweigerung der Einheitsfront durch die SPD- und KPD-Führung kam es 1933 anders. Hitler kam an die Macht, zerschlug die ArbeiterInnenbewegung, steckte die Gewerkschaftshäuser in Brand und deportierte die SPD- und KPD-Mitglieder in die Konzentrationslager. Und wie Trotzki richtig vorhersagte, bedeutete Hitlers Machtergreifung Krieg gegen die Sowjetunion.

Trotzki kam aufgrund dieser Ereignisse 1933 zu dem Schluss, dass die III. Internationale nicht mehr reformierbar sei: „Eine Organisation, die der Donner des Faschismus nicht geweckt hat, und die demütig derartige Entgleisungen von Seiten der Bürokratie unterstützt, zeigt dadurch, dass sie tot ist und nichts sie wieder beleben wird.“ (Trotzki, „Schriften über Deutschland“, S. 605).

Nachdem Trotzki eine Einreiseerlaubnis aus Frankreich erhalten hatte, verließ er Prinkipo. Von Frankreich siedelte er nach Norwegen um, wo ihm kurzzeitig Asyl gewährt wurde. Dort schrieb er 1936 „Verratene Revolution“. In diesem Buch arbeitete er die Grundzüge des Stalinismus heraus und lieferte eine bis heute unübertroffene Analyse der Sowjetunion unter Stalin, die er einen „degenerierten Arbeiterstaat“ nannte. Dieses Werk ist bis heute die bedeutendste Analyse der Stalinisierung der Sowjetunion. Trotzki skizzierte darin das Programm einer „politischen Revolution“ für den „Sturz der bürokratischen Kaste“ in Russland.

Die Moskauer Schauprozesse

Die Unterdrückung und der stalinistische Terror in Russland erreichte mit den Moskauer Schauprozessen von 1936 bis 1938 eine neue Qualität. Mit der Eliminierung der alten Garde der Bolschewiki von 1917 wollte der Stalin sich die Alleinherrschaft sichern. Jegliche personelle Alternative zu seiner Vormachtstellung in Staat und Partei sollte ausradiert werden. So wurden zuerst Sinowjew und Kamenjew und 14 weitere Bolschewiki vor Gericht gestellt und hingerichtet. Als Grund für die Verurteilungen wurde immer oppositionelle Tätigkeit angeführt.

Für jeden alten bolschewistischen Führer der bei den Moskauer Schauprozessen angeklagt und hingerichtet wurde, wurden weitere hunderte und tausende Menschen eingekerkert. Mindestens acht Millionen wurden verhaftet, fünf bis sechs Millionen fanden in den Gulags ihr Ende. Unter ihnen auch Familienmitglieder Trotzkis, die sich politisch gar nicht betätigten.

Der Hauptangeklagte der Moskauer Schauprozesse war Leo Trotzki selbst, dessen Name stetig im Raum schwebte. In Abwesenheit erhielt er seinen Urteilsspruch: die Todesstrafe.

Der spanische Bürgerkrieg

Diese Schauprozesse waren direkt verbunden mit dem konterrevolutionären Eingreifen der Moskauer Elite in das Geschehen des Spanischen Bürgerkriegs 1936-39.

Nach dem blutigen Scheitern ihrer Sozialfaschismus-Theorie schwenkten die StalinistInnen um, und erklärten die „Volksfront“ als Leitfaden ihrer Politik. Die Kommunistischen Parteien sollten das Bündnis mit den pro-kapitalistischen Parteien suchen, um die bürgerliche Demokratie zu verteidigen.

Die spanischen Linksoppositionellen fanden sich entgegen Trotzkis Ratschlag in der „Arbeiterpartei für marxistische Vereinigung (POUM)“ wieder, die vor allem in Katalonien aktiv war und eine zentristische Position einnahm: sie war in Worten revolutionär und schreckte in der Praxis vor revolutionärer Politik zurück. Mit der Erhebung rechter und rechtsextremer Gruppen um den spanischen General Franco brach ein BürgerInnenkrieg und eine ArbeiterInnen- und Bauernrevolution aus. Es entstanden ArbeiterInnenmilizen und Räte, die zeitweise neben der Volksfrontregierung eine Art Doppelmacht ausübten. Trotzki versuchte vergeblich die schwankende POUM-Führung davon zu überzeugen, dass die Partei nun der ArbeiterInnenklasse zur Machtübernahme verhelfen solle. Stattdessen orientierte sie auf eine Beteiligung an der Volksfrontregierung, deren Schicksal besiegelt war: „Die Arbeiter und Bauern vermögen nur dann den Sieg zu erringen, wenn sie um ihre eigene Befreiung kämpfen. In diesen Umständen das Proletariat der Führung der Bourgeoisie [Kapitalistenklasse] unterstellen heißt ihm von vornherein eine Niederlage im Bürgerkrieg garantieren.“ (Trotzki, „Die spanische Lehre“, S. 3).

Die Bürokratie in Moskau intervenierte zur Verteidigung der kapitalistischen Republik in der spanischen Revolution. Leo Trotzki arbeitete heraus, warum der Stalinismus nun eine offen konterrevolutionäre Rolle einnahm. Die GPU dehnte ihre Verfolgungen und Ermordungen gegen linke Oppositionelle auf Spanien aus. Hintergrund dieser Politik war, dass Stalin „eine Versöhnung mit der Bourgeoisie“ (Trotzki, „Revolution und Bürgerkrieg in Spanien“, S. 299) und sich den mächtigen kapitalistischen Staaten Europas, wie Frankreich und England als vertrauenswürdige Ordnungsmacht präsentieren wollte. Hätte es eine erfolgreiche Revolution in Spanien gegeben, so hätte das weitere Erhebungen in Europa bedeutet und die bürokratische Entartung und Herrschaft Stalins in Moskau tief erschüttert, so Trotzki.

Die IV. Internationale

Schon 1933 warb Leo Trotzki für eine neue Internationale, die „die UdSSR vor dem Zusammenbruch retten [könne], indem sie ihr weiteres Schicksal mit dem Schicksal der proletarischen Weltrevolution verbindet“ (Trotzki, „Schriften über Deutschland“, S. 609f.) und die beste Traditionen der Ersten, Zweiten und Dritten Internationale und des revolutionären Marxismus aufrecht erhalten sollte. Versuche, linkssozialistische Parteien, wie die deutsche Sozialistische Arbeiterpartei (SAP), gemeinsam mit der Internationalen Linken Opposition in einer neuen Internationale zu vereinigen, scheiterten. So war die Zahl der Gruppen, die sich am 3. September 1938 bei der formellen Gründung der IV. Internationale in Paris zusammen schlossen nicht groß. Historisch gesehen war die Schaffung dieser neuen Internationale aber notwendig, als Alternative zur stalinistischen III. Internationale und als neuer Orientierungspunkt für die revolutionären Bewegung.

Trotzkis Ermordung

Währenddessen übte Stalin massiven Druck auf die norwegische Regierung aus, die Trotzki ausliefern sollte. Erneut musste dieser ein neues Asyl finden – diesmal in Mexiko, wo er bei dem sozialistischen Künstlerpaar Frida Kahlo und Diego Rivera unterkam. Aber auch hier verfolgte ihn die GPU. Ein Angriff von mit Maschinenpistolen und Sprengsätzen ausgerüsteten Agenten auf Trotzki und seine Familie schlug wie durch ein Wunder fehl.

Doch der GPU-Geheimagent Ramón Mercader, der seit vielen Jahren versuchte, Trotzkis Umfeld zu infiltrieren und in seine Nähe zu gelangen, sollte mehr Erfolg haben. Unter dem Vorwand, mit ihm einen politischen Artikel diskutieren zu wollen, schaffte es Mercader schließlich, alleine mit Trotzki in einem Raum sein zu können. Nach etwa drei oder vier Minuten vernahm seine Frau Natalia Sedowa einen „schrecklichen stechenden Schrei“, ihr Mann tauchte auf, das „Gesicht mit Blut bedeckt“ und einem Eispickel im Hinterkopf. Mit dem Attentäter hatte er noch gerungen, um weitere Schläge zu verhindern. „Auch wenn der Arzt erklärte, dass die Verletzung nicht sehr ernst war“, so Sedowa, „hörte Lew Dawidowitsch ihm regungslos zu“ und sagte „‚Ich fühle…jetzt…dass dies das Ende ist…dieses Mal…haben sie es geschafft.‘“ (Serge, „Life and death of Leon Trotsky“, S. 268). Am nächsten Tag, dem 20. August 1940 erlag Trotzki im Alter von 60 Jahren seinen tödlichen Verletzungen.

Während Mercader von Stalin zum Helden der Sowjetunion ernannt wurde, trauerten in Mexiko 300.000 Menschen, die Trotzkis Leichenzug begleiteten. Er wurde eingeäschert und im Garten seines Hauses begraben. Über seinem Grab weht noch heute die rote Fahne der Weltrevolution.

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