Vor 20 Jahren: 9/11 und der Krieg gegen den Terror

Oliver Giel

Am 11. September 2001 kaperten 19 Mitglieder des islamistischen Netzwerkes al-Quaida 4 Flugzeuge von United bzw. American Airlines und flogen ins US-Verteidigungsministerium bzw. ins World Trade Center in New York, etwa 3.000 Menschen kamen ums Leben.

Vor 1989 waren Islamismus und die USA sich einig bis zur aktiven Zusammenarbeit: Der Feind ist „der gottlose Kommunismus“ (gemeint waren die stalinistischen Staaten). Doch dieser brach 1989-92 zusammen, der Kapitalismus wurde auch in diesen Staaten wiedereingeführt, der „Kalte Krieg“ war gewonnen, die USA die unbestrittene Weltmacht.

Mit dem 11. September wurde dieses Selbstverständnis erschüttert. Der erste quasi-kriegerische Akt auf dem Staatsgebiet der letzten verbliebenen Weltmacht seit den „Indianerkriegen“ wurde von den Herrschenden mit dem Abbau demokratischer Rechte, Ausweitung von Überwachung, antimuslimischem Rassismus beantwortet. Die US-Regierung unter G. W. Bush führte einen „War on Terror“ im Irak und in Afghanistan, der bis zu 600.000 Zivilist*innen das Leben kosten sollte und den Fundamentalismus weiter befeuerte.

Der 11. September markiert den Beginn einer neuen Krisenzeit. Die „Flüchtlingskrise“ ist Folge des „War on Terror“. Finanz- und Klimakrise haben endgültig gezeigt, dass eine Welt, die auf Konkurrenz errichtet ist, zum Untergang verurteilt ist. Die Instrumente der Terrorbekämpfung werden daher intensiv gegen die „eigene“ Arbeiter*innenklasse und Jugend genutzt.

 

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