Safe Spaces reichen nicht

Wir wollen nicht nur sichere Räume, sondern das ganze Gebäude.
Philipp Chmel

Sexistisches Verhalten und Übergriffe sind auf Musik-Festivals ein häufiges Problem. Viele Festival-Betreiber reagieren darauf zunehmend mit der Bereitstellung von sogenannten „Safe Spaces“.

Historisch geht der Begriff zum einen auf die Schwulen- und Lesbenbars der 60er zurück, die damals häufig die einzigen Orte waren, an denen Menschen ihre Sexualität offen leben konnten. Zum anderen wurde der Begriff zu der Zeit von feministischen Gruppen geprägt. Für sie waren Safe Spaces Räume, um sich auszutauschen und auch, um sich politisch zu organisieren. Das war auch eine Reaktion auf das mangelnde Bewusstsein in der Linken und etablierten Arbeiter*innenbewegung.

Es ist sinnvoll, sichere Räume zu schaffen, in denen versucht wird, die Unterdrückungsmechanismen dieser Gesellschaft nicht eindringen zu lassen. Wenn sich solche Strukturen aber nur nach „innen“ wenden, gerät das „draußen“ leicht aus dem Blickfeld. Festivalveranstalter können dann zu „Pausenräumen“ zurechtgestutzte Safe Spaces einrichten, ohne sich dann um weiterführende Konzepte wie Ansprech-Teams kümmern zu müssen, die auf dem ganzen Gelände bei sexistischen Vorfällen eingesetzt werden – und damit den „Betrieb stören“ könnten.

Sexismus und andere Unterdrückungsformen müssen aber in der ganzen Gesellschaft bekämpft werden – besonders Gewerkschaften sind daher gefordert, sich in Schulen und Betrieben gegen Diskriminierung einzusetzen.

Erscheint in Zeitungsausgabe: 

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