Quer durch Österreich

Sponseringfalle

Am 8. Juni findet der Life Ball nach 26 Jahren zum letzten Mal statt. Organisator Gery Keszler begründet seine Entscheidung mit der immer schwierigeren Sponsor*innensuche in den letzten Jahren. HIV ist für krankenversicherte Menschen in westlichen Industriestaaten heute eine chronische Krankheit und kein Todesurteil mehr. Während in Afrika weniger als 40% der infizierten Menschen Zugang zu einer HIV-Therapie haben, sind es in Europa und Nordamerika knapp 80%. Zwei Drittel aller Todesfälle weltweit entfallen auf den afrikanischen Kontinent. HIV und AIDS sind weitgehend aus dem öffentlichen Diskurs und damit aus der Aufmerksamkeit verschwunden. Es ist daher wenig verwunderlich, dass große Unternehmen aus dem reichen Norden kein Interesse mehr haben, den Life Ball als Charity Event zu unterstützen. Öko ist aktuell schicker und werbewirksamer…

 

Sport als Spaltung

In der Zwischenkriegszeit spielte Böske Sizigethy im rumänischen Klubfussball als Mittelstürmerin. Auch damals eine Ausnahme, eine Frau unter Männern, aber heute undenkbar. 1975 fuhr Lella Lombardi beim spanischen Formel 1 GP in die WM Punkte. Heute wird in Europa eine eigene Motorsportserie für Frauen geschaffen. Sport im Kapitalismus verbindet nicht, er trennt und das sehr konsequent: in Männer und Frauen, in Menschen mit besonderen Bedürfnissen, nach Herkunft (Nationalmannschaften), nach Alter und natürlich in Profis und Amateure. Der Anspruch, dass Menschen gemeinsam Sport betreiben ist längst Geschichte. Diese Zersplitterung ist die Konsequenz der Unterwerfung des Sports unter die Logik von Profit und kapitalistischem Leistungswahn. Die unterschiedlichen Spartensportarten und Serien lassen sich gewinnbringend verkaufen und vermarkten. Auf Basis dieser Schubladisierung werden dann Sportler*innen diskriminiert: So muss die südafrikanische Läuferin Caster Semenya ihren von Geburt an hohen Testosteronspiegel künstlich senken, um „als Frau“ laufen zu dürfen. Solche Art von Spaltung – wer wo mitmachen darf und wer ein „echter Mann“ oder eine „echte Frau“ ist - setzt sich auch in Job, Schule und Privatleben fort.

Erscheint in Zeitungsausgabe: 

Der Wahnsinn des Kapitalismus

Auch auf Facebook!

23.5.2018

Der Wahnsinn des Kapitalismus: Wir arbeiten grad am nächsten Vorwärts, im Schwerpunkt geht es um Imperialismus und die wachsende Kriegsgefahr. Dazu passend verschickt die schwedische Regierung an...mehr