Kein Opfer für die WM: Solidarität mit den Protesten in Brasilien!

Protestnote an die brasilianische Botschaft in Wien

Diese Protestnote wurde am 13.6.2014 von VertreterInnen der SLP an VertreterInnen der brasilianischen Botschaft in Wien übergeben:

Weltweit protestieren am heutigen Freitag Menschen in Solidarität mit den sozialen und gewerkschaftlichen Kämpfen in Brasilien. Auch wir hier in Wien.

Während die FIFA vier Milliarden Euro mit der WM einnimmt und die brasilianische Regierung monströse Stadien baut, fehlt es den Menschen in Sao Paolo und anderen Städten an bezahlbarem Wohnraum, Bildung, Infrastruktur und auskömmlichen Löhnen. Allein das Stadium in Itaquera kostet 400 Millionen Euro. 4000 Familien, die im „Movimento dos Trabalhadores Sem Teto“ (MTST) organisiert sind, haben sich zu Recht an den dortigen Besetzungen gegen ihre Verdrängung beteiligt.

Mit der Besetzung dieses Grundstücks, das seit Jahren von den Eigentümern als Brachland ungenutzt gelassen wird, kämpfen die Familien in einem Land, in dem sieben Millionen Wohnungen fehlen, für ihr legitimes Recht auf eine Wohnung. Die meisten der Familien haben in äußerst prekären Verhältnissen gelebt, sind Opfer exorbitanter Mietsteigerungen und der Ausbeutung von Grund und Boden. Dieses Phänomen hat sich mit den Bauprojekten, die im Zusammenhang mit der WM stehen, enorm ausgeweitet.

Die WM steht für viele in Brasilien längst nicht mehr für die Freude am Fußballspiel sondern für Mietsteigerung, Verdrängung und Entlassung! Viele Menschen in Brasilien sagen: „Wir brauchen eure WM nicht, wir brauchen Geld für Gesundheit, Wohnen und Bildung!“

Die brasilianische Regierung reagiert mit Repression und greift Streikende und BesetzerInnen an. Es gibt sogar Berichte von ermordeten Straßenkindern.

Jüngst sprach sich die neu berufene Oberste Richterin am Militärgerichtshof, Maria Elizabeth Teixeira Rocha, für den Einsatz der Armee im Landesinneren aus. Ihr zu Folge gehe es um den „Schutz der öffentlichen Sicherheit“. Wir denken: Es geht um den Schutz der Interessen der Regierung, der FIFA und der Profiteure der WM!

Wir erklären uns solidarisch mit den Bewegungen der Obdachlosen in Itaquera, mit den streikenden Flughafenbeschäftigten in Rio, den entlassenen Metroarbeitern in Sao Paulo und allen Opfern dieser Horror-WM. Wir fordern die sofortige Wiedereinstellung der 60 entlassenen Kollegen der Metro! Wir fordern bezahlbaren Wohnraum für die Tausenden Obdachlosen!

  • Für ein sofortiges Ende der brutalen Gewalt und Repression gegen Protestierende.

  • Für eine Weltmeisterschaft der Menschen, nicht des Profits!

Mehr zum Thema: 

Nachrichten aus dem Quarantäne-Kapitalismus

Auch auf Facebook!

25.03.2020

Die Coronoa-Krise trifft alle, aber nicht alle gleich  Aktuell rücken die Lebens- und Arbeitsrealitäten von uns allen näher zusammen. WAS wir konkret für einen Job machen ist gerade...mehr