Es braucht mehr Kampf zum Frauen*tag

Sarah Lammer

1909 initiierten amerikanische Sozialist*innen einen Kampftag für politische und soziale Gleichstellung von Frauen. Die Sozialistin Clara Zetkin forderte 1910 die internationale Ausweitung. Am 8.3.1917 streikten russische Arbeiterinnen und lösten damit eine revolutionäre Welle aus. 1921 wurde beim 2. Treffen der Kommunistischen Fraueninternationale der 8. März als internationaler Frauenkampftag beschlossen. Seitdem gehen Frauen weltweit an diesem Tag auf die Straße. Seit Jahrzehnten versuchen bürgerliche Feminist*innen den Tag zu entpolitisieren, doch seit einiger Zeit wird er wieder kämpferischer.

Die SLP war stets Teil der Demonstrationen und bringt dort ihr Verständnis von Frauenunterdrückung als Merkmal der Klassengesellschaft ein. Auch dieses Jahr waren Aktivist*innen der SLP und unserer sozialistisch-feministischen Initiative „Nicht Mit Mir“ vertreten:

In Wien wurde mit eigenem Block und neuem Banner gleich auf zwei Demos interveniert. Dabei wurde mit Demosprüchen das Thema „Streik als nötiges Kampfmittel“ aufgegriffen. In Linz hielten wir Reden über die aktuellen Angriffe auf das Selbstbestimmungsrecht und Frauenarbeit im Sozialbereich (dazu wurden Flugblätter der Initiative „Sozial aber nicht blöd“ verteilt, an der mehrere SLPler*innen beteiligt sind). In Salzburg organisierten wir eine Kundgebung am Hauptbahnhof mit Reden zu Arbeitsverteilung, Gewalt an Frauen, Kürzungen von FPÖVP, Selbstbestimmungsrecht und Frauen in (internationalen) Arbeitskämpfen. Die Demo in Graz erreichte mit etwa 1.500 Protestierenden eine neue Größenordnung. Die Vorwärts und die pünktlich erschienene neue Zeitung von „Nicht mit mir“ stießen dabei auf großes Interesse.

Trotz der wachsenden Demonstrationen und der jährlichen medialen Thematisierung feministischer Inhalte am 8. März zeigen die Kommerzialisierung des Feminismusbegriffes, Träume vom „goldenen Matriarchat“, sowie der globale rechtskonservative Backlash, dass der Kampf für echte Frauenrechte notwendiger denn je ist. Als sozialistische Feminist*innen sind wir der Überzeugung, dass die Freiheit aller Menschen nur in der Überwindung des kapitalistischen Systems möglich ist und es daher eine Zusammenführung der Proteste unter einem sozialistischen Programm braucht.

Erscheint in Zeitungsausgabe: