Erfolgreicher Kampf für „Amazon-Steuer“

Nicolas Prettner

In der US-amerikanischen Stadt Seattle wurde eine Unternehmenssteuer, die Konzerne wie Amazon betrifft, eingeführt. Beinahe 50 Millionen Dollar stehen als Folge zur Finanzierung von bezahlbarem Wohnraum in öffentlicher Hand zur Verfügung. Dieser historische Erfolg wurde durch die Bewegung #TaxAmazon erkämpft, die von Socialist Alternative, der amerikanischen Schwesterorganisation der SLP, entscheidend mitgetragen wurde. Tausende engagierten sich in der Kampagne und gingen auf die Straße, sogar das Rathaus wurde zeitweise besetzt. Auch Forderungen wie die Vergesellschaftung von Großkonzernen unter demokratischer Kontrolle der Belegschaft, waren sehr präsent in der Bewegung.

Die etablierten Parteien und Großkonzerne taten alles, um diese Steuer zu verhindern. Die Bürgermeisterin wollte Schlupflöcher für die Unternehmen einbauen. Amazon-Chef Jeff Bezos, der reichste Mann der Welt, drohte sogar, dass sein Konzern aufhört, in Seattle zu bauen. Er nahm damit 7.000 Arbeitsplätze in Geiselhaft. Doch es blieb bei der leeren Drohung - die Jobs bleiben, und Amazon muss zahlen.

Dieser Erfolg stellt aber nicht das Ende eines Kampfes, sondern den Anfang dar. Das Beispiel von Seattle kann auch von Bewegungen in anderen Teilen der USA aufgegriffen werden. Ähnlich wie die Bewegung für einen 15$ Mindestlohn, die ebenfalls in Seattle ihren Ausgangspunkt hatte und mittlerweile die ganzen USA und sogar Kanada erfasst hat.

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