Die Impfung zur Weltherrschaft

Lena Goeth

„Die Bevölkerung möglichst schnell impfen!“ – Das ist das Credo der Stunde. Es ist wenig verwunderlich, wenn Staaten schnellstmöglich an „ihre“ Impfdosen kommen wollen. So ist es von Vorteil, eigene Pharmafirmen und -fabriken im Land zu haben. Imperialistische Staaten, v.a. China, Russland, aber auch Indien und die USA versuchen neben der eigenen Impfrate auch den Einfluss auf arme, meist neo-koloniale sowie geostrategisch wichtige Länder zu steigern. Das Interesse an diesen Staaten war schon vor der Pandemie da, aber nun bietet sich eine einmalige Gelegenheit. Impfdosen werden (in kleinen Mengen) verschenkt, kostenpflichtige Deals inklusive Krediten über künftige Lieferungen abgeschlossen. Letzten Sommer lieferte China medizinisches Equipment an Afrika. Schon seit Jahren baut China Straßen, um billig an den Rohstoff Cobalt (im Kongo) zu kommen, der in der Handyherstellung unumgänglich ist. Der von China mitfinanzierte Hafen in Dschibuti ist Handelsknoten und Teil der “neuen Seidenstrasse”.

Nun hat China ein Vakzin namens “Sinopharm”, das neben Asien und Lateinamerika ebenfalls nach Afrika gehen soll. Gleichzeitig versucht Britannien mittels des britisch-schwedischen Impfstoffs AstraZeneca, zum Commonwealth gehörende afrikanische Staaten zu “bauchpinseln”, was aufgrund der Südafrika-Mutante erschwert wird. Nur die USA keuchen dank Trumps Strategie im Impf-Imperialismus hinterher.

Prinzipiell ist es zur effektiven Pandemiebekämpfung nötig, die gesamte Weltbevölkerung möglichst schnell zu impfen, um Mutationen und weiteren Todesopfern vorzubeugen. Im April 2020 gab es mit der “COVAX”-Initiative den Vorstoß, ärmere Länder bei den Impfungen zu unterstützen. Doch diese droht zu scheitern. Und es wäre nicht Kapitalismus, hätten die “Spenderstaaten” nur die Gesundheit als Ziel. Russland nützt nun Sputnik im Ausland, während die Impfrate lt. eigenen Angaben nur bei 6% liegt (Stand 14.4.21). Ganz der Natur des Kapitalismus entsprechend, stehen für die Großmächte geopolitische Interessen im Vordergrund. Um diese Pandemie zeitnah zu beenden, ist eine demokratisch geplante Produktion und Verteilung der Impfstoffe ohne Profitinteressen notwendig!

 

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