Demonstrationen in Solidarität mit Afrin

Mehrere hundert Menschen demonstrieren in Wien und Linz in Solidarität mit Afrin
Celina Brandstötter

Demonstration in Linz

Manuel, ein SLP-Aktivist,

bei seiner Rede auf der Demonstration

Demo in Wien

Am 24.4.2018 fanden erneut weltweit Proteste gegen die Verbrechen in Afrin, die sich gegen die dortige kurdische Bevölkerung richten, statt. Die Türkei startete auf Erdogans Befehl hin, vor circa zwei Monaten die militärische Offensive gegen die Stadt in Nordsyrien, welche Teil Kurdistans ist. Laut türkischer Armee wurde Afrin vor einigen Tagen nun vollkommen eingenommen. Während dieses kriegerischen Verbrechens wurde mit extremster Brutalität auch gegen die Zivilbevölkerung vorgegangen. Hunderte wurden verletzt oder gar getötet, die Infrastruktur der Stadt ist zerstört und der Zugang zur Gütern des täglichen Bedarfs ist kaum existent. Hunderttausende Menschen befinden sich nun auf der Flucht.

In Wien und Oberösterreich beteiligten sich AktivistInnen der Sozialistischen Linkspartei solidarisch an den Protestmärschen gegen Erdogans Terror in Afrin. In Linz formierte sich erst vor kurzem ein Bündnis aus verschiedenen linken Gruppierungen, welches die Demonstration über die Linzer Landstraße organisierte, und auch weiterhin Aktionen gegen Erdogans Tyrannei in Afrin organisieren möchte. Die Sozialistische Linkspartei ist Teil dieses Bündnisses.

In unseren Gesprächen mit DemoteilnehmerInnen und PassantInnen, Flyern, sowie in Redebeiträgen haben wir nicht nur unsere Forderung nach einem freien, unabhängigen und sozialistischen Kurdistan absolut deutlich gemacht, sondern außerdem die Ereignisse in Afrin klar in Verbindungen mit der kapitalistischen Krise gebracht.

Manuel Schweiger, SLP-Aktivist in Linz, machte in seiner Rede auf der Demonstration klar:

„Das Schweigen der Schwarz-Blauen Regierung zeigt, dass sie in Wirklichkeit kein Problem mit dem Erdogan Regime haben. Ihre populistische Erdogan Kritik nutzen sie nur für billigen Rassismus gegenüber unseren türkischen KollegInnen und FreundInnen während sie und ihre Hintermänner in Industrie und Wirtschaft gleichzeitig beste Geschäfte mit dem Erdogan-Regime machen. Von ihnen können wir uns nichts erwarten. Es gibt nur einen Verbündeten der kurdischen Befreiungsbewegung und das ist die internationale sozialistische Bewegung"

Ebenso haben wir haben offen und laut das Verhalten von EU, NATO und der österreichischen Regierung an den Pranger gestellt: 90 Prozent der, gegen die Bevölkerung Afrins, eingesetzten Waffen, stammen aus dem Westen, allem voran aus Deutschland.

Die österreichische Schwarz-Blaue Regierung schweigt eisern über dieses Kriegsverbrechen, obgleich die Türkei sonst bei jeder europapolitischen Frage kritisiert und gegen TürkInnen gehetzt wird. Und wenn sich großen westlichen imperialistische Mächte dazu herablassen, die Angriffe in Afrin zu kritisieren, so sind dies heuchlerische und letztlich zynische Lippenbekenntnisse.

Klarerweise wird es zu keinem Einschreiten der EU oder NATO kommen und klarerweise wird Schwarz-Blau auch weiterhin keinen Anlass sehen, die gerade in Afrin an KurdInnen verübten Verbrechen, auch nur zu kritisieren, da sie genau wie die Türkei von dieser Militärinvasion profitieren.

Der Angriff auf Afrin und die massive Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung dort, wie auch anderswo, ist unter anderem der Versuch, türkische imperialistische Interessen zu sichern, den kurdischen Widerstand noch weiter zu schwächen und Hetze gegen sie zu schüren, sowie die türkische Bevölkerung von innerpolitischen und wirtschaftlichen Krisen abzulenken.

Der Angriff auf Afrin ist nur eines, zahlreicher Beispiele, die zeigen, wie rücksichtslos und brutal der Imperialismus vorgeht, um seine Profitinteressen zu sichern. Der Kapitalismus befindet sich weltweit in einer Dauerkrise, und die Lage spitzt sich immer weiter zu, weshalb militärische Gewalt und Konflikte kontinuierlich ansteigen und die Repression gegen Minderheiten zunimmt.

Deshalb fordern wir den ÖGB dazu auf, sich deutlich und aktiv, in der Sache von Afrin und der Kurdenfrage solidarisch zu zeigen und mit uns gemeinsam aktiv zu werden.

Verbleiben wir nicht dabei, diesen imperialistischen Akt des Grauens anzuprangern, sondern werden wir aktiv und kämpfen nicht bloß gegen symptomatische Ausbrüche eines krisenhaften Systems, das auf der Ausbeutung Vieler für den Profit Weniger beruht.

Werden wir auf der Straße, in linken politischen Bündnissen und Organisationen, in Schulen, Betrieben und in gewerkschaftlichen Strukturen aktiv, um uns gegen die Ursache für diese katastrophalen und menschenverachtenden Übergriffe zu wehren – das kapitalistische System, das in seinem Streben nach Anhäufung von Profit, natürlich nur für eine privilegierte Minderheit, keine Grenzen kennt, Menschen der ArbeiterInnenklasse systematisch auszubeuten und Menschen aufgrund, ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht, Religion, sexueller Orientierung usw. zu unterdrücken.

Überwinden wir religiöse, sexistische und nationale Barrieren und werden wir gegen den Terror in Afrin, gegen Schwarz-Blau, Trump, Orban, Putin und andere Auswüchse des kapitalistischen Wahnsinns aktiv!

 

HOCH DIE INTERNATIONALE SOLIDARITÄT!
FÜR EINEN INTERNATIONALEN KAMPF GEGEN ERDOGANS TERROR IN AFRIN
UND DEN KAPITALISMUS!
BIJI BERXWEDANA AFRIN!

 

Der Wahnsinn des Kapitalismus

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