Belgien: Universitätspersonal streikt für den Erhalt von Kantine und Kindertagesstätte

Yara Weiss, Texterin/Autorin und Aktivistin bei ROSA Deutschland

Artikel aus der aktuellen ROSA-Zeitung (März 2022)

An der Ghent Universität (Belgien) kämpfen Campus-Angestellte, Student*innen und solidarische Kolleg*innen gegen Kürzungen, die massive Auswirkungen auf die seit Jahrzehnten am Campus beschäftigten Arbeiter*innen haben. Vor allem, aber nicht nur, ist davon die Kindertagesstätte betroffen, was Konsequenzen für den Zugang zu Bildung für Mütter (und Väter) bedeutet. Die regionale Regierung versucht hier wieder mal in kapitalistischer Manier durch Privatisierungsprozesse Geld zu sparen. Abgesehen davon, dass das nicht funktioniert und lediglich dazu führt, dass die Arbeitsbedingungen für Menschen, die angestellt werden, nachdem ihre Vorgänger*innen entlassen wurden, fundamental schlechter sind, ist die Universität mit 15.000 angestellten Personen auch noch der größte Arbeitgeber der Region. Die Kürzungen treffen nicht nur Arbeiter*innen erster Hand. Studiengebühren sollen erhöht werden, das Essen für Campus-Personal wird teurer und natürlich gibt es keine ordentliche rechte Reform ohne einen Angriff auf Urlaubstage und den Zugang zu kostenloser Krankenversicherung.

Die Antwort der Arbeiter*innen war schnell überlegt und umgesetzt. Noch bevor die Gewerkschaften Kontakt aufnehmen konnten, wurde in der Kindertagesstätte schon gestreikt und eine kämpferische Grundhaltung machte sich am ganzen Campus breit. Am 23.2. fand eine erste Demonstration satt. Die Kürzungen in Ghent sind ein rechter Versuch auszutesten wie viel Unterdrückung und Ausbeutung ausgeübt werden kann und es liegt an uns und unseren Genoss*innen in Belgien Gegenmaßnahmen zu setzen. Aktivist*innen von ROSA Belgien unterstützen den Kampf tatkräftig und bereiten uns zusammen mit den Campus-Angestellten auf einen Streik am 8. März vor.

 

Die ganze ROSA-Zeitung findest du hier:

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