Armut und österreichische Konzerngewinne in Osteuropa

Kalter Winter gut fürs EVN Geschäft...

In Bulgarien leben 21 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Die niederösterreichische EVN versorgt dort rund 1,5 Millionen Haushalte mit Strom. Die Stromkosten eines Haushaltes liegen bei rund 127.- Euro/Monat. Der Mindestlohn liegt bei 125.- und der Durchschnittslohn bei 350.- Euro. Die EVN ist über Tochterfirmen in Bulgarien auch im Gasgeschäft und an mehreren Kraftwerken beteiligt. Im Geschäftsjahr 2011/12 machte sie einen Reingewinn von 194,9 Millionen Euro. Ende 2012 stand im zynischen Geschäftsbericht: „Die Umsätze wurden durch den historisch kältesten vergangenen Winter sowie höhere Endkundenpreise in Südosteuropa um 4,3 Prozent auf 2,847 Mrd. Euro in die Höhe getrieben“.

Tuberkulose in Osteuropa zurück...

In den letzten 20 Jahren hielt man die Tuberkulose in Europa für ausgerottet. Mit der Restauration des Kapitalismus und dem massiven Abbau im Gesundheitswesen könnte sie ausgehend von Osteuropa wieder zum Massenphänomen werden. 23 % der rumänischen Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Jährlich erkranken 1.000 Menschen an Tuberkulose. Viele können sich keine medizinische Versorgung leisten, die Durchschnittspension beträgt 100.- Euro, der Mindestlohn liegt bei 81 Cent in der Stunde. Gleichzeitig machte die OMV im Geschäftsjahr 2012  888,5 Milllionen Euro Reingewinn mit Heizöl, Diesel und Benzin. Die rumänische Tochter der Raiffeisenbank machte 2012 in Rumänien 88 Millionen Euro Gewinn.

Profite bei Raiffeisen...

Trotz Verlusten – v.a. in Ungarn und Slowenien – machte Raiffeisen International im Jahr 2012 725 Millionen Euro Gewinn. Der Großteil kommt aus Osteuropa: In Polen lag der Gewinn der 2012 bei 1,95 Millionen Euro (2011 waren es noch mehr als 135 Millionen Euro), in Russland 2012 bei 473 Millionen. In Weißrussland stieg der Gewinn von sechs Millionen 2011 auf 26 Millionen 2012; In Kroatien von 42 auf 45 Millionen Euro. Im kleinen Kosova/Kosovo waren es 13 Millionen Euro.

Obwohl die Raiffeisenbank International auf einer Reihe fauler Kredite sitzt, erhöhte sie die Dividende von 1,05 auf 1,17 Euro pro Aktie. Damit wurden über 228 Millionen Euro an Dividenden ausbezahlt.

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