Arm trotz Arbeit? Ohne uns!

Holen wir uns das Geld für höhere Löhne bei den Reichen – wenn's sein muss mit Demos und Streiks.
Michael Gehmacher

Hält man den Lohn- und Gehaltserhöhungen die Steigerung bei Preisen und Steuern entgegen, so sanken die Einkommen der Beschäftigten hierzulande 2010-14 durchschnittlich um 3%. Auch 2015 gibt's Reallohnverluste. Soweit der Durchschnitt. „Unten“ ist die Situation dramatischer: jene 25% die am wenigsten verdienen, haben in den letzten zehn Jahren real 9% Einkommen verloren. Bei Frauen sind die Entwicklungen besonders schlimm.

Gleichzeitig steigen Gewinne und Einkommen der Superreichen: Das reichste 1% besitzt 670 Milliarden Vermögen und Immobilien. Kaum ein Gewerkschaftsmitglied versteht daher, wieso nach einer BetriebsrätInnenkonferenz und bei hoher Kampfbereitschaft die MetallerInnen mit 1,5% abgespeist werden.

Im Gegenteil: Viele wollen die aktuellen Kollektivvertragsverhandlungen nutzten, um endlich mal wieder die Realeinkommen anzuheben. Von selbst macht das die Gewerkschaftsführung nicht! Aktive Gewerkschaftsmitglieder und BetriebsrätInnen können mit Betriebsversammlungen und Aktionen gemeinsam Druck machen: so kann die Führung der Fachgewerkschaften zu einer kämpferischen Lohnpolitik gezwungen werden. Der Aufbau demokratischer Betriebsgruppen und Urabstimmungen aller betroffen KollegInnen schützen dabei vor neuen Niedrigabschlüssen.

 

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25.03.2020

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