Ali, boma ye! Ali, töte ihn!

40 Jahre Rumble in the Jungle – George Forman gegen Muhammad Ali
Ali Kropf

1967, mitten im Vietnam-Krieg, erhält der Boxweltmeister seinen Einberufungsbefehl. Anders als andere „Rebellen“ wie etwa Elvis vor ihm, widersetzt sich aber Ali. Er will nicht die „weißen Sklavenherren“ gegen das vietnamesische Volk unterstützen. Er bekennt sich zur „Nation of Islam“. Eine dubiose religiöse, aber radikale Organisation von Afroamerikanern, der auch Malcolm X angehörte. Ein erfolgreicher und selbstbewusster Schwarzer, der sich weigert, in den Krieg zu ziehen – das ist zu viel für das Establishment! Ali werden alle Titel aberkannt, seine Lizenz genommen und der Pass eingezogen.

Aber er ist nicht am Ende. 1970 boxt er sich an die Spitze zurück. Verliert zweimal zur Freude des weißen Amerikas. Ende Oktober 1974 ist es dann soweit und Ali boxt in Kinshasa (damals Zaire, heute Demokratischen Republik Kongo) gegen George Foreman um den Titel. Ali inszeniert den Kampf als Teil des Kampfes der Rechte der AfroamerikanerInnen in den USA. Forman, ebenfalls Afroamerikaner, lässt sich als Vertreter der offiziellen, weißen USA präsentieren. Ali mobilisiert die Bevölkerung. Er trainiert in Afrika, joggt mit den Straßenkindern unter den Rufen der Menschen: Ali, boma ye – Ali, töte ihn! Es zeigt sich auch die dünne politische Grundlage. Zaire ist eine Militär-Diktatur. Präsident Mobuto hatte die Unabhängigkeitsbewegung verraten und sich mit Unterstützung der USA an die Spitze geputscht. Gegner lässt er öffentlich hinrichten. In der bereits zusammenbrechenden Revolution kämpft auch Che Guevara 1965 vergebens. Und natürlich benutzt auch Mobuto den Kampf. So wird das ursprüngliche politische Element immer mehr zu Gunsten des Kommerziellen und der Propaganda verdrängt.

Alle erwarten einen von Beginn an dominanten Ali. Der aber legt sich in die Seile und lässt sich vom „Schläger“ Foreman verdreschen. Als sich Foreman ausgepowert hat, schlägt Ali in Runde 8 eine Kombination und Foreman liegt am Boden – ausgezählt. Ali ist wieder Weltmeister. Einer der politischsten, aber letztlich auch inszeniertesten Boxkämpfe ist zu Ende.

 

 

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