Was passiert mit Abgeschobenen?

SLP-Aktivistin Maria Hörtner folgte den Spuren aus Österreich abgeschobener Flüchtlinge nach Ungarn.
Das Interview führte Alexander Svojtko

Wie ist die Situation in Ungarn?

Ich war in einem „Detention-Center“; dort werden alle Flüchtlinge festgehalten, bei denen die Behörden meinen, dass der Asylbescheid negativ wird. Das betrifft vor allem Menschen aus Pakistan, Kosovo, Bangladesh und Nigeria.

Die „Detention Centers“ gibt´s seit 1.7. – Wie geht's dort zu?

Die sind wie Gefängnisse. Die Leute dürfen nicht raus und es gibt nichts zu tun. Die „SozialarbeiterInnen“ wirken eher wie GefängniswärterInnen – und treten oft auch so auf. Es wurde auch schon öfter mit blanker, körperlicher Gewalt gegen die Flüchtlinge vorgegangen. Das führt dann auch dazu, dass es auch unter den Flüchtlingen selbst zu Aggressionen kommt.

Bis zu sechs Monate können die Leute so festgehalten werden. Und wenn das Asylverfahren dann noch nicht abgeschlossen ist?

Dann werden sie in einem „Nebengebäude“ bis zu weiteren zwölf Monaten festgehalten. Wir selbst konnten dort nicht hin, aber dort soll es noch viel schlimmer sein. Nach diesen insgesamt 18 Monaten werden sie dann einfach auf die Straße gesetzt. Ohne Job, ohne Wohnung, ohne Unterstützung. Und dann machen sich sie sich laut Gesetz wegen Landstreicherei strafrechtlich schuldig. Es gibt eine EU-Empfehlung, dass im Zuge von Dublin II-Verfahren wegen der dort herrschenden Zustände nicht nach Ungarn abgeschoben werden soll! Aber Österreich richtet sich halt nicht danach.

 

 

 

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