QUEERstellen gegen Kapitalismus!

Nicolas Prettner

Am 23.6 fand die 5. Grazer CSD-Parade statt. An der Demonstration und dem anschließendem Parkfest beteiligten sich um die 3000 Personen. Zusammen mit dem Aufbruch Graz war die SLP mit einem lauten, antikapitalistischen Block vertreten.

 

Unter Schwarz-Blau ist eine kämpferische Pride wichtiger denn je. Die Rechte von LGBTQIA-Personen finden im Regierungsprogramm keine Erwähnung und sowohl FPÖ, als auch ÖVP sprechen sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe aus. Beide Parteien fallen immer wieder mit homophoben Positionen auf.  So behauptet die neue blaue Nationalratspräsidentin Kitzmüller, dass die Tatsache das homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen "ungeeignet für die Psyche der Kinder" sei und Vizekanzler Strache selbst bezeichnete Homosexualität als Krankheit. Schwarz-Blau propagieren ein reaktionäres Familienbild, hart erkämpfte Rechte stehen weit oben auf ihrer Abschussliste. Konservative FundamentalistInnen werden durch die Regierung gestärkt. Eine Reihe von ÖVP- und FPÖ-PolitikerInnen unterstützt ihre Aufmärsche und Veranstaltungen, wie den „Marsch für die Familie“, wo unter anderem die „Ehe nur zwischen Mann und Frau“ gefordert wird.

 

Um die kommenden Angriffe von ÖVP und FPÖ zurückzuschlagen, braucht es mehr als eine Parade im Jahr. Jetzt ist es notwendig offensive Forderungen aufzustellen, auch sozialpolitische. So wird Diskriminierung am Arbeitsplatz nur enden, wenn es Arbeitsplätze und gerechte Löhne für alle gibt.  Doch immer mehr CSD-Demonstrationen, wie auch die in Graz, nehmen einen kommerziellen Charakter an. Die Grazer Parade wurde dieses Jahr von der steiermärkischen Sparkasse gesponsert, VertreterInnen der etablierten Parteien und der Kirche konnten reden halten. Aber Unternehmen, Kirche und bürgerliche PolitikerInnen sind keine BündnispartnerInnen im Kampf für LGBTQIA-Rechte, sondern sind einzig auf gute PR aus. Stattdessen braucht es eine Bewegung von unten. Der Ursprung des Christopher Street Day geht auf einen Aufstand der LGBTQIA-Community 1969 gegen Polizeigewalt und Repression in New York zurück. Auch damals waren es von der Unterdrückung im Kapitalismus am stärksten betroffene Arbeiter und Arbeiterinnen, welche auf die Straße gingen.  Ein Schritt in Richtung einer solchen  Bewegung könnte durch eine gewerkschaftliche Kampagne für die Rechte von LGBTQIA-Personen, verbunden mit sozialen Forderungen, gesetzt werden. Dies würde auch die Solidarität zwischen KollegInnen unterschiedlichen Geschlechts und sexueller Orientierung fördern.

 

Solch eine Bewegung braucht auch eine klare antikapitalistische Ausrichtung. Homophobie dient im Kapitalismus als Spaltungsinstrument, um einen gemeinsamen Kampf zu verhindern. Tatsächliche Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit ist erst in einer sozialistischen Gesellschaft möglich.

In zahlreichen Diskussionen auf der Demonstration und an unserem Info-Tisch zeigten wir die Notwendigkeit eine antikapitalistischen Perspektive auf. Wenn auch du genug hast von Homophobie, Transphobie und dem ganzen kapitalistischen Wahnsinn an sich, werde zusammen mit uns aktiv für die Rechte von LGBTQIA-Personen und für eine sozialistische Zukunft.


Linzpride 2018 - Parade: 14.30, Martin-Luther-Platz

Der Wahnsinn des Kapitalismus

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23.5.2018

Der Wahnsinn des Kapitalismus: Wir arbeiten grad am nächsten Vorwärts, im Schwerpunkt geht es um Imperialismus und die wachsende Kriegsgefahr. Dazu passend verschickt die schwedische Regierung an...mehr