Irland: it’s time for a choice

Celina Brandstötter

Am 25. Mai wurde in Irland das Referendum über den 8. Verfassungszusatz durchgeführt, der es in Irland Frauen unmöglich macht, eine sichere und legale Abtreibung durchführen zu lassen. Bisher hatte Irland eines der strengsten Abtreibungsgesetze in ganz Europa. Beim Referendum waren knapp 3,2 Millionen Menschen wahlberechtigt und es ging mit einem eindeutigen Ergebnis aus: Mehr als 2/3 aller WählerInnen stimmt mit einem Ja für die Aufhebung des Gesetzes, das in der Vergangenheit nicht nur Frauen zu Auslandsreisen gezwungen hat, sondern auch in ihrer medizinischen Behandlung einschränkte oder sogar zum Tod von Frauen führte, denen einen lebensrettende Abtreibung verwehrt wurde.

Dieses mehr als eindeutige Ja der irischen Bevölkerung spiegelt den gesellschaftlichen Umbruch und die massive Schwächung konservativer Kräfte wider. Irische Frauen (und Männer) sind nicht länger bereit, sich durch das „moralische“ Weltbild der Kirche, die letztlich nur zur Unterdrückung der Frau und Sicherstellung ihrer Machtposition dient, bevormunden zu lassen. Zahlreiche Organisationen haben sich an der Pro-Choice Kampagne beteiligt, darunter Gewerkschaften, Menschenrechtsorganisationen, feministische Organisationen und Plattformen die sich für LGBT-Rechte und gegen Rassismus einsetzen. Eine besonders herausragende Rolle spielt in der Pro-Choice Kampagne seit Jahren die sozialistisch-feministische Organisation ROSA. Die kämpferische Kampagne in der Frauen auch der Zugang zur Abtreibungspille ermöglicht wurde war ein wichtiger Bestandteil für diesen Sieg.

Noch ist nicht klar, wie das kommende Abtreibungsgesetz von der konservativen Regierung formuliert wird und wie der praktische Zugang gewährleistet wird. Dass dieser Sieg erst ein Anfang ist betonte die sozialistische Parlamentsabgeordnete und Aktivistin von ROSA, Ruth Coppinger, in ihrem Statement nach dem Referendum. Ein weiterer wichtiger Schritt ist nun die Bereitstellung und Verbreitung von Verhütungsmitteln durch das öffentliche Gesundheitswesen, ein fortschrittlicher Aufklärungsunterricht und echter Zugang zu Abtreibung. Heute wird ein Großteil des Schul- und Gesundheitswesen durch die katholische Kirche betrieben. Auch damit muss Schluss sein macht Coppinger klar.

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