Ebola: Die Toten müssen nicht sein!

Keine Barbarei ohne Profite, keine Profite ohne Barbarei
Helga Schröder

Die von Ebola betroffenen Staaten zahlen mehr Zinsen an IWF und Weltbank als für ihr Gesundheitswesen. Auf 100.000 Menschen kommen 1-2 ÄrztInnen. Ebola ist eine Seuche der Armut. Die Herrschenden reagieren mit Versammlungsverbot, Ausgangssperre, Grenzschließung, Absperrungen. Es kommt zu Knappheit und Teuerung bei Lebensmitteln. Die Polizei erschießt Protestierende, hungernde PatientInnen flüchten aus Isolierstationen. Beschäftigte im Gesundheitswesen arbeiten unter heroischem Einsatz und katastrophalen Bedingungen für Hungerlöhne, oft seit Monaten nicht ausgezahlt. In einer Reihe von Streiks fordern sie ein Minimum an Schutz und Löhnen.

Forschung an Medikamenten und Impfstoffen war für Pharmakonzerne unprofitabel, weil Ebola sich bisher auf die ärmsten ländlichen Gebiete beschränkte. Forschung durch z.B. Tekmira und Mapp Bio wurde vom US-Verteidigungsministerium zwecks Bekämpfung biologischer Waffen finanziert, die zurückgefahren wurde, als biologische Waffen dem Imperialismus nicht mehr bedrohlich erschienen. Ohne Profitorientierung wäre die Forschung weiter, vielleicht Ebola schon heilbar. „Konkurrenz“ behindert den Fortschritt. Nun steigen die Aktien der Pharmakonzerne; weiters profitieren Online-Handel, Sanitär- und Desinfektionsmittelbranche, Lebensmittelspekulanten. Die Barbarei muss durch Enteignung beendet werden. Nur in öffentlicher Hand unter demokratischer Kontrolle können Forschung und Pharmaindustrie nach Bedürfnissen von Menschen agieren.

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25.03.2020

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