Der Aufstand der Arbeiter*innen in Polen

Pawel Nowak

Das stalinistische Polen hatte am Ende der 1960er Jahre einige wirtschaftliche Probleme und damit zu kämpfen, die Bevölkerung ausreichend mit Lebensmitteln zu versorgen. Nach dem Posner Arbeiter*innenaufstand 1956 verursachte 1970 die Ankündigung, die Lebensmittelpreise vor Weihnachten um bis zu 38% zu erhöhen, Demonstrationen entlang der Ostsee. Die Proteste steigerten sich zu einem Volksaufstand und Polen befand sich zeitweise am Rand eines Bürger*innenkrieges. Den Start machten die Arbeiter*innen in der Werft von Danzig mit einem Streik, dann breiteten sich die Proteste über ganz Polen aus. Die Hotspots waren zwar Gdingen und Danzig, doch sie breiteten sich auch auf Stettin, Helbing, Warschau, Breslau und noch einige andere Städte aus.

Als Reaktion wurden Panzer in die Städte geschickt, die Proteste blutig niedergeschlagen und beendet. Es wird geschätzt, dass über 100 Personen starben, über 1.000 Demonstrant*innen verletzt wurden. Die stalinistische Bürokratie war in Panik und versuchte die Proteste mit einer Kombination aus Repression und Zugeständnissen einzudämmen und zu beenden. Gomułka, der damalige Parteichef der stalinistischen „Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei“ (PZPR), welcher die Befehle zur blutigen Niederschlagung erteilte, wurde durch Edward Gierek ersetzt. An einer Fortsetzung des arbeiter*innenfeindlichen Kurses der PZPR änderte das aber wenig und führte nur 10 Jahre später zu weiteren Erhebungen. 

 

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