Be pride and fight!

Jan Millonig

1969 fand in New York ein mehrtägiger Aufstand von Homo- und Transsexuellen gegen Polizeirepressionen statt. Die LGBTQ-Bewegung kam auf die Straße. Heute gibt es international Regenbogenparaden. Oft unter Angriffen, wie in Polen, Ungarn oder Russland, wo Schwesterorganisationen der SLP führend bei der Verteidigung sind. Auch in Wien wollten 2012 religiöse FundamentalistInnen die Parade stören. Die SLP hat sich ihnen gemeinsam mit Anderen in den Weg gestellt. Auch heuer planen sie Aktionen gegen den "Aufmarsch der Homo-Unzüchtler", wir mobilisieren dagegen.

Bei dem Thema ist schon viel weitergegangen. Was kostet es liberale Regierungen auch, entsprechende Gesetze zu machen? So kaufen sich Teile der Bürgerlichen billig Stimmen von einem WählerInnensegment. Doch die wesentlichen Kämpfe sind noch nicht ausgestanden. Verfolgung aufgrund sexueller Orientierung ist kein Asylgrund. Deshalb tritt die SLP mit FlüchtlingsaktivistInnen für deren Rechte ein. Mobbing am Arbeitsplatz und in der Schule ist ein Thema, trotz entsprechender Gesetze. Hier sind die Gewerkschaften (auch in der Schule) gefordert, Kampagnen zu führen und gegen Diskriminierung zu kämpfen.

Auf der Regenbogenparade marschiert die Müllabfuhr auf, was sehr cool ist. Aber ein großer kämpferischer Block der Gewerkschaften mit KollegInnen ALLER sexuellen Orientierungen aus allen Bereichen in Dienstkleidung inklusive Gerät und politischen Transparenten – das wäre ein starkes Signal. Es gilt zu zeigen, dass Homo- und Transsexuelle gewöhnliche Leute sind, mit denen wir täglich zusammenarbeiten oder in die Schule gehen und nicht nur „schrille Vögel“, die zweimal im Jahr auftanzen. Eine Politisierung würde gut tun, denn es gibt keine einheitliche LGBTQ-Community. Auch hier gibt es Arme und Reiche, MigrantInnen und RassistInnen, Opfer und TäterInnen einer Gesellschaft, die gezielt Gruppen diskriminiert. Die einen haben gleiche soziale Interessen und sind mit Diskriminierung konfrontiert, die anderen sind für Kürzungen verantwortlich und haben es „gesellschaftlich“ leichter. Erfolge sollten wir mit Stolz feiern, doch müssen wir auch die aktuellen Probleme offensiv angehen und uns gegen Angriffe wehren.

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