Ist die Krise schon überstanden?

Der kapitalistische Wirtschaftsmotor stottert wieder lauter, ist aber trotzdem schrottreif.
Thomas Hauer

Im Mai endete der bisher letzte harte Lockdown. Wirtschaftsforscher*innen freuten sich, dass durch die Lockerungen die Wirtschaftsleistung wieder gestiegen und die Arbeitslosigkeit gesunken ist. Kombiniert mit dem Fortschritt bei den Impfungen, die die Chancen auf neue Lockdowns senken, wirkt das mal beruhigend. Aber auch nur, wenn man den ewig langen Rattenschwanz vergisst, der dann noch kommt.

Ende 2022 soll die Wirtschaftsleistung wieder auf Vorkrisenniveau sein. Durch die Öffnungen wird es positiven Effekt in Handel, Gastro und Tourismus geben. Auch weil viele durch die Lockdowns mehr sparen konnten. Die andere Seite sind Kurzarbeit und hohe Arbeitslosenquote, die einen negativen Einfluss auch auf die Kaufkraft haben.

Doch jeder „Aufschwung“ wird schwach und nicht von Dauer sein. Denn der Wirtschaftsmotor begann schon vor Corona zu stottern. Manche, wie die Pharmaindustrie profitieren, gesamtgesellschaftlich wurden die Krisenbedingungen aber verschärft. Durch die schwache Kaufkraft, explodierende Rohstoffpreise und das Schrumpfen der Märkte haben Kapitalist*innen nun noch weniger Anreiz, die Wirtschaft auszubauen.

Daran wird auch ein Investitionsbonus wenig ändern. Die Pandemie beschleunigt den Konzentrationsprozess, Firmen machen dicht. Die Situation am Arbeitsmarkt wird von Unternehmen eher dazu verwendet, ihre Lage zu stabilisieren. Sie erhöhen den Druck auf die Beschäftigten und treiben die Politik zum Angriff auf Arbeitnehmer*innenrechte an. Ein dauerhafter Aufschwung mit echten Verbesserungen für alle ist leider Fake News.

 

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25.03.2020

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