Mehr als 5 Millionen streiken 2018 in Spanien

„Wenn wir streiken, steht die Welt stil!”
Nici H., Studentin und Aktivistin bei ROSA und der Sozialistischen LinksPartei (SLP)

Artikel aus der aktuellen ROSA-Zeitung (März 2022)

Am 8. März 2018 stehen in Spanien 5,3 Millionen Menschen auf der Straße und setzten mit einem landesweiten Streik ein Zeichen gegen Sexismus, Ungleichbehandlung und Gewalt. Frauen wie Männer aus verschiedenen Berufs- und Gesellschaftssparten unterstützten die Proteste. Der öffentliche Verkehr stand still, die Müllabfuhr funktionierte nicht, Fernsehprogramme vielen aus.

Diese Bewegung von unten wurde auf Initiative von Hunderten von Frauenverbänden, sozialen Bewegungen und linken Organisationen aufgebaut, die monatelang an diesem Erfolg gearbeitet haben und vo. Der Streik war also allgemein organisiert, was ihn zu einem maßgeblichen Ereignis für die spanische, aber auch für die europäische Frauenbewegung macht. 

Schüler*innen- und Studierenden-Organisationen sowie die Arbeiter*innenbewegung spielten eine zentrale Rolle bei den Streiks. So trugen zum Beispiel “Sindicato de Estudiantes” (SchülerInnen und Studierenden Vereinigung) und “Libres y Combativas” (“Frei und Kämpferisch” - eine sozialistische feministische Plattform) wesentlich dazu bei, dass 90% der Oberstufenschüler*innen und 80% der Studierenden gemeinsam mit tausenden anderen Frauen auf die Straße gingen.

Die damaligen Machthaber*innen, die rechte konservative Partei Partido Popular und die nationalistische Oppositionspartei Ciudadanos, lehnen Streiks und Demonstrationen ab und stehen für eine sexistische, kapitalistische Klassengesellschaft. Durch den Generalstreik in Spanien wurde ein klares Zeichen gegen diese menschenverachtende Politik gesetzt.

Um von der Regierung gehört zu werden muss es also einen Streik geben, bei dem Menschen aus allen Lebensbereichen beteiligt sind. Dabei muss klar kommuniziert werden, dass es soziale Verbesserungen in der gesamten Gesellschaft – und hier vor allem im Bildungsbereich – braucht. In weiteren Schul- und Hochschul-Streiks in Spanien drückte sich die Wut über den Sexismus an Schulen und über den strukturellen Sexismus, der dort, so wie in vielen anderen Ländern, herrscht, aus.

Schüler*innen werden von der Regierung oft vergessen. Sie werden nicht als „voll“ genommen, von oben herab behandelt und stehen am Regierungsplan ganz unten auf der letzten Seite, denn Schüler*innen bringen keine Profite. Dies konnte man in den vergangenen Wochen und Monaten in vielen Ländern, wie auch in Österreich gut beobachten. Anstatt sich um die Schulen zu kümmern, schenkten die Entscheidungsträger*innen lieber den wirtschaftlichen Angelegenheiten ihre Aufmerksamkeit. So wird es auch ewig weitergehen, wenn Schüler*innen nicht zusammen mit der Arbeiter*innenklasse aufstehen und für ihre Rechte kämpfen. 

So wie in Spanien müssen es auch andere Länder schaffen, einen Streik zu organisieren, bei dem alle zusammen auf die Straßen gehen. Es müssen vor allem jene Gruppen miteinbezogen werden die von der Politik am wenigsten gehört werden. Nimmt man Spanien als Beispiel sieht man, wie wichtig es ist, dass sich Schüler*innen organisieren, denn ohne ihre Teilnahme wäre der Streik in Spanien niemals so erfolgreich geworden. Durch einen Generalstreik kann Druck von unten auf die Politik ausgeübt werden, wodurch sie gezwungen werden Zugeständnisse zu machen.

Darum ist klar: wir müssen handeln! Wir, meint nicht nur uns Frauen, sondern wir meint uns als gesamte Arbeiter*innenklasse und Jugend, und zwar in allen Bereichen! Wir müssen aufstehen, wir müssen laut sein, wir müssen kämpfen, wir müssen streiken! 

 

Die ganze ROSA-Zeitung findest du hier: