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Sozialistische LinksParteiösterreichische Sektion des Komitees für eine ArbeiterInneninternationale (CWI) |
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27.01.2010Haiti: Leid ist vermeidbarKategorie: Naturkatastrophen/Ökologie, AmerikasTage und Wochen nach den Erdbeben vom 13. und 20. Jänner sind die Bilder die gleichen: Chaos, Elend, Verzweiflung. Aber welchen Schaden ein Erdbeben anrichtet hängt nicht von der Stärke des Bebens alleine ab – sondern davon, wie die Rahmenbedingungen im jeweiligen Land sind. Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre, 2/3 der Bevölkerung lebten vor dem Beben unter der absoluten Armutsgrenze. Durch Kolonialismus und Imperialismus wurde Haiti ausgeblutet, von Eigenversorgung auf Exportwirtschaft umgestellt. Heute müssen fast alle Lebensmittel teuer importiert werden, u.a. auch weil 1994 Haiti gezwungen wurde, Importzölle de facto zu streichen und so die Reste heimischer Nahrungsmittelproduktion der Kaffee- und Mangoproduktion weichen mussten. Echte und verlogene HilfeDie Hilfsbereitschaft der „normalen“ Menschen ist enorm. Und damit auch ein Beispiel dafür, wie sozial Menschen sein können, obwohl wir seit über 200 Jahren einer Propaganda ausgesetzt sind, die im wesentlichen auf Egoismus und Ellenbogen-Denken setzt. Im krassen Gegensatz dazu die Politik der Herrschenden: Ca. 600 Millionen Dollar gibt die USA täglich für die Besetzung von Irak und Afghanistan aus. Die UNO will 500 Millionen Dollar für Haiti aufbringen – ein Bruchteil der 100 Milliarden Dollar die in den letzten Monaten weltweit für die Banken“rettung“ investiert wurde. In Haiti hingegen kommen nicht einmal die Hilfslieferungen zu den Betroffenen, die es real gibt. Denn US-SoldatInnen haben Vorrang. Die USA nutzt die Katastrophe um 12.500 SoldatInnen an diesem strategisch interessanten Punkt zu stationieren – nur 200 km Luftlinie von Kuba entfernt. Schon gibt es Streit zwischen Frankreich und den USA darüber, wer wieviel politischen Einfluss hat. Welche Ordnung braucht es?Als Hauptgrund für die mangelhafte Verteilung der Hilfsgüter wird angeführt, dass es kaum staatliche Strukturen gäbe. Für UNO & Co. stellt der Aufbau solcher Strukturen nun eine wichtige Aufgabe in den nächsten Jahren dar. Was das bedeutet, hat sich im Irak, in Afghanistan, am Balkan... gezeigt. Marionetten der Geberländer werden von oben eingesetzt, die Bevölkerung wird kaum gefragt. Die Ergebnisse haben mit Demokratie nichts zu tun. Aber auch die demokratischen Missstände in Haiti sind das Ergebnis imperialistischer Politik. Die SklavInnen erkämpften sich 1804 die Unabhängigkeit von Frankreich musste dafür aber enorme Summen an „Entschädigung“ zahlen – somit fehlte Geld im Land zum Aufbau einer Industrie. Die USA hielt Haiti teilweise besetzt, teilweise wurden Diktatoren unterstützt, die die Bevölkerung weiter ausbluteten. An demokratischen Strukturen hatten sie kein Interesse, im Gegenteil unterdrückten die von ihnen unterstützten Diktatoren Gewerkschaften und ArbeiterInnenparteien. Kommentar? Mail an slp(at)slp.atDieser Artikel stammt aus dieser Ausgabe der Zeitung Vorwärts |
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