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Kommentar
von Sonja Grusch, SLP Bundessprecherin, Juli 2001
Ich muss zugestehen, dass die Bauern ein äußerst effektives PR-Konzept haben. Gerade einmal 6% der Bevölkerung und trotzdem die "Krone" als größte Zeitung des Landes im Schlepptau. Aber damit noch nicht genug. Kaum veröffentlicht, verursachte das "Bauernmanifest" einen nationalen Schulterschluss quer durch alle Parlamentsparteien. Das Bild des lederhosentragenden "Wurzel-Sepp" feiert so wieder eine fröhliche Auferstehung. Grund genug also, endlich auch einmal auf die bedrückende Situation einer anderen Bevölkerungsgruppe hinzuweisen - den ArbeiterInnen. Darum veröffentlichen wir im Folgenden das "ArbeiterInnenmanifest":
"Die Fabrikshallen sind gähnend leer. Die Schlangen auf dem Arbeitsämtern werden länger. Weckt die wachsende Kluft zwischen Arbeits- und Profiteinkommen endlich den schlafenden Widerspruch einer Welt, in der Armut eigentlich nur mehr künstlich gemacht ist? Billige Arbeitskräfte, geopfert am Altar des Profites, bis sie schließlich vor Erschöpfung krank werden und gar sterben. Das ist die Richtung, die der Kapitalismus nimmt. Nein! Ein Aufschrei, um diesem Zustand ein Ende zu bereiten.
Wir wollen eine Zukunft, in der eine glücklichere Generation die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen nur mehr vom Hörensagen kennen wird. Profit und nichts als Profit, unter Verachtung von Mensch, Natur und Gesundheit, das ist die alltägliche Barbarei des Kapitalismus. Dazu sagen wir ein leidenschaftliches "Nein!"
Die Waren, ob Industrie- oder Konsumgüter, werden von den ArbeiterInnen produziert. Sie bauen und bedienen die Maschinen. Sie verpacken die Waren und liefern sie aus. Sie stehen hinterm Ladentisch, preisen sie an und sie sitzen in den Büros. Und doch - sie erhalten nur einen Bruchteil, der von ihnen erwirtschafteten Werte. Zwischen produzierenden ArbeiterInnen und konsumierenden ArbeiterInnen reihen sich Unternehmer, Spekulanten und Händler aneinander. Was immer der Arbeiter und die Arbeiterin tut, stets profitiert der Kapitalismus davon.
Die Befreiung der ArbeiterInnen vom Gängelband des Kapitals ist unsere Aufgabe und in unserem ureigensten Interesse. Nicht Profite dürfen zählen, sondern Bedürfnisse. Lasst uns Schluss machen mit der Herrschaft und Kontrolle einer Minderheit. Lasst uns eine Gesellschaft errichten, in der Gleiche unter Gleichen leben und arbeiten. Die ArbeiterInnenklasse, die doch jene ist, die die Werte schafft, muss in dieser Welt das Sagen haben. Die Verwaltung und Kontrolle von Gesellschaft und Wirtschaft muss forthin in ihren Händen liegen. Demokratisch gewählt und demokratisch kontrolliert.
Hiermit legen wir ein unwandelbares Bekenntnis zum Sozialismus und der Befreiung der ArbeiterInnenklasse ab. Wir wollen nach unseren Kräften dafür sorgen, dass die Ideen von Widerstand, Solidarität und Sozialismus in allen Betrieben und Dienststellen ihren Platz finden - ja, in allen Organisationen der ArbeiterInnenbewegung.
Den Kampf für den Sozialismus wollen wir in die Herzen aller ArbeiterInnen einpflanzen! Wacht auf Verdammte dieser Erde..."
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