Eine sozialistische Alternative ist möglich!
Den Widerstand wählen

Nach dem Zusammenbruch der blau-schwarzen Regierung bietet die FPÖ ein zerrüttetes Bild. Die Umfragewerte sacken in den Keller, die öffentliche Schlammschlacht bietet tiefe Einblicke in das Innenleben der "Saubermann"-Partei. Das Ende des Rechtsextremismus ist jedoch trotzdem nur Wunschdenken. Eine noch stärker zum Rassismus, Nationalismus und Populismus gewendete FPÖ hat das Potential, sich zur Bedrohung für ArbeitnehmerInnen, Jugendliche, Frauen und MigrantInnen zu entwickeln.

Von Franz Breier jun., SLP Wien-Mitte
September 2002

Die Zukunft der Haider-FPÖ hängt von der Neuformierung der ArbeiterInnen- und sozialistischen Bewegung ab. An ihr – und damit an uns – liegt der Aufbau einer Alternative zum Teufelskreis aus Neoliberalismus, Rassismus und rechtem Populismus.

100 Austritte in der FPÖ-OÖ angesichts des "Knittelfelder Putschs" bedeuten nicht das Ende der FPÖ. Auch ein gewisser Einbruch bei den Nationalratswahlen scheint von der FPÖ-Spitze bereits einkalkuliert. Dafür ist das Kräfteverhältnis innerhalb der Führer-Partei klar. Dass noch einige Gestalten in den Bundesländern und in der Parlamentsfraktion fallen mögen, kann Haider als Art 'reinigendes Gewitter' nutzen. 1993 führte eine Spaltung zur Formation des kurzlebigen LiF; etwas Ähnliches steht heute nicht einmal im Raum. Die Grundlagen für das Agieren einer rechtspopulistischen Partei sind weiter intakt: Der Sozialabbau und Staatsrassismus der einstigen SPÖVP-Regierungen ermöglichte Haiders Aufstieg. Etwas anderes ist von der nächsten Regierung auch nicht zu erwarten.

Potential für Populismus

Das gegenwärtige Parteienspektrum hat mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Einen Vorgeschmack auf vor uns stehende populistische Hahnenkämpfe bietet die Abfangjäger-Frage: Gusenbauer eröffnet die Runde mit der "Garantie, keine Abfangjäger kaufen zu werden". Er erklärt den 24. November zur "Volksabstimmung" darüber. Haiders Paukenschlag: Er verweigert "seine Unterschrift" unter den Vertrag und lässt Plakate drucken "Haider stoppt Abfangjäger". Schüssel zieht nach, vertagt den Kauf und denkt über eine "Privatisierung" nach: Vielleicht sei kein einziger "Steuerschilling" nötig, wenn eine "Wirtschaftsplattform" über Gegengeschäfte den Deal regeln werde. Grünen-Chef Van der Bellen will - nachdem er Anschaffung der Jets schon einmal vorstellen konnte – Aufrüstung über einen Antrag gemeinsam mit SPÖ und FPÖ (!) verhindern.

Die SLP hat demgegenüber nicht nur von Anfang an gegen alte und neue Abfangjäger gekämpft, sondern ist konsequent gegen die Aufrüstung und Militarisierung der letzten Jahre aufgetreten. Wir haben darüber hinaus gegen jede imperialistische Intervention – ob am Balkan, oder den Krieg gegen Afghanistan – mobilisiert.

Bedeutung für Europa

Die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' zieht Schlüsse für die bürgerliche Politik im allgemeinen: Das Experiment der "Regierungsbeteiligung der FPÖ ist fehlgeschlagen". Aus Sicht der Bourgeoisie ist die Einbindung solcher rechtsextrem populistischer Kräfte nunmehr mit größerer Vorsicht zu genießen.

Die FPÖ wird sich, angesichts der wirtschaftlichen Krise und wachsender Spannungen in der EU, immer offener eines aggressiven Nationalismus bedienen. Haider bringt seine wiedergewonnene Flexibilität bezüglich EU-Osterweiterung (Benes-Dekrete, Temelin) auf den Punkt: Die FPÖ werde sich "Entscheidungen bis zur Ratifizierung im Parlament offen halten". In Ermangelung einer starken sozialistischen Kraft, die gegen die kapitalistische EU-Erweiterung mit Internationalismus und ArbeiterInnen-Solidarität kämpft, wird die FPÖ auf einer Welle der Ablehnung der EU reiten können.

SPÖ und Grüne unterstützen das Projekt "Ausbeutung Ost" durch die EU und an seiner Spitze des deutschen Imperialismus samt österreichischem Anhängsel. Die SLP steht für einen europaweiten gewerkschaftlichen Kampf für die gemeinsamen Interessen der Beschäftigten in Ost und West und gegen die Abschottungsforderungen für den "heimischen" Arbeitsmarkts.

Italienische Verhältnisse

Die italienische Zeitung La Republica vergleicht die österreichische Gegenwart mit dem permanenten Krisenzustand der Politik im Italien der 80er Jahre. Dementsprechend ist auch ein Vergleich zu den Erfahrungen Italiens in den 90ern zu ziehen: Berlusconis rechte Regierung wurde von einer Massenbewegung 1994 binnen Monaten gestürzt, die darauffolgende "Mitte-Links"-Koalition 'Olivenbaum' führte keine grundsätzlich andere Politik, sondern weitere Angriffe auf ArbeitnehmerInnen und Jugendliche, durch. Die Rechnung wurde 2001 präsentiert: Berlusconi kam gestärkt an die Macht zurück und in seinem Schlepptau die direkt aus der faschistischen Tradition stammende "Alleanza Nazionale". Aufgrund einer fehlenden ArbeiterInnen-Partei mit einer klaren Strategie zur Überwindung des Kapitalismus, konnten selbst eine 3-Millionen-Demo und ein 13-Millionen-Generalstreik 2002 Berlusconi (noch) nicht erneut stürzen. Auch "Rosa-Grün" würde Haiders erneuten Griff nach der Macht bestenfalls hinauszögern und ihn unterdessen stärken.

Mehr noch: weitere Angriffe auf die ArbeiterInnenklasse und ihre sozialen Interessen stehen bevor. Jede Regierung aus den etablierten Parteien wird die Tagesordnung des Kapitals umzusetzen; und das unter dem Eindruck des verschärften weltwirtschaftlichen Klimas. Das Projekt der österreichische Bourgeoisie, ein Bündnis mit dem Rechtsextremismus einzugehen, ist vorläufig gescheitert. Bevorzugt wird jetzt wieder eine Regierung auf breiter Grundlage – eine Neuauflage der großen Koalition. Für die Unterstützung dieser Variante erwarten sich die Unternehmer allerdings einschneidende Maßnahmen und Privatisierungen in den Bereichen Öffentlicher Dienst und ÖBB/Telekom-Bereich. Es ist auszuschließen, dass auch unter einem Kanzler Gusenbauer die Privatisierung der Postbusse von selbst zurückgenommen werden.

Demos und (Schul-)Streik!

Italienische Verhältnisse wären auf der Ebene des Klassenkampfs nötig. Erste Schritte wurden mit den Streiks von Uni-Lehrenden, LehrerInnen in Vorarlberg und zweimal der Postbus-KollegInnen 2002 gesetzt. Die Aufgabe der Gewerkschaften wäre nun, die angedrohten Streiks gegen die Zerschlagung des Öffentlichen Dienstes wahr zumachen. Es besteht aber nicht nur die Gefahr, dass wir von der Gewerkschaftsführung auf "nach der Wahl" vertröstet werden. Nach der Wahl könnte die ÖGB-Spitze den Versuch unternehmen, sich noch einmal einer - inzwischen völlig neoliberalen - SPÖ unterzuordnen: 'Streiks und Demos seien jetzt nicht nötig, da mit einer SPÖ in der Regierung wieder zu reden sei.' Mit Passivität würde die Gewerkschaftsbürokratie eine weitere Chance vertun, eine politische Wende für ArbeiterInnen und Jugendliche in Österreich einzuleiten.

Jetzt wäre eine Kandidatur gegen Sozialabbau, Privatisierung und Rechtsextremismus nötig. Dazu muss mit dieser SPÖ gebrochen werden. Eine solche Kandidatur ist jedoch kein Selbstzweck. Entscheidend für den Aufbau einer Bewegung sind Aktionen und Mobilisierungen: In den Dienststellen und an den Schulen! Unsere Botschaft jetzt muss sein: Egal, welche der etablierten Parteien unsere Interessen attackieren werden; wir kämpfen für eine alternative Politik.

Mehr als ein Zeichen setzen!

Bewegungen und Streiks können einen Druck auf die Regierenden ausüben und sie zwingen, Maßnahmen nicht durchzuführen bzw. zurückzunehmen. Dass es derzeit (noch) keine Partei für ArbeiterInnen und Jugendliche gibt, macht die Sache schwieriger, jedoch nicht unmöglich. Das Kräfteverhältnis kann geändert werden. Doch diese Aufgabe kann nicht an SPÖ und/oder Grüne delegiert werden!

Die SLP wird gemeinsam mit SWI (Sozialistischer Widerstand International) versuchen, einen Schulstreik für die Rücknahme aller Bildungsabbau-Maßnahmen der 90er Jahre zu initiieren. Am 19. September wollen wir uns um 17.00 Uhr zu einer Demo am Wiener Stock-im-Eisen-Platz treffen.

Neuwahlen: Was konkret tun?

Kommende Kämpfe von ArbeiterInnen, Arbeitslosen und Jugendlichen werden die Frage des Aufbaus einer neuen ArbeiterInnen-Partei stellen. Nötig wäre eine solche Partei schon längst. Wir werden jeden Ansatz aktiv unterstützen und für ein sozialistisches Programm zur Veränderung eintreten – so, wie wir es schon jetzt tun. Die SLP und unsere Schwesterparteien weltweit organisieren Widerstand und rufen auch Sie auf, sich daran zu beteiligen. Gegenwärtig und in den nächsten Tagen loten wir die Möglichkeiten aus, am 24. November am Stimmzettel stehen zu können (siehe unten!). Werden Sie mit der SLP und ihrer Internationale aktiv gegen Sozialabbau, Rassismus und Kapitalismus!
 


 
   

 
Sondernummer zu Neuwahlen
 
Unterstützen Sie die SLP!

Rosa-Grün gegen rechts?
 


Stellungnahme der SLP zum Regierungs-kollaps
 


über uns

 

Eine Investition in die Zukunft
Helfen Sie mit, der SLP das Antreten zu ermöglichen!

Gerade bei diesen Wahlen wäre die Kandidatur einer sozialistischen Alternative bitter nötig. Die SLP strebt das Antreten bei Wahlen grundsätzlich an. 2001 haben wir bei den Wien-Wahlen im Wahlkreis 1,4,5,6 nach einer intensiven Kampagne ein sehr gutes Ergebnis erreicht. Wir haben keine falschen Erwartungen darin, was man in Gemeinderat und Parlament erreichen kann. Jede eroberte Position muss zur Unterstützung sozialer und politischer Kämpfe der ArbeiterInnen und Jugend genutzt werden. Man muss dem Druck Richtung Einbindung in das bürgerliche Establishment bewusst entgegenstehen.

Zweifellos ist ein Einzug der SLP ins Parlament derzeit äußerst unwahrscheinlich. In erster Linie geht es um den Wahlkampf selbst und darum, kein sogenanntes "kleineres Übel", sondern eine sozialistische Alternative für ein weiteres Umfeld greifbar zu machen und das Vakuum auf der Linken zu durchbrechen. SPÖ und Grüne werden erstens keine Alternative zum Neoliberalismus durchsetzen und zweitens Haiders Rückkehr nicht verhindern, sondern beschleunigen.

Wir werden innerhalb der nächsten Tage die Entscheidung darüber fällen, ob wir zur Eintragungsfrist unsere Energie in erster Linie auf die Erreichung der Unterschriften ausrichten werden. Einen Wahlkampf der SLP wird es in jedem Fall geben; auch wenn keine KandidatInnen am Zettel ankreuzbar sind.

Sehr schwere Aufgabe!

Wir sind mit einem undemokratischen Wahlsystem konfrontiert. Um überhaupt antreten zu dürfen, müssen österreichweit über 2000 und allein für Wien 500 beglaubigte Unterstützungserklärungen gesammelt werden(am Gemeindeamt oder durch einen Notar); in einer vierwöchigen Frist, die vielleicht schon Ende September beginnen wird. Sie können pro Wahlgang nur für eine Partei eine Unterstützungserklärung abgeben.

Die Überwindung dieser Hürde ist schon in regulären Wahlkampfzeiten sehr schwierig und arbeitsintensiv. Die Anstellung eines Notars z.B. können wir uns nicht leisten. Jetzt kommt noch der Zeitdruck hinzu. Die Kandidatur der SLP können wir somit jetzt nicht versprechen; wir kämpfen darum.

Können wir auf Sie zählen?

Es wird auch an Ihnen liegen, ob die SLP für den 24. November die Konsequenz dessen anbieten kann, der dem Aufruf folgt, selbst links aktiv zu werden: diese linke Stimme gegen Sozialabbau, Rassismus und Kapitalismus auch sichtbar zu machen.

  • Sammeln Sie Zusagen, in der Eintragungsfrist sicher für die SLP aufs Gemeindeamt zu gehen und die Kandidatur damit ermöglichen.(*)
  • Spenden Sie der SLP, damit wir für den Wahlkampf kein "0-Budget" haben. (Haiders Tagesspesen würden uns schon helfen.)
  • Beteiligen Sie sich an den Aktivitäten (Termine siehe unten), bringen Sie Bekannte und Verwandte mit!

Bitte kontaktieren Sie uns so rasch wie möglich: am Infostand, unter (01) 524 63 10, Fax: (01) 524 63 11, über slp@slp.at. Die Entscheidung, ob wir in der Lage sein werden, KandidatInnen aufzustellen, werden wir Ihnen innerhalb der nächsten zwei Wochen mitteilen. Danke,

Ihre SLP, österreichische Sektion des CWI

(*) Aufgrund der undemokratischen Regelungen kommen für diese konkrete Unterstützung leider nur Menschen in Frage, die in Wien wahlberechtigt sind. Vom Wahlrecht sind noch immer viele Menschen ausgegrenzt. Senden Sie uns dennoch in jedem Fall Ihre Meinung und Unterstützung. Es ist schließlich eine Investition in die Zukunft!
 


 
   

 
Sondernummer zu Neuwahlen
 
Den Widerstand wählen

Rosa-Grün gegen rechts?
 


Stellungnahme der SLP zum Regierungs-kollaps
 


über uns

 

Rosa-Grün gegen rechts?

Die Meinungsumfragen deuten auf ein scheinbar knappes Ergebnis hin: Eine Mehrheit für Rosa-Grün scheint nicht mehr ausgeschlossen. Wir glauben demgegenüber, dass jede Stimme für die etablierten Parteien eine Stimme für weiteren Sozialabbau und Privatisierung ist – und damit eine verlorene Stimme wäre.

Von Sonja Grusch, SLP-Wien-Nord

Nach den Erfahrungen der letzten zwei Jahre mit ÖVP und FPÖ ist klar, dass diese für eine Zerschlagung des Sozialstaates und AusländerInnenfeindlichkeit stehen. Als scheinbar einzige "realistische" Option bleiben die Parlamentsparteien SPÖ und Grüne. Die SPÖ, als sie in der Regierung war, hat eine Politik betrieben, die 1.) sich nicht entscheidend von jener der blau-schwarzen Regierung unterschied und 2.) die Grundlage von Haiders Aufstieg darstellte. Das Regierungsübereinkommen zwischen FPÖ und ÖVP war in den Grundzügen die von SPÖ und ÖVP ausgehandelte Koalitionsvereinbarung. In der rosa-schwarzen Koalition stand die SPÖ für Privatisierung, für Kürzungen im Bildungsbereich, für Pensionskürzungen und Steuergeschenke für Unternehmer und Besserverdienende. Die Wut und Enttäuschung über den Sozialabbau der SPÖ kombiniert mit ihrer ausländerInnenfeindlichen Politik (Haider nannte Löschnak nicht umsonst seinen "besten Mann in der Regierung") hat die Basis für den Aufstieg des FPÖ gelegt. Der Postenschacher und die Privilegien der SPÖ-Spitze, ihre völlig abgehobene Politik, die sich nur an den Interessen der Wirtschaft orientierten, haben es ihm leicht gemacht, Stimmen zu bekommen. Hat die SPÖ aus ihrer Niederlage gelernt, die Konsequenzen gezogen und kann sie heute wieder Politik für die ArbeitnehmerInnen machen? Die SPÖ wirft sich mit aller Kraft in den Wahlkampf und lässt mit ihrer "1 Abfangjäger oder..." –Kampagne aufhorchen. Ist die SPÖ der 70er Jahre wieder zurück? Eine Partei, die Reformen zugunsten der ArbeitnehmerInnen und von Frauen durchführte, die Arbeitszeitverkürzung, freien Hochschulzugang und die Fristenlösung einführte. Ein genauerer Blick auf Gusenbauers Partei lässt diese Hoffnungen aber wie Seifenblasen zerplatzen. Gusenbauer hat zwar ein wenig vom Populismus Haiders gelernt: Die beiden Wahlversprechen "Abschaffung der Ambulanzgebühr" und der "Studiengebühren" sind aber völlig unzureichende Schritte, die zudem nicht teuer kommen (weil beide nur unwesentlich mehr Einnahmen als Ausgaben bringen). Sie bedeuten keine Trendwende, oder gar Abkehr vom neoliberalen Kurs. Als zentrales Ziel steht die Osterweiterung (ein zentrales Ziel des europäischen Kapitals) und die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft.

In ihrem Parteiprogramm und ihrer Politik hat sich die SPÖ aber schon länger von ihrer Geschichte als ArbeiterInnenpartei verabschiedet. Sie bekennt heute ganz offen, dass sie sich sieht sich nicht mehr als die Vertretung der ArbeiterInnenklasse sieht und betonte stets ihre Distanz zur Widerstandsbewegung. Das wurde auch in ihrer Nicht-Opposition zur blau-schwarzen Regierung deutlich. Statt die Bewegungen auf der Straße zu unterstützen, beschränkte sich die SPÖ auf parlamentarische Anfragen und Klagen beim Verfassungsgerichtshof. Statt die gewerkschaftlichen Proteste gegen die blau-schwarze Politik zu unterstützen nannte die SPÖ den Streik der LehrerInnen in Vorarlberg im Mai 2002 "entbehrlich".

Die Grünen haben sich schon lange von ihrem Image als aktive unkonventionelle Partei verabschiedet. Auch ihre Politik konzentriert sich im wesentlichen aufs Parlament, inhaltlich findet sich zunehmend Nähe zur ÖVP: "Für die Grünen bedeutet das nun, im Wahlkampf ein Angebot an alle bürgerlichen Wähler, die mit den Schüssel-Khol-Kurs nicht einverstanden seien, zu richten." erklärt Van der Bellen. Und: "Wenn sich die ÖVP wieder auf ihre christlichsozialen Werte besinne, könne es in Zukunft auch eine grün-schwarze Regierungsvariante geben".

Rosa-Grün um Schwarz-Blau zu verhindern?

Die Erfahrungen mit der SPÖ sind noch frisch im Gedächtnis. Trotzdem gibt es die Meinung, es sei notwendig, für SPÖ bzw. Grüne zu wählen, um schlimmeres zu verhindern. Aber kann diese Rechnung aufgehen? Es sei hier auf die Ursachen von Haiders Aufstieg hingewiesen und auf internationale Erfahrungen. Insbesondere französische und italienische Linke haben immer wieder darauf hingewiesen, es sei nötig für Sozialdemokratie/(Ex-)KPn/Grüne zu stimmen, als "kleineres Übel". Das Ergebnis dieser Wahl für das kleinere Übel waren die Mittel-"Links"-Regierungen in Frankreich und Italien. Dies brachte die schärfste Privatisierungspolitik der französischen Geschichte und die Umwandlung von 2 Millionen Vollzeitarbeitsplätzen in "neue Selbstständige" in Italien mit sich. Die Wut über diese Politik war dann die Grundlage für den neuerlichen Wahlsieg von Berlusconi 2001 bzw. der Wahlerfolg von Le Pen bei den Präsidentschaftswahlen. Das "kleinere Übel" verhindert den Rechtsruck nicht, sondern legt im Gegenteil die Basis für noch rechtere und vor allem stabilere Wahlerfolge der Rechten.

Wie auch unsere Schwesterparteien in anderen europäischen Ländern weißt die SLP auf die Notwendigkeit hin, eine neue sozialistische ArbeiterInnenpartei aufzubauen. Eine Partei, die in Opposition zu den rechtsextremen Parteien und neoliberalen "Rosa-Grün"-Projekten steht und eine wirkliche Alternative zum angeblich "kleineren Übel" darstellt.
 


 
   

 
Sondernummer zu Neuwahlen
 
Den Widerstand wählen

Unterstützen Sie die SLP
 


Stellungnahme der SLP zum Regierungs-kollaps
 


über uns