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Einleitung:
"Der Sozialismus ist eine schöne Idee - aber er funktioniert nicht." Ein häufiges Argument in Debatten über Alternativen zum Kapitalismus. In der globalen Protestbewegung wird jene Frage nach Alternativen immer häufiger diskutiert. Die Vorschläge reichen von der "Tobin Tax" bis zum Sozialismus. Aber was ist Sozialismus überhaupt? Waren die Staaten in Osteuropa sozialistisch? Sind die Menschen nicht viel zu gierig, dumm und egoistisch, als dass Sozialismus jemals funktionieren könnte? Angesichts von Massendemonstrationen gegen den globalen Kapitalismus in Seattle, Prag, Göteborg, Genua, Nizza, Sevilla und angesichts von Generalstreiks in Argentinien, Italien, Spanien, Griechenland bekommen diese Fragen eine neue Bedeutung.
Die Fragestellung kommt aus zwei unterschiedlichen Richtungen. Einerseits ist sie seit jeher ein Propagandamittel der Bürgerlichen. Sie versuchen uns zu beweisen, dass der Kapitalismus die einzige funktionierende, dem menschlichen Naturell entsprechende Gesellschaftsordnung sei. Auch in der Vergangenheit haben die Herrschenden - SklavenhalterInnen, Kirchenfürsten, KönigInnen und KaiserInnen - so argumentiert, um ihre Macht zu erhalten. Andererseits werden diese Fragen heute von ArbeiterInnen und Jugendlichen gestellt, die beginnen, sich mit sozialistischen Ideen auseinander zu setzen. Dass diese Fragen am Anfang einer Welle von Bewegungen aufkommen, ist kein Zufall: Sie spiegeln die mangelnde praktische Erfahrung mit Klassenkämpfen und Bewegungen wider.
Die 80er und insbesondere die 90er Jahre mit dem Zusammenbruch der stalinistischen Staaten und der Propagandaoffensive des Kapitals ("Neue Weltordnung") hat dem Bewusstsein von ArbeiterInnen und Jugendlichen einen Stempel aufgedrückt. Der Kapitalismus war ideologisch in der Offensive. Viele Menschen waren entmutigt und viele Organisationen und Parteien, die sich an der Sowjetunion orientiert hatten, sind zusammengebrochen. Die meisten traditionellen ArbeiterInnenparteien sind zu Vorreitern des Neoliberalismus geworden, haben ihre aktive Massenbasis unter ArbeiterInnen verloren und sind zu durch und durch kapitalistischen Parteien geworden. Die Gewerkschaftsführungen haben ebenfalls einen unvergleichlichen Rechtsruck durchgemacht und betreiben Co-Management statt Interessensvertretung. Die ArbeiterInnenklasse wurde politisch entwaffnet und es wurde immer schwerer, Kämpfe gegen die Blockade der Gewerkschaftsführungen durchzusetzen.
Die Versprechen von einer Welt ohne Kriege und mit Wohlstand für alle haben dazu geführt, dass es große Illusionen in die Fähigkeiten des Kapitalismus gab. Die Folge war, dass für eine gewisse Zeit die neoliberale Ideologie hingenommen wurde und sich sogar Illusionen darin verbreiten konnten. Auch wenn kein Jahr ohne Arbeitskämpfe verging, so sind diese insbesondere in der ersten Hälfte der 90er Jahre deutlich zurück gegangen. Die ArbeiterInnenklasse ist zwar potenziell stark und kampffähig, aber Kampftraditionen sind teilweise verloren gegangen und es fehlen einem großen Teil der ArbeiterInnenklasse und der Jugendlichen die eigenen Erfahrungen mit Aktionen der Klasse, sie konnten Solidarität und Kampfbereitschaft nicht in der Praxis miterleben. Auch in dieser fehlenden Erfahrung wurzeln die Fragen nach der Möglichkeit des Sozialismus. Seit der zweiten Hälfte der 90er Jahre nehmen Demonstrationen und Streiks wieder zu, Erfahrungen werden neu gemacht und Fragen neu aufgeworfen.
Wir beantworten auf den kommenden Seiten die 10 häufigsten Argumente gegen den Sozialismus und laden Dich dazu ein, mit uns gemeinsam für Sozialismus zu kämpfen. Dass der Kapitalismus nicht funktioniert, beweist er jeden Tag. Er bringt Hunger, Elend, Krieg, Seuchen und Tod. Das sind keine Ausnahmen und keine Fehlentwicklungen. Das ist der ganz normale Wahnsinn des Kapitalismus. Wir zeigen auf, dass nicht der Mensch zu schlecht für den Sozialismus, sondern der Kapitalismus zu schlecht für den Menschen ist.
Der vorliegende Text basiert auf Artikeln, Referaten und Texten von Mitgliedern des "Komitees für eine ArbeiterInnen-Internationale" (CWI/KAI) aus Deutschland und Österreich sowie von Friedrich Engels, Albert Einstein, Karl Marx, Leo Trotzki und Oscar Wilde.
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