ÖH - Wahlen: Wen wählen?

Bald sind ÖH-Wahlen. Seit den letzten Wahlen 1999 hat viel verändert. Die Audimaxbesetzung hat dabei eine entscheidende Rolle gespielt. Der Charakter der linken StudentInnenorganisationen hat sich im Laufe dieser Bewegung sowohl gezeigt als auch teilweise erst entwickelt. Dass eine AG unwählbar ist, steht außer Frage. Doch wen soll frau/man als LinkeR wählen?

Derzeit gibt es weitgehende Überschneidungen zwsichen KSV, GRAS und VSStÖ in taktischer und programmatischer Ausrichtung. Ihre "Basis für Bildung" war Ausfluss einer an den kommenden ÖH-Wahlen ausgerichteten Taktik: der Versuch, etwaige Niederlagen nicht im eigenen Namen hinnehmen zu müssen und die Schuld an den Studiengebühren der AG in die Schuhe zu schieben. Neben der Konzentration auf Wahl- und Gremienarbeit zeugen auch das Führungsverständnis, die Orientierung auf bildungsbürgerliche Mittelschichten und die fehlende Bereitschaft, wenigstens die Lehrenden zu unterstützen, vom bestenfalls reformistischen Charakter aller drei Organisationen. Alle drei zeichnen mit für den fehlenden Kampf gegen die Studiengebühren verantwortlich.

Wer in dieser Situation gestärkt wird, ist aber nicht Wurscht. Denn ...

  • Trotz weitgehender Überschneidungen sind KSV, GRAS und VSStÖ nicht als Organisationen gleichen Charakters einzustufen. Der KSV ist linksreformistisch mit einer zunehmenden Orientierung auf das intellektuelle Kleinbürgertum, die GRAS ist bürgerlich-reformistisch und der VSStÖ einfach eine Kaderschmiede der SPÖ.
  • Weder ein Wahlaufruf für den VSStÖ noch für die GRAS kommt demnach in Frage.
  • Der KSV verkörpert zu einem großen Teil die negativen Entwicklungen der KPÖ. Eine Niederlage des KSV würde aber keine Schwächung dieser Teile bedeuten - im Gegenteil.
  • Der KSV führt nach außen einen linken Wahlkampf. (Schon allein durch den Namen.)
  • Der KSV stellt auf der Uni - anders als die KPÖ in anderen Bereichen - eine reale Kraft dar.
  • Eine "linke" ÖH ist kein Sieg. Eine rechte ÖH ist eine Niederlage. Eine reformistische ÖH würde bessere Voraussetzungen als zur Zeit bieten.
  • Der Charakter einer solchen "linken" ÖH hängt von ihrer konkreten Zusammensetzung ab. Der KSV ist mehr als nur der KSV. Er repräsentiert jene Schichten, die einen VSStÖ allein für nicht kampffähig halten (LiAB). Er stünde unter einem anderen Druck als GRAS oder VSStÖ.

Richtig ist, dass der KSV über die letzten Jahre an Vertrauen gerade unter den kämpferischsten Schichten verloren hat. Auch hierin unterscheidet sich die Situation heute von jener vor den letzten Wahlen: Illusionen in den KSV sind geschwunden.

Die SLP ruft dazu auf, bei den ÖH-Wahlen 2001 KSV zu wählen!