Berlin, 08.10.2001

Bericht der SAV (CWI-Deutschland):
5.000 beim Schülerinnen- und Schülerstreik in Berlin!

Nach dem Beginn des Krieges der USA und ihrer Verbündeten gegen Afghanistan ist es gestern und heute in vielen Städten zu Demonstrationen gekommen. Ein besonderer Erfolg war der Schülerinnen- und Schülerstreik in Berlin. An diesem nahmen am Montag bis zu 5.000 SchülerInnen teil.

Das Komitee "Schülerinnen und Schüler gegen den Krieg" war auf die Initiative von widerstand international! und SAV-Mitgliedern entstanden. In ihm waren SchülerInnen aus über 20 Schulen zusammen gekommen. An den beiden letzten Versammlungen nahmen 50 bzw. über 30 SchülerInnen teil.

Die Demonstration vom Montag war kämpferisch und laut. Verschiedene SAV-Mitglieder, vor allem SchülerInnen, haben Reden gehalten, die sehr gut von den DemonstrantInnen aufgenommen wurden und immer wieder von Applaus unterbrochen wurden. Wir haben 50 VORANs verkauft, Spenden für das Schülerkomitee sammeln. Die SAV kam insgesamt sehr gut an.

Seit 7.15 Uhr hatten sich SAV-Mitglieder und andere AktivistInnen vor verschiedenen Berliner Schulen versammelt und zum Streik aufgerufen. In einigen Fällen sind streikende SchülerInnen zu anderen Schulen gezogen und haben dort die Klassenzimmer gestürmt und die MitschülerInnen zum Streik aufgerufen. In einigen Schulen kam es zu massiven Einschüchterungsversuchen durch LehrerInnen und Schulleitungen. In der John-Lennon-Schule wurden die SchülerInnen in ihrer Schule eingeschlossen. In der Camille-Claudel-Schule wurde selbst SchülerInnen, die eine Freistunde hatten, verboten, das Schulgelände zu verlassen. An einer anderen Schule wurde zwei jungen GenossInnen damit gedroht, dass des Todschlags angeklagt würden, wenn bei der Demonstration irgendeinem Schüler etwas zustoßen sollte. In mehreren Schulen wurde die Polizei durch die Schulleitungen angefordert und wurden GenossInnen mit Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs gedroht.

Vor diesem Hintergrund ist die hohe Teilnehmerzahl ein umso größerer Erfolg.

Unterstützung erhielten die SchülerInnen von der bildungspolitischen Sprecherin der PDS-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Und selbst der regierende Berliner Bürgermeister von Berlin, Wowereit, sah sich gezwungen, sanfte Töne anzuschlagen und sagte: "Das ist unentschuldigtes Fehlen, mehr aber auch nicht."

In allen Städten finden heute und in den nächsten Tagen Demonstrationen statt. Mobilisiert KollegInnen, MitschülerInnen, Freunde, Nachbarn zu diesen Demonstrationen! Bildet Antikriegskomitees an Schulen, Hochschulen, in Gewerkschaften und Organisationen! Schlagt regelmäßige wöchentliche Demonstrationen gegen den Krieg vor! Kommt zur bundesweiten Demonstration am 13. Oktober nach Berlin!

 
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