Baut die internationale antikapitalistische Bewegung auf Menschen vor Profite!
Dies ist die Gründungserklärung von Sozialistischer Widerstand International / International Socialist Resistance (SWI/ISR). Diese internationale Jugendorganisation wurde auf einer internationalen Konferenz am 15. Dezember 2001 in Brüssel, einen Tag nach der Großdemonstration, auf Initiative des CWI gegründet. Bereite Du mit uns die Gründung von SWI Österreich vor!
Veranstaltung am Mittwoch, 19. Dezember, 19 Uhr, Amerlinghaus (7.; Stiftgasse 8)
Schluss mit Krieg und globalem Kapitalismus! Kämpft für eine neue Welt!
Diese Konferenz zur Gründung einer neuen internationalen Jugendorganisation findet statt, während in Afghanistan Krieg herrscht und die Welt vor einer tiefen politischen und sozialen Krise steht. Der Verlauf von Bushs "Krieg" und seine Ergebnisse werden sich über einen langen Zeitraum auf die Menschheit auswirken.
Die Terrorangriffe auf das World Trade Center und Pentagon am 11. September und der Krieg gegen Afghanistan machen unserer Generation klar, was für eine unsichere Zukunft wir haben. Der Planet ist jetzt ein viel gefährlicherer Platz. Wir glauben, dass die Herrschaft von Großkonzernen und Profitsystem Ausbeutung, Armut und Unterdrückung ohne Ende bedeutet und die Bedingungen für Kriege und Bürgerkriege und weitverbreitete Unterdrückung schafft.
Unsere Generation ist in einer gespalteneren und ungerechteren Welt aufgewachsen als es sie jemals zuvor gegeben hat.
In den letzten paar Jahren sind junge Menschen in Nordamerika, Europa und Australien in großen Antiglobalisierungs- und antikapitalistischen Protesten auf die Straße gegangen. Wir haben bei Gipfeln von IWF, Weltbank, WTO, EU und anderen Organisationen des globalen Kapitalismus Demonstrationen gesehen. Seattle, Prag, Nizza, Göteborg und Genua - diese Städte sind Symbole für eine neue Bewegung von unten geworden. Millionen junge Menschen, SchülerInnen, Studierende, ArbeiterInnen und Arbeitslose sind auf die Straße gegangen, um den globalen Kapitalismus in Frage zu stellen und laut zu sagen: "Wir haben genug!"
Diese Proteste, an denen viele junge Menschen teilgenommen haben, haben weltweit die Fehler dieses Systems ins Rampenlicht gebracht. Aber Jugendliche und ArbeiterInnen haben auch an Massenkämpfen in ihren eigenen Ländern gegen die Wirkungen von Neoliberalismus (die Politik der Angriffe auf Arbeits- und Lebensbedingungen und Löhne, Kürzungen der öffentlichen Ausgaben und Privatisierung des Staatssektors) und Globalisierung teilgenommen. In den ärmeren Ländern Lateinamerikas, Asiens und Afrikas haben riesige Proteste gegen die schrecklichen Arbeits- und Lebensbedingungen stattgefunden.
Die antikapitalistische Bewegung und die Antikriegsproteste
Angesichts einer wachsenden Bewegung gegen ihre Herrschaft versuchen die Reichen und Mächtigen zurückzuschlagen. Mittlerweile wurden Polizei und Militär gegen unsere Bewegung eingesetzt. Scharfe Munition wurde während der antikapitalistischen Proteste in Göteborg und Genua verwendet. In Genua wurde Carlo Giuliani erschossen. In den Polizeizellen wurden Menschen brutal gefoltert. Und als ob diese Unterdrückung nicht schlimm genug gewesen wäre, diskutieren die EU-Staaten jetzt die Errichtung einer gemeinsamen "Polizeitruppe", um öffentliche Proteste weiter zu beschränken und zu kontrollieren. Auch die Terrorangriffe auf die USA wurden von einigen Ländern dazu benutzt, schärfere Gesetze zur Einschränkung der demokratischen Rechte einzuführen. Wir können sicher sein, dass diese "Anti-Terror-Notstandsmaßnahmen" auch gegen die Antiglobalisierungs- und antikapitalistische Bewegung eingesetzt werden.
Die Hetzkampagne der grossen Medienkonzerne gegen alle, die sich gegen das System wehren, läuft auf Hochtouren. Sie versuchen, jede Opposition gegen die herrschende Ordnung zu kriminalisieren. Indem sie versuchen, eine "Verbindung" zwischen der antikapitalistischen Bewegung und dem Terrorismus herzustellen, versuchten Teile der Presse und Medien und manche kapitalistischen Politiker zu behaupten, dass eine der Folgerungen aus dem 11. September und dem US-geführten Krieg sei, die Massenbewegung gegen Globalisierung "im Keime zu ersticken". Dieser Versuch wird scheitern.
Der 11. September erzeugte Schock, Empörung und Verwirrung. Aber mittlerweile hat der militärische Konflikt und der Terror Zehn- und Hunderttausende überzeugt, in Antikriegsprotesten auf die Straßen zu gehen. Viele nehmen zum ersten Mal in ihrem Leben an Demonstrationen teil, auch junge Menschen, die vorher die sich entwickelnde antikapitalistische Bewegung mit Interesse und Sympathie verfolgt haben. "Gestandene" antikapitalistische AktivistInnen spielen auch eine wichtige Rolle beim Aufbau der Antikriegsbewegung. Sie bringen ihre eigenen Erfahrungen und Ideen mit. Dies hat vielen in der Antikriegsbewegung geholfen, eine Verbindung zwischen Kapitalismus, Krieg, Terror und Unterdrückung herzustellen.
Wir fordern ein Ende dieser ungerechten Welt! Wir müssen für eine andere Art von Gesellschaft kämpfen. Wir müssen die großartige internationale Bewegung gegen Globalisierung, Kapitalismus und Krieg verstärken. Deshalb gründen wir eine neue internationale Jugend-Kampagneorganisation. Diese Organisation wird jungen Menschen in der Antiglobalisierungs- und Antikriegsbewegung die Möglicjkeit geben, den nächsten Schritt zu machen: von Opposition gegen Kapitalismus und Krieg zum Kampf für eine neue Gesellschaft. Nie war es dringender, eine internationale Alternative für junge Menschen aufzubauen.
Warum eine neue Organisation?
International Socialist Resistance/International Resistance - Sozialistische Jugend [ISR/IR - der Name muss entschieden werden] wurde als internationale, antikapitalistische, und sozialistische Jugendbewegung von einer Reihe von internationalen Jugendorganisationen gegründet: Elevkampanjen/Youth Against Racism in Europe (Schweden), International Verzet/Résistance Internationale (Belgien), widerstand international (Deutschland), International Verzet (Niederlande), Socialist Youth (Irland), International Socialist Resistance (Britannien) und International Resistance (Griechenland).
Wir wollen junge Menschen aus der ganzen Welt zum Kampf gegen den globalen Kapitalismus zusammenbringen. Wir sind eine breite, offene und demokratische sozialistische Jugendbewegung. Egal, ob ihr euch als SozialistInnen betrachtet oder interessiert seid, mehr über unsere Ideen zu hören, diese neue Kampagneorganisation ist der Platz für euch. Wir werden am Aufbau der antikapitalistischen Bewegung teilnehmen, zusammen mit anderen Organisationen und Kampagnen wie ATTAC, PGA [Peoples Global Action] und der radikalen Jugend. Neben der Mobilisierung für internationale Demonstrationen gegen kapitalistische Institutionen wie IWF, Weltbank, WTO oder EU werden wir auch am täglichen Kampf in den Stadtteilen, Schulen und Betrieben teilnehmen - gegen Kürzungen, Arbeitsplatzverluste und Privatisierungen etc.
Aber wir sind nicht nur "gegen" Globalisierung, Neoliberalismus und Kapitalismus. Wir sind für eine Gesellschaft, die auf den Bedürfnissen der Menschheit und nicht Profiten beruht: eine demokratische sozialistische Gesellschaft. Wir werden die Idee einer sozialistischen Zukunft als Teil der wichtigen Debatten und Diskussionen über die Alternative zum globalen Kapitalismus in die antikapitalistische Bewegung einbringen.
Der Kapitalismus ist gescheitert
Wie immer leiden junge Menschen zusammen mit den Alten und Kranken und Ausgegrenzten am meisten unter dem System des globalen Kapitalismus. Im Westen werden immer mehr von uns in schlecht bezahlte, perspektivlose "McJobs" gezwungen. Bildung wird privatisiert und zunehmend nur für die Reichen zugänglich gemacht. Die Arbeitslosenquote ist unter der Jugend am höchsten. Und jetzt haben wir die Aussicht, dass sich unsere Lage weiter verschlechtert, wenn die Welt in eine tiefe Wirtschaftskrise rutscht.
In Afrika, Asien und Lateinamerika, der sogenannten "Dritten Welt", ist die Lage für die ganze Gesellschaft und besonders die jungen Menschen unerträglich. Arbeitslosigkeit, wenig oder keine Bildung, weitverbreitete Armut und Elend, die Fesseln der ungeheuren Staatsschulden, die Herrschaft von Diktaturen und autoritären Regimes, blutige ethnische, religiöse und nationale Konflikte - dies ist die Lebenswirklichkeit für die große Mehrheit der Menschheit.
Die Medien, die Politiker und das Bildungssystem möchten uns etwas anderes erzählen. Die Marktwirtschaft - sagt man uns - "schafft" Freiheit, Chancen, Demokratie und Wohlstand. ISR/IR weist diese Behauptung zurück. Der Kapitalismus kann nur einer kleinen Minderheit von Reichen und Superreichen "Freiheit", Chancen und Wohlstand schaffen.
Eine kleine Gruppe besitzt oder kontrolliert den Großteil der Ressourcen der Welt. Mehr als 50 der 100 größten Wirtschaftseinheiten sind Multinationale Konzerne. Die Kluft zwischen den Reichen und Armen wird immer grösser. Die Vermögen der drei reichsten Menschen in der Welt sind größer als das Einkommen aller am wenigsten entwickelten Länder und ihrer 600 Millionen Menschen zusammen.
Kapitalismus bedeutet, dass Profite Vorrang vor menschlichem Leben haben. Der G8-Gipfel in Okinawa (2000) kostete 500 Millionen Dollar, während die gesamten weltweiten Ausgaben für Forschung für Impfstoffe gegen Malaria etwa 20 Millionen Dollar sind (und immer noch stirbt eine Million Menschen jährlich an Malaria). Rund 1,4 Milliarden Menschen leben ohne sauberes Trinkwasser, und weitere 2,3 Milliarden haben keinen Zugang zu ausreichenden sanitären Einrichtungen.
Kapitalismus ist verschwenderisch und zerstörerisch. Offiziell gibt es mehr als 15 Millionen Arbeitslose in der Europäischen Union. Es gibt über 800 Millionen Arbeitslose und Unterbeschäftigte in Ländern Lateinamerikas, Asiens und Afrikas.
Kapitalismus bedeutet Gewalt, Konflikte und riesige Rüstungsausgaben. Krieg ist für viele Menschen auf dem Planeten "normales" Leben. Im letzten Jahrhundert sind über 200 Millionen Menschen in Kriegen umgekommen, in denen es vor allem um Profite, Märkte und das Prestige der Großmächte ging. Drei Millionen Menschen starben in Afrika allein in den neunziger Jahren. Im selben Jahrzehnt wurden 50 Millionen Menschen gezwungen, als Flüchtlinge von zu Hause zu fliehen. Die Kosten für ein B2-Bombenflugzeug sind 2,6 Milliarden Dollar. Aber in Äthiopien sterben Kinder, weil es keine Nadeln (die 30 Cent kosten) für lebensrettende Injektionen gibt.
Die Auswirkungen der Marktwirtschaft führten zu einer Katastrophe für Mensch und Umwelt. Entwaldung hat zum Anwachsen der Wüsten geführt. Industrielle Verschmutzung und globale Erwärmung werden bedeuten, dass die Mehrheit der Korallenriffe 2050 zerstört sein werden. Mehr als acht Millionen Menschen sterben jährlich an verschmutzter Luft.
Unter der Herrschaft des Profitsystem haben wir keine Zukunft. Junge Menschen fühlen heute, dass sie viel schlechter dran sein werden als ihre Elterngeneration. Weltweit sind 60 Millionen junge Menschen arbeitslos oder unterbeschäftigt. Der Kapitalismus verurteilt jedes dritte Kind auf der Welt zu Unterernährung.
Nein zum Krieg!
Am 7. Oktober 2001 begann ein massiver militärischer Angriff der US-geführten "Koalition'" gegen Afghanistan. Wir lehnen diesen Krieg völlig ab. Der Konflikt hat schon zum Tod vieler unschuldiger ZivilistInnen in Afghanistan geführt. Weltweit waren Menschen durch die terroristischen Angriffe auf die USA am 11. September schockiert und entsetzt, die zu 4000-5000 Toten führten. Es gibt jedoch weitverbreitete Opposition gegen diese blutige militärische Politik der USA und ihrer Verbündeten.
Wir lehnen Terrorismus völlig ab. Die Angriffe am 11. September töteten viele Bürobeschäftigte und trugen dazu bei, viele Menschen in den USA in die Hände der rechten Bush-Regierung zu treiben. Viele Regierungen haben die Gräueltaten als Vorwand für Unterdrückungsmaßnahmen genutzt. Die Medien und PolitikerInnen haben antimoslemische Gefühle hochgepeitscht, die zur Zunahme rassistischer Angriffe geführt haben.
Terrormethoden werden es nie schaffen, die militärische, politische und wirtschaftliche Herrschaft der Großmächte über den Rest der Welt zu beenden oder die Gesellschaft im Westen zu ändern. Nur eine internationale Bewegung der jungen und arbeitenden Menschen in der "Dritten Welt" und im Westen kann dies erreichen.
Bombenagriffe auf Afghanistan oder ein anderes Land werden terroristische Angriffe nicht stoppen, sondern die Wut im Nahen Osten und der "Dritten Welt" anheizen. Führer der grossen kapitalistischen Länder wie Bush, Blair, Schröder und Jospin betreiben eine Politik, die die Bedingungen für Terrorismus schafft. Der Irak wird immer noch regelmäßig von der US- und britischen Luftwaffe bombardiert. Sanktionen haben zum Tod Hunderttausender Kinder in dem verarmten Land geführt. Die US-Regierung gibt 2 Milliarden Dollar jedes Jahr an Militärhilfe für Israel aus, von der ein großer Teil von der herrschenden Elite für die brutale Unterdrückung der PalästinenserInnen in Gaza und der West Bank verwendet wird.
Es gibt unter den unterdrückten Völkern im Nahen Osten, Afrika und Lateinamerika weitverbreitete Ablehnung gegen die USA. Das ist das Resultat aus Jahren der Superausbeutung der Völker und Ressourcen der ärmeren Länder. Die Angriffe gegen Afghanistan und andere Kriegsmaßnahmen werden nur den Hass auf die USA und andere kapitalistische Großmächte steigern. Wenn nicht eine Bewegung, die die Mehrheit der jungen und arbeitenden Menschen und der Armen umfasst, zur Beendigung des Kapitalismus aufgebaut wird, werden immer neue Terrorakte geschehen.
Der Krieg gegen Afghanistan wird nicht im Interesse der Jugend und arbeitenden Menschen geführt. Bei dem Krieg geht es darum, der Welt zu zeigen, dass die herrschende Klasse der USA der Boss ist. Es geht auch darum, dass sich die herrschende Klasse der USA und die Großkonzerne ihre entscheidenden wirtschaftlichen, militärischen und politischen Interessen im Nahen Osten und Zentralasien sichern wollen.
IWF, Weltbank und WTO erdrosseln die "Dritte Welt"
Die westeuropäischen und nordamerikanischen Mächte haben ihre Herrschaft über die Weltwirtschaft zur Superausbeutung der Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika genutzt. Obendrein leben die Menschen in der "Dritten Welt" unter der Herrschaft korrupter Regierungen, die oft brutale Diktaturen sind.
IWF, Weltbank und WTO erdrosseln die "Dritte Welt". 1999 schuldeten die ärmsten Länder den Industriestaaten 2,5 Billionen Dollar.
Wir stehen für die Abschaffung von IWF, Weltbank und WTO. Diese Institutionen können nicht reformiert werden. Sie stehen unter der Kontrolle der Regierungen der reichen Länder und vertreten die Interessen der multinationalen Banken und Konzerne.
Wir kämpfen für die Streichung der riesiegen Schuldenlast, unter der die ärmsten Länder leiden.
Wir lehnen auch die großen Handelsblöcke wie die Europäische Union ab. Trotz der Versuche, die EU "demokratisch" anzustreichen, vertritt diese Institution die Interessen der Großkonzerne und nicht der arbeitenden Menschen Europas.
Um zu entscheiden, wie der Reichtum der Welt genutzt wird, müssen wir erst Kontrolle über ihn haben. Die führenden Konzerne, die großen Finanzhäuser und Banken und unsere grundlegenden Versorgungsbetriebe (Eisenbahnen, Elektrizität etc.) müssen den Profiteuren aus den Händen genommen und in öffentliches Eigentum überführt werden.
Wir fordern freie Bildung!
International gehen Angriffe gegen das Bildungssystem weiter. Diese beinhalten Schul- und Hochschulgebühren, die Privatisierung der Bildung und Ausgabenkürzungen. Zugang zu Bildung ist ein Grundrecht. ISR/IR bekämpft alle Versuche durch kapitalistische Regierungen, ein Bildungssystem zu schaffen, das die Jugend der Arbeiterklasse von Colleges und Universitäten vertreibt und zunehmend nur für die Kinder der reichen Elite offen ist.
Schluss mit der Frauendiskriminierung!
Frauen sind die Hälfte der Weltbevölkerung und sind immer noch der am meisten ausgebeutete Teil der Gesellschaft. Nur ein Beispiel: zwei Drittel aller Arbeit der Welt wird von Frauen geleistet und doch erhalten sie nur ein Zehntel des Welteinkommens.
In jahrzehntelangen Kämpfen haben Frauen im Westen ein paar wichtige Reformen gewonnen. Aber sie tragen immer noch die Hauptverantwortung für Kinderbetreuung und Hausarbeit. Mehr Frauen als jemals zuvor sind jetzt in den Betrieben, aber sie sind doppelt ausgebeutet, als Arbeiterinnen und als Frauen.
Frauen in der "Dritten Welt" haben die beklagenswertesten Bedingungen. Für viele hat sich die Lage über Hunderte von Jahren nicht verbessert.
Der Kapitalismus ist ein System, das auf Machtbeziehungen und Ausbeutung beruht. Viele Frauen erleben Gewalt und Missbrauch innerhalb der Familie. Obendrein führt die Herrschaft der Marktwirtschaft dazu, dass alles in eine käufliche Ware verwandelt wird. Dies zeigt sich am plastischsten in der Behandlung der Frauen. Die milliardenschwere Porno-Industrie und der sogenannte "Sexhandel" symbolisieren die Perversion einer Gesellschaft, die auf Ausbeutung und Profit basiert.
Diese Lage wird fortbestehen, so lange die Großkonzerne herrschen. Aber Frauen nehmen sie nicht einfach hin. Junge Frauen nehmen in den antikapitalistischen und Antikriegsprotesten ebenso wie in den Kämpfen in Stadtteilen, Betrieben und auf dem Land eine führende Rolle ein. Wir kämpfen gegen jede Form von Sexismus, für wirkliche Gleichheit zwischen Männern und Frauen.
Kämpft gegen Rassismus,Faschismus und Homophobie!
Diskriminierung gegen Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrem Geschlecht, ihrer Nationalität, ihrer Religion oder ihrer sexuellen Orientierung ist in der Gesellschaft, in der wir leben, tief verwurzelt. "Teile-und-herrsche" ist die Taktik, die die herrschenden Eliten benutzen um an der Macht zu bleiben. Wir stehen für die maximale Einheit der Jugend und arbeitenden Menschen. Wir werden beim Kampf gegen alle Formen von Diskriminierung eine aktive Rolle spielen.
Schluss mit der Umweltkatastrophe!
Laut World Wide Fund for Nature (WWF) waren die letzten 25 Jahre für die Umwelt die zerstörerischsten in den letzten 65 Millionen Jahren. Das Marktsystem beruht auf der rücksichtslosen Ausbeutung sowohl menschlicher als auch natürlicher Ressourcen. Globale Erwärmung, Luft- und Wasserverschmutzung, Zerstörung der Wälder, Verschlechterung der Böden und eine mögliche Nuklearkatastrophe haben die Zukunft des Planeten Erde in Frage gestellt.
Wir können die Umwelt nicht den PolitikerInnen anvertrauen. Unter dem Druck wachsender öffentlicher Wut wurde von den Regierungen das Kyoto-Abkommen vorgeschlagen, das die Senkung der Kohlendioxidemissionen (um einen geringen Betrag) vorsieht. Aber Bush erklärte in einer seiner ersten Taten als Präsident, dass sich die USA aus dem Abkommen zurückziehen. Dabei erzeugt die USA die meisten CO2-Emissionen der Welt!
Wir kämpfen für eine ökologisch verantwortliche und nachhaltige Wirtschaft. Wir unterstützen dei Kämpfe für sofortige Reformen für den Umweltschutz. Der Kampf für eine saubere Umwelt ist mit dem Kampf gegen den globalen Kapitalismus und der Notwendigkeit der grundlegende Gesellschaftsveränderung verbunden.
Es gibt keinen Kapitalismus mit menschlichem Antlitz
Der Kapitalismus ist nicht nur ein ungerechtes System, das der Mehrheit der Menschen den Reichtum des Planeten vorenthält; er erzeugt auch regelmäßige Krisen. Wir sehen regelmäßige Wirtschaftsschwankungen zwischen "Boom" und Krise. Dies bringt steigende Arbeitslosigkeit, Massenarmut und Angriffe auf das, was vom Sozialstaat übrig ist.
Wir glauben, dass wir für jede mögliche Reform oder Zugeständnis von den Kapitalisten und der herrschenden Klasse kämpfen müssen - und wir werden an diesen Kämpfen teilnehmen. Aber so lange der Kapitalismus bleibt, werden die heute gewonnenen Reformen später angegriffen werden. Die Bosse und die Politiker werden versuchen, uns für die Krise ihres Systems zahlen zu lassen, zum Beispiel durch Steuererhöhung oder Senkung der öffentlichen Ausgaben.
Wir glauben nicht, dass es eine bessere, "menschlichere" Form des Kapitalismus gibt. Das kapitalistische System wird immer auf Gier und Profit und der Diktatur des Marktes beruhen. Die Ausbeutung der Mehrheit der Menschen durch eine Minderheit wird unter diesem System weitergehen. Um die Probleme der Welt zu lösen, muss der Kapitalismus abgeschafft werden!
Die Macht schlägt zurück
[oder original: The power strikes back]
Die Reichen und Mächtigen widersetzen sich der wachsenden Opposition gegen ihre Herrschaft. Sie kontrollieren die Massenmedien und die führenden politischen Parteien und versuchen durch sie, die "öffentliche Meinung" zu kontrollieren. Seit den Attentaten vom 11. September in den USA und dem Krieg gegen Afghanistan haben sie die Bemühungen zur Dämonisierung jeder Proteste gegen das Establishment gesteigert. Sie versuchen, die antikapitalistische Bewegung als "gewalttätig" darzustellen.
Die großen kapitalistischen Mächte sind für Gewalt verantwortlich. Sie sind bereit, gewaltsame Methoden einzusetzen, wenn es um ihre Interessen geht. Sie kontrollieren das Militär und haben es gegen unsere Bewegung eingesetzt. In Genua haben sie sogar faschistische Provokateure eingesetzt beim Versuch, die antikapitalistischen Proteste zu stören und zu diskreditieren. Eine Reihe von Regierungen peitscht drakonische Gesetze durch, die gegen die antikapitalistische Opposition eingesetzt werden können.
ISR/IR wird Teil des Kampfes zur Verteidigung unserer hart erkämpften Bürger- und Menschenrechte sein. Wir lehnen alle Versuche zur Steigerung der Machtbefugnisse des Staats ab. Wir werden jedes Opfer von Polizei- und Staatsgewalt und Unterdrückung verteidigen.
Neben der zunehmenden Kriminalisierung versuchen westliche Regierungen und das Establishment, an manche Teile der antikapitalistischen und Antiglobalisierungsbewegung zu appellieren, sich an ihrer "normalen" Politik zu beteiligen. "Einzige" Teilnahmebedingung bei diesem exklusiven Klub ist, das Weiterbestehen des Kapitalismus zu akzeptieren!
Wir fürchten keine offene Debatte mit den AnhängerInnen des Kapitalismus - schließlich haben wir die Argumente auf unserer Seite! Aber wir lehnen es ab, dass die Antiglobalisierungsbewegung nur Reformen für das Profitsystems fordert. Diese Politik würde das Akzeptieren des Kapitalismus bei bloßem Kampf für ein paar kleine Änderungen bedeuten. Innerhalb des Rahmens des Systems zu arbeiten, kann unsere Leben nicht grundlegend ändern.
Für die Mobilisierung von Millionen
Der einzige Weg, die Herrschaft der Großkonzerne ernsthaft herauszufordern, ist die Mobilisierung junger Menschen, der Arbeitslosen und der arbeitenden Menschen. Millionen sind stärker als Millionäre.
ISR/IR fordert breitestmögliche Kampagnen, Proteste, Demonstrationen und so weiter, bei denen Jugendliche, Arbeitslose und Arme einbezogen sind. Wir werden auch aktiv versuchen, die arbeitenden Menschen und ihre Organisationen, die Gewerkschaften, einzubeziehen. Wir fordern die Gewerkschaften auf, eine antikapitalistische Offensive und die Unterstützung und Mobilisierung für die antikapitalistischen Proteste zu beginnen.
Es werden die Jugendlichen und arbeitende Menschen sein, die unsere Gesellschaft verändern werden. Die abeitenden Menschen produzieren alle Waren und erbringen die Dienstleistungen wie Elektrizität und Gesundheit. Gemeinsam ist die Arbeiterklasse potenziell die mächtigste Kraft in der Gesellschaft. Durch Massenaktionen einschließlich Streiks und Generalstreiks können sie den Kapitalismus da treffen, wo es wirklich wehtut - im Geldbeutel!
Wie bauen wir die Bewegung auf?
ISR/IR unterstützt direkte Aktion auf der Grundlage von Massenmobilisierung und demokratischer Entscheidungsfindung innerhalb der Bewegung. Wir rufen zu Massenblockaden der kapitalistischen Gipfel und Veranstaltungen auf. Diese Proteste sollten auf demokratischer Entscheidungsfindung durch die beteiligten Organisationen und Menschen beruhen. Wir fordern auch die Organisierung breiter Konferenzen, die über die angewandten Politiken und Taktiken auf Demonstrationen entscheiden. Koordinierende Organisationen und OrdnerInnengruppen, die für diese Demonstrationen geschaffen werden, müssen gewählt und rechenschaftspflichtig sein.
Neben den breiten antikapitalistischen Protesten unterstützen wir die Idee eines lokalen Generalstreiks in jeder Stadt, die Gastgeber eines kapitalistischen Gipfels ist. Streiks und Generalstreiks sind potentiell die erfolgreichsten Formen "direkter Aktion", und können zusammen mit umfangreichen Protesten der Jugend Gipfel von IWF, Weltbank oder WTO stoppen.
Wir fordern organisierte Massenordnerdienste, um die Verteidigung von Demonstrationen gegen Polizeibrutalität und Repression zu schützen.
Manche Jugendliche in der antikapitalistischen Bewegung bringen ihre Wut und Frustration zum Ausdruck, indem sie Läden und Gebäude angreifen und plündern. Wir lehnen diese Aktionen ab. Sie liefern den herrschenden Klassen nur einen Propagandasieg und werden als Vorwand für Polizeirepression genommen. Solche Aktionen sind kontraproduktiv und werden unsere Bewegung in den Augen größerer Bevölkerungsschichten nur diskreditieren.
Brauchen wir Politik?
Viele jungen Leute sind von den herrschenden politischen Parteien abgestossen und sagen, dass sie Politik ganz ablehnen. Wir verstehen die Gründe für diese Gefühle, aber die politische Arena zu ignorieren, würde bedeuten, dass die antikapitalistische Bewegung sich selber Fesseln anlegt.
Wir denken, dass Politik gebraucht wird, die politische Antworten auf die Krise des Kapitalismus geben kann. Daher fordern wir den Beginn einer organisierten politischen Debatte über die Ziele der antikapitalistischen Bewegung. Wir werden unsere sozialistischen Ideen in die antikapitalistische Bewegung einbringen und die Notwendigkeit, eine sozialistische Alternative zu den bestehenden Eliten und ihren korrupten Parteien aufzubauen.
Kapitalismus durch sozialistische Demokratie ersetzen!
"Schafft den Kapitalismus ab und ersetzt ihn durch etwas Netteres!" stand auf einem Transparent der 1.-Mai-Demo 2001 in London. Dies ist die zentrale Frage. Kapitalismus ist ein diskreditiertes und unfaires System, aber durch was ersetzen wir ihn?
ISR/IR kämpft für sozialistische Demokratie. Damit meinen wir eine Gesellschaft, die zur Befriedigung der Bedürfnisse von Menschen und Umwelt arbeitet. Sozialismus bedeutet, dass der Weltbevölkerung der Reichtum gehört, der von ihr produziert wird, und sie ihn kontrolliert und täglich entscheidet, wie die Gesellschaft geleitet wird. Das ist wirkliche Demokratie!
Schließt euch uns an im Kampf zur endgültigen Beendigung von Kriegen, Armut und Ungerechtigkeit!
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